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Wanderungen

Torscharte



Torscharte

Torscharte - Anstrengende Rundtour durch zwei westliche Nebentäler der Eng (Tortal, Rontal) mit Ausgangspunkt in Hinterriß. Verbunden sind beide durch die "Torscharte", den weitläufigen Sattel in 1800 m Höhe. Die Tour erlaubt unvergessliche Blicke in das nördliche Zentrum mit der östlichen Karwendelspitze. Im Bild: Sattel zwischen den Grabenkartürnen (links) und dem nördlichen Torkopf. Das Bild ist ein paar Meter vor dem Erreichen des breiten Sattels aufgenommen (Erstwanderung: September 2015; aktualisiert: Mai 2020)

Abstract
Die Torscharte ist die Verbindung von zwei westlichen Nebentälern der Eng im Karwendelgebirge; dem etwas südlicheren Tortal und dem nördlichen Rontal. Auf gut 1800 Meter verbindet dieser Sattel den Torkopf mit dem nördlichen Zentrum des Karwendelgebirges rund um die Östliche Karwendelspitze. Der Sattel verbindet natürlich auch die beiden Täler. Das ist für eine Rundwanderung eine ideale Strecke.
Besondere Schwierigkeiten gibt es auf dieser nicht ganz kurzen Runde nicht. Allerdings ist sie recht anstrengend. Immerhin sind über 900 Höhenmeter zu gehen. Am Abstieg zur Rontalalm muss man mehrmals über Geröllfelder; die Passagen durch Latschen will ich nicht weiter erwähnen. Also, man bewegt sich wirklich im Hochgebirge. Der Blick auf die imposante Östliche Karwendelspitze und auf etliche ihrer Nachbarn bestätigt das.
Dafür ist diese Runde mit Einkehrmöglichkeiten gut bestückt. Allerdings ist es sinnvoll die Runde so zu gehen, wie ich das gemacht habe. Am Aufstieg sind auf der Tortalalm Getränke zu bekommen. Später - wenn man das Gröbste hinter sich hat - gibt es auf der Rontalalm eine ordentliche Brotzeit.
Schwierigkeit:43.0anstrengend (>40)
Tracklänge:15,0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:00 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:915 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz P1, Hinterriß 929
Betonbrücke über Torbach1029 0:37
Tortalalm Niederleger1141 0:29
Edelweiskante1550 1:06
Tortalalm Hochleger1571 0:12
Torscharte1815 0:39
Rontalalm1262 1:03
Parkplatz P1, Hinterriß 929 0:54
Gebirge, Lage, Karte
Karwendelgebirge; Untergruppe Nördliche Karwendelkette mit Östlicher Karwendelspitze, westlich von Hinterriß. Karten: Alpenvereinskarte Bayerische Alpen (1:25000), Nr. BY12, Karwendelgebirge Nord, Schafreiter. bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Karwendelgebirge Mitte, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
12.09.2015; Alleingang, genauer gesagt, alleine war ich zu keinem Zeitpunkt auf der ganzen Tour. Häufig waren die anderen Wanderer in kleineren Gruppen unterwegs, auch mit kleinen Kindern. Ich hatte damit gerechnet, kaum jemandem zu begegnen. Es herrschte ideales, herbstliches Wanderwetter mit strahlend blauem Himmel, erträglichen Temperaturen, kaum Wind und sehr guter Fernsicht. Die Strecke war weitgehend trocken. Es wäre eine Sünde gewesen, an einem solchen Tag die Wanderstiefel nicht zu schnüren.
Erreichte Gipfel
Auf dieser mitten in Hochgebirge verlaufenden Wanderung wird trotzdem kein Gipfel erreicht. Höchster Punkt der Tour ist die Torscharte mit 1815 m. Nach 900 Höhenmeter Aufstieg - auch bei guten Wanderbedingungen - sehnt sich kaum einer nach einem noch höher liegenden Gipfel. Die Möglichkeit dazu bestände mit dem noch weitere 200 m höheren Torkopf, der aber weitgehend weglos erstiegen werden muss. Das hatte ich in Erwägung gezogen, ließ es dann aber bleiben.
Alm(en), Hütt(en):
Tortalalm Niederleger, Rontalalm, Tortalalm Hochleger, weitere Hütten (Jagdhütten u.a.) im Tortalkessel
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz P1, Hinterriß (noch innerhalb des Ortes); Adresse: Risstal Landesstraße 7 - 10, A-6215 Hinterriß. Weitere Parkplätze wären oberhalb des Ortes (P2) oder am Eingang ins Rontal. Koordinaten: N = 47.469826, E = 11.471559; Geographische Daten: N = 47°28'11.4'', E = 11°28'17.6''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 686243, N = 5260337. Gauß-Krüger: R-E = 4460269.154, H-N = 5259173.480. Zu dieser Runde kann man sehr gut mit ÖPNV anreisen. Durch die Eng fährt ein Bus, der in Hinterriß natürlich Haltestellen hat. Mit Kinderwägen oder Rollstühlen kann man diese Strecke nicht bewältigen. Das ist vielleicht auf den Versorgungswegen zu den beiden Almen möglich, aber sehr weit.
Vom Parkplatz aus noch ein Stück auf der Straße bis zum nächsten Parkplatz weitergehen (P2). Dort die Straße überqueren und im spitzen Winkel nach rechts auf die beginnende Forststraße wechseln. Auf dieser Straße bleiben bis zur Tortalalm (Niederleger). An der Alm beginnt dann der Steig, der ohne Abzweigung auf die Torscharte und dann weiter bergab durch den Kessel nördlich der Östlichen Karwendelspitze ins Rontal führt. Zunächst geht es die Flanke steil bergab, kurz durch Geröllfelder und dann durch Latschen und Wald zur Rontalalm. Ab der Alm führt eine sehr gute Forststraße zurück nach Hinterriß. Es gibt nur noch einmal eine Gabelung, dort hält man sich leicht rechts. Die Forststraße führt unweit des Parkplatzes wieder auf die Durchgangsstraße zurück.
Anmerkungen:
Wanderungen in der Eng beginnen häufig am Endpunkt der Straße beim großen Parkplatz nahe des Almdorfes. Es gibt aber Möglichkeit, an vielen anderen Stellen der Zufahrt links und rechts der Straße ebenfalls auf Touren zu gehen. Die bekannteste ist wohl der Schafreiter mit der Tölzer Hütte. Eine weitere, recht beliebte Tour ist die hier vorgestellte Runde durch das Tortal und das Rontal über die Torscharte; in beiden Richtungen zu gehen. Beide Täler sind im unteren Teil bis zu den Almen (Rontalalm und Tortalalm Niederleger) auf guten Forststraßen leicht erreichbar. Dann aber wird es alpin: die Pfade führen weitgehend ungefährlich, aber anstrengend auf den weitläufigen Sattel. Etwas heikel sind lediglich einige Stellen Geröllfelder unterhalb der Östlichen Karwendelspitze, bei denen recht viel lockeres Gestein liegt. Wenn man dann an einem schönen Herbsttag die Wanderung macht, zeigt sich das klassische Karwendelgesicht: schöne Straßen durch lockeren Wald und Wiesen in den tieferen Lagen, dann das Steilgelände in unmittelbarer Nähe zu riesigen, grauen Felswänden. In der Höhe dann immer wieder phantastische Blicke zu den Bergriesen, die in großer Zahl ringsherum zu sehen sind. Bei der Planung dachte ich, diese Tour würde sich als Geheimtipp herausstellen. Aber bereits am Aufstieg bemerkte ich dann, dass das ein Irrtum war.

Benachbarte Wanderungen

Seinsbach-Runde
Seinsbach-Runde

Der Seinsbach ist ein rechter Nebenfluss der Isar, nördlich von Mittenwald. Mit seiner Klamm trennt er die Soierngruppe vom übrigen Karwendelgebirge ab. Südlich und nördlich der Klamm verlaufen Wanderwege, die man zu einer Rundwanderung nutzen kann: nördlich ist es die Versorgungsstraße zur Vereineralm und zur Kriner-Kofler-Hütte, südlich ist es der Jagersteig. Am östlichen Teil dieser Runde ist das Karwendelgebirge mit seinen typischen Bergformen deutlich spürbar.

Altlacher Hochkopf
Altlacher Hochkopf

Der Altlacher Hochkopf wäre ein recht unbekannter und im Grunde auch ein unattraktiver Berg südlich des Walchensees, wären da nicht die Spuren bayerischer Könige und anderer Personen. Sie logierten in der Hütte knapp unter dem Gipfel, die jetzt eine AV-Selbstversorgerhütte der Sektion "Vierseenland" (Ammersee) ist. Die früher sicher sehr gute Fernsicht ist jetzt durch hochgewachsene Bäume arg eingeschränkt. Die Wanderstrecke ist fast ganzjährig ohne größere Probleme zu gehen.

Satteljoch
Satteljoch

Das Satteljoch ist ein Berggipfel im Karwendelgebirge, der an südöstlichster Stelle der Kette mit Schafreiter, Fleischbank und Kompar steht und den Abschluss bzw. den Anfang einer längeren Höhenwanderung bildet. An seinem Fuß liegt mit der Plumsjochhütte ein geeigneter Stützpunkt für solche Touren. Natürlich ist dieser Berg auch für Tagestouren ein Ziel. Die Aufstiege erfolgen entweder aus dem Engtal (Hagelhütten) oder aus dem Gerntal (über den Achensee). Ehrfürchtig kann man von dort oben die noch weitaus höheren Gipfel ringsum betrachten.

Lamsenjoch
Lamsenjoch

Lamsenjoch? Lamsenspitze? Lamsenjochhütte? Das sind doch Ziele für die Profis! Nicht nur! Natürlich ist die Lamsenjochhütte der Stützpunkt für die Kletterer im Ostkarwendel schechthin. Aber auch für die einfachen Wanderer kann die Hütte und das daneben liegende Joch ein Tagesziel sein. Los geht es in der Eng und über die Binsalm hinauf, insgesamt nur etwas mehr als 800 Höhenmeter. Am Weg liegen zwei sehr leistungsfähigen Hütten, da braucht man nicht fürchten, verhungern oder verdursten zu müssen.

Hahnkampl
Hahnkampl

Der Hahnkampl ist ein recht aufmüpfiger Gipfel im Ostkarwendel. Er behauptet sich zwischen den bekannten Prachtexemplaren Sonnjoch und Lamsenspitze, ist selber aber auch deutlich über 2000 Meter hoch. Der Aufstieg zu ihm ist in jedem Falle eine ernsthafte Wanderung. Zwei Routen sind dafür denkbar: ab der Eng über die Binsalm oder ab dem Achensee über die Gramaialm. Oben hat man einen herrlichen Blick zu seinen beiden unmittelbaren Nachbarn oder auch nach Westen in das Herz des Karwendelgebirges.

Laliderer Wände
Laliderer Wände

Die Laliderer Wände sind unzweifelhaft eine der wichtigsten Tagestouren für normale Wanderer im Herzen des Karwendelgebirges. Nicht die schroffen Gipfel sind das Ziel, nein das nicht. Es ist eine wunderschöne Strecke auf dem Tiroler Adlerweg, die in der Eng beginnt, hinauf zum Hohljoch führt, unter den mächtigen Wänden vorgeht und letztlich die Falkenhütte als Ziel hat. Als Tagestour geht es dann wieder zurück, ansonsten weiter zum Karwendelhaus. Man spürt auf Schritt und Tritt, dass man sich im Zentrum des Karwendels befindet, die Birkkarspitze im direkten Blick.

Bilder zur Wanderung

Die Torscharte ist ein sehr breiter Sattel, auf dem es viel Platz gibt für Wandergruppen, dort eine Pause zu machen und das Bergpanorama zu genießen. Das nutzten viele natürlich recht ausgiebig um dort ein wenig zu verweilen.

Blick in das Tortal mit dem Torbach, der die meiste Zeit als Rinnsal friedlich dahinplätschert. Nach heftigen Niederschlägen wird er aber sehr schnell zum tosenden Gebirgsbach, der große Mengen Fracht ins Tal transportiert.

Edelweiskante. Die hinterlistige Bergkante vermittelt dem aufsteigenden Wanderer, dass er den Kamm unmittelbar vor sich hat. Es geht dann aber nahtlos noch weitere 250 Höhenmeter bergauf.

Tortalalm Hochleger. Die relativ neue Hütte erinnert mit dem Pultdach und dem Rücken zur Wand sofort an die neue Höllentalangerhütte. Wahrscheinlich sind die Architekten hier vorbeigekommen und haben dann gesehen, wie sie es machen müssen. Für den Hirten bedeutet der Standort, dass er alles was er braucht, hochtragen muss. Eine Hilfe hat er dafür lediglich von seinem Esel.

Rückblick von der Torscharte auf den zurückgelegten Aufstieg ab der Edelweiskante. Rechts dahinter sind die Torwände zu erkennen. Als Kletterouten haben sie aber kaum Bedeutung, da der Fels dafür zu bröckelig ist.

Torkopf. Wer noch Kondition nach dem Aufstieg zur Scharte hat, kann noch weiter nach oben steigen und zu einem richtigen Gipfelerlebnis kommen.

Westflanke der Torscharte, in diesem Fall der Abstieg ins Rontal. An einigen Stellen kommt man in die Schuttkegel der Östlichen Karwendelspitze. Lockeres Gestein verlangt erhöhte Aufmerksamkeit beim Gehen.

Vorbei geht der Abstieg an der Steinkarspitze, die dem "Chef", der Östlichen Karwendelspitze, etwas vorgelagert ist. Rechts kann man im Anschnitt die Rappenspitze erkennen.

Blick in den riesigen Kessel des Rontales mit der Rontalalm und einigen anderen Hütten.

Etwas später erscheint auf der anderen Etwas später erscheint auf der anderen Seite des Engtales der Schafreiter mit der bekannten Tölzer Hütte. Es gibt wohl keinen ernsthaften Wanderer, der diesen Berg nicht auf seiner Liste hätte, sei es bereits erledigt oder noch in Planung.

Blick aus dem Rontalkessel über die Rontalalm zurück zur Östlichen Karwendelspitze mit ihrer Nachbarin, der Vogelkarspitze (rechts).

Historische Almhütte im Rontalkessel. Sie wird noch genutzt, ist aber sehr stark vom Verfall bedroht. Der Hüttenwirt der Rontalalm erzählte, sie solle Balken für Balken abgetragen und auf einem ordentlichen Fundament mit Keller am ursprünglichen Platz wieder aufgebaut werden.

Herbstwanderung im Karwendel - ein wirklich unvergleichliches Erlebnis. Sanfte Wege durch lichte, sonnendurchflutete Wälder, die sich etwas später noch gelb und golden verfärben, soweit es Lärchen oder Ahornbäume sind. Das ist ein Markenzeichen des Karwendelgebirges. Was gibt es schöneres?

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 21.05.2020