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Schmugglerweg



Schmugglerweg

Schmugglerweg – Wandern auf einem historischen Pfad an der Grenze Bayern/Tirol entlang der Tiroler Achen mit einem Abstecher zum Klobenstein. Eigentlich ist es nur der halbe Weg zwischen Ettenhausen und Kössen (Stand: Juni 2017)

Schwierigkeit:29.3mittel (27.5-40)
Tracklänge:13.3 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:20 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:368 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Chiemgauer Berge Süd; Grenzbereich Schleching/Kössen. Karte: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen West bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
09.06.2017; Alleingang. Dank der Ferienzeit waren relativ viele Wanderer unterwegs, vor allem Familien mit Kindern. Gleichwohl herrschte am Gasthof Klobenstein nur geringer Betrieb. Viele hatten offenbar ihre Verpflegung mit dabei und sparten sich die Einkehr. Es herrschte sommerliches Wanderwetter mit blauem Himmel. Die Temperaturen stiegen an sonnigen Stellen stark an, in den Waldpassagen herrschte angenehme Kühle. Am Nachmittag trübte sich der Horizont etwas ein und ein böiger Wind kam auf. Am Abend entluden sich einige Gewitter. Die Fernsicht konnte man morgens als gut bezeichnen. Später wurde es etwas trüber.
Erreichte Gipfel
kein Gipfel erreicht. Der höchste Punkt liegt mit 693 m an der Grenze zwischen Bayern und Tirol gegenüber dem Klobenstein.
Alm(en), Hütt(en):
Klobenstein, Fischerhütte am Südufer des Rudersburger Sees (601 m), Wallfahrtskirche und Lourdes-Kirche Klobenstein
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Geigelsteinbahn Ettenhausen (Gebühr: 2 €); Adresse: Geigelsteinstraße 55, D-83259 Schleching. Koordinaten: N = 47.704105, E = 12.379095; Geographische Daten: N = 47°42´14.8´´, E = 12°22´44.7´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 303383, N = 5286741; Gauß-Krüger: R-E = 4528557.755, H-N = 5285155.300.
Vom hinteren Ende des unteren Parkplatzes geht es nach links auf die Forststraße. Wenig später zweigt ein guter Pfad nach rechts ab und geht ein Stück am Waldrand entlang. Anschließend kommt eine schale Zaungasse nach links, die auf eine Versorgungsstraße trifft, dort nach rechts weiter. Am Waldrand nach links und dann weiter bis zum See. Das Südufer kann man sowohl nach links auf der Straße, als auch nach rechts direkt am See entlang erreichen. Ab der Fischerhütte schließen sich zwei Abstecher an, jeweils mit Rückkehr zum See: nach links zur Tiroler Ache und nach rechts zum Wasserfall. Rückkehr zum Nordufer des Sees und auf der Forststraße nach links bergauf. Nach der Einmündung auf eine andere Forststraße bleibt man im Grunde bis zum Entenloch dort geht ein Pfad nach rechts bergauf, überquert die Grenze und geht bis zu einer Stempelstelle weiter. Dort verlässt man den Schmugglerweg nach links und kommt nach einem Serpentinenabstieg zur Hängebrücke über die Tiroler Ache. Auf der anderen Seite liegt das Areal des Gasthofes, der Klobenstein, eine Kapelle und die Wallfahrtskirche. Nach der Einkehr und einem Rundgang durch dieses Gelände begann der Rückweg auf der gleichen Strecke. Mit dazu gehört auch noch ein Abstecher zur Fischerhütte, um zwei geräucherte Forellen mitzunehmen. Vom Südufer des Sees besteht keine Verbindung zum Schmugglerweg. Den in der Karte noch eingezeichneten Weg gibt es nicht. Also entweder am nördlichen Seeufer, oder schon vorher am Waldrand, nach rechts abzweigen.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Geigelsteinbahn627
Südufer Rudersburger See601 0:241.54
zurück nach Abstechern601 0:211.05
Brücke Wasserfall624 0:151.10
Grenze693 0:241.74
Gasthof Klobenstein610 0:291.31
Rundgang Ende565 0:230.89
Einmü. Schmugglerweg637 0:200.76
Grenze693 0:190.41
Brücke Wasserfall624 0:211.82
Südufer Rudersburger See601 0:141.07
Parkplatz Geigelsteinbahn627 0:201.57
Anmerkungen:
Der Schmugglerweg ist eine bekannte und beliebte Wanderstrecke, die man entweder von Ettenhausen oder von Kössen aus in Angriff nehmen kann. Meist wird man jedoch nur die halbe Strecke schaffen, da etwa in der Mitte der Übergang auf die andere Flussseite liegt zum Gasthof Klobenstein. Der Grenzpunkt liegt auf der nördlichen Teilstrecke. Es ist ein leicht zu gehender Weg, allerdings hat es einige Stellen, auf den es etwas anspruchsvoller wird. Treppengeländer und eine Seilsicherung entschärfen diese Stellen. Man kann den damaligen Weg der Schmuggler gut nachempfinden, er muss insgesamt sogar noch beschwerlicher gewesen sein. Der Attraktionspunkt schlechthin ist das Gelände am Klobenstein mit der Hängebrücke (die ganz schön schwankt), dem Flussufer mit dem „Sandstrand“, dem gespaltenen („geklobenen“) Felsen und mit der Kirche und der Kapelle.

Etwa in der Mitte des Schmugglerweges zwischen Kössen und Ettenhausen/Schleching kreuzt man die Grenze. Ein Schild und ein Grenzstein weisen unmissverständlich darauf hin. Ein weiteres Schild verkündet, dass der Grenzübertritt nur von 6:00 Uhr bis 21:00 Uhr möglich ist. Ob sich die Schmuggler wohl daran gehalten haben?

Ein besonderer Attraktionspunkt ist die Hängebrücke mit etwa 35 Meter Länge, die nahe Klobenstein die Tiroler Achen überspannt. An dieser Stelle öffnet sich das Flussbett etwas, es hat sogar einen „Sandstrand“.

Die Hängebrücke ist knapp einen Meter breit und hat einen Gitterrost als Boden, Ausweichen geht aber noch ganz gut. An der Westseite führt ein Holzsteg, an der Ostseite eine Holztreppe zum Stahlkonstrukt. Obwohl man nicht Schaukeln soll, schwankt sie auch so ganz mächtig.

Tiroler Achen. Im Grenzbereich ist das Flussbett fast schon eine Klamm. Nur wenig später öffnet sich das Tal sehr weit. „Achen“ ist eine Dialektform und bedeutet keineswegs Plural. Der Fluss hat in seinem Oberlauf in Tirol verschiedene andere Namen.

Wasserfall am „Totermannbach“ oberhalb des Rudersburger Sees. Er ist etwas versteckt und nicht recht gut erreichbar, ein Besuch aber lohnenswert.

Klobenstein ist ein kleiner barocker Wallfahrtsort nahe der Grenze, aber in Tirol. Namensgebend ist ein gespaltener (Dialekt: „geklobener“) Felsen. Er ist etwa 8 Meter hoch, der Durchlass ist am Fuß nur 50 cm breit und kann begangen werden (wenn man keine Platzangst hat).

Unmittelbar neben dem Felsen steht die Wallfahrtskirche „Maria-Hilf“. Sie hat zwei Kirchenschiffe. In das kleinere kommt man durch einen Gang, entlang des größeren Schiffes.

Direkt unterhalb des Felsens steht eine kleine Lourdes-Kapelle. Beide Bauwerke sind in sehr gutem Renovierungszustand.

Nicht zu vergessen: an mehreren Stellen des Schmugglerwegs gibt es etwas zu sehen, z.B. die Hochplatte in voller Pracht neben der Kampenwand.

Rudersburger See, südlich von Ettenhausen. Es ist ein dreigeteilter Weiher, genutzt zur Forellenzucht. Wer Glück hat, kann darin – neben den Forellen – einen etwa 2 Meter langen Stöhr entdecken.

Fischerhütte am Südufer des Rudersburger Sees. Es ist eine Blockhütte, ausgestattet mit allem, was man zum Fang und zum Räuchern der Forellen braucht. Den ganzen Sommer über gibt es jeweils am Freitag (manchmal auch am Samstag) frisch geräucherten Fisch zum Verzehr vor Ort oder auch zum Mitnehmen. Und weil der Fisch schwimmen muss, verkauft der Hütteneigner auch noch etliche Getränke. Ich konnte daran nicht vorbeigehen!

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018