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Wanderungen

Reifenberg



Reifenberg

Reifenberg – für Anfänger geeignete Rundwanderung um den Reifenberg, den ersten Vorberg zwischen Chiemsee und Kampenwand. Die von der Papierform her recht unspektakuläre Tour birgt aber dennoch einige Überraschungen

Schwierigkeit:36.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:18.0 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:3:45 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:575 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Chiemgauer Berge; erster Vorberg südlich des Chiemsees, nördlich der Kampenwand, Talort ist Bernau. Karte: AV-Karte Bayerische Alpen, Chiemgauer Alpen West, BY 17, Hochries Geigelstein.
Datum, Begleiter, Wetter
31.10.2015; Alleingang. Im Tal und in der Nähe der Gaststätten waren viele Wanderer unterwegs. Aber auch in den abgelegenen Waldpassagen bin ich dem einen oder anderen begegnet. Es herrschte typisches, herbstliches Wanderwetter in Vollendung. Ein kräftiges, stabiles Hoch sorgte für blauen Himmel mit guter Fernsicht, aber auch mit einer recht dicken Hochnebelschicht über dem Flachland. Bei offenem Gelände war es richtig warm, in Waldpassagen angenehm kühl. Wind gab es kaum, er störte die Wanderung nicht.
Erreichte Gipfel
Reifenberggipfel westlich der Lindlam (1001 m).
Alm(en), Hütt(en):
Adersberg, Seiseralm, Lindlalm (991 m)
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Unterbergham; Adresse: Kreuzstraße 17, 83233 Bernau. Koordinaten: N = 47.804626, E = 12.371873; Geographische Daten: N = 47°48´16.6´´, E = 12°22´18.7´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 303221, N = 5297930.
Von dem kleinen Parkplatz an der Gabelung zweier Straßen geht es nach links durch den Ort Kraimoos, immer dem Wegweiser „Salinenweg“ entlang. In einer Rechtskurve zweigt die Straße nach links ab und führt auf eine offene Weidefläche. Nach links gibt es einen kleinen Abstecher zum ersten Aussichtspunkt, dem Wasserbehälter. In der Ortschaft Aufing zweigt die Strecke nach rechts ab („Fußweg Adersberg“), geht noch ein Stück über Weiden und führt dann in den Wald. Nach einem kurzen Stück zweigt sie Route nach rechts ab (links führt der „SalzAlpensteig“ weiter) und geht direkt zum Hotel Adersberg. Um das Hauptgebäude herum führt der Weg nunmehr weiter bergauf zur Lindlalm. Dort folgte ein kurzer Abstecher zum westlich liegenden Gipfel, nahe einer Privathütte. Bei der Lindlalm geht der Weg quer zum Hang bergab zur Kreuzung „Am Stachl“. Dort habe ich mich etwas verfranst und den direkten Weg in Richtung Seiseralm nicht gefunden. So kam ich zunächst ein gutes Stück bergab, ehe ich dann wieder nach links bergauf gehen musste. Nach der Überquerung der Wolfsschlucht über die Eisenbrücke geht es noch ein Stück durch den Wald und über eine abgerutschte Mure, ehe man auf die offene Hochfläche um die Seiseralm kommt. Nach der Alm führt der Weg in nördlicher Richtung ins Tal. Etwas weiter unten gibt es einen kurzen Byepass nach links durch den Wald, ehe man kurz vor dem Parkplatz wieder auf den Versorgungsweg kommt.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Unterbergham562
Wasserspeicher/Aussichtspunkt609 0:23
Aufing608 0:10
Adersberg819 0:49
Gipfel Reifenberg1001 0:37
Lindlalm991 0:13
Stachl am Brand820 0:15
Einmü. Forststraße650 0:20
Schauergrabenbrücke700 0:24
Seiseralm712 0:15
Parkplatz Unterbergham562 0:19
Anmerkungen:
Es ist eine Tour von nicht besonders hohen technischen Anforderungen mit nicht allzu langer Wegstecke und Wanderzeit, sowie mit relativ wenigen Höhenmetern. Spötter würden sagen, ein „Vorbergbuckel eben“; somit also für Anfänger gerade recht. Aber man sollte auch solche Touren nicht unterschätzen. Zum einen lag in feuchten Waldstrecken aufgrund der herbstlichen Zeit schon reichlich Laub, das sie zu Rutschbahnen machte. Zum anderen kann man sich trotz guter Führung durch Wegweiser auch verlaufen, das habe ich zur Kenntnis nehmen müssen. Zwei Wegpunkte sind von besonderer Bedeutung neben etlichen Aussichtspunkten in die Berge und ins Alpenvorland: der Hinweis auf den „Stachl am Brand“, der als Anwesen an einem Ort lange existierte, wo es heute aufgrund der Lage mitten im Wald niemand vermuten würde. Zum andern sind die Hinweise zu nennen auf die Soleleitung mit der dazu gehörenden Wasserleitung, die als Zuleitung beizeiten gebraucht wurde. Die über 100 km lange Leitung brachte von 1810 bis 1958 Sole zur Verarbeitung von Bad Reichenhall nach Rosenheim.

Ziemlich am Anfang, etwas abseits der Strecke steht ein Wasserturm, von dem aus man die erste, gute Fernsicht ins Tal hat.

Bernau, der Ort am südwestlichen Ufer des Chiemsees ist von dort besonders gut zu sehen.

Nahe dem Hotel Adersberg liegt ein gut geführter Fischweiher. Bestimmt kommt von dort die eine oder andere Forelle direkt auf den Tisch eines Gastes.

Lindlalm – dort oben steht sie, die prächtige Almhütte, nahe dem höchsten Punkt des Reifenbergs und schaut stolz ins Tal.

Von dort schweift der Blick über die nah erscheinenden Berge: im Osten sind es die „Chiemgauzwillinge“ Hochfelln (links) und Hochgern.

Im Süden liegt die zackige Kampenwand, mit der vorgelagerten Gedererwand. Letztere ist kaum weniger spektakulär, aber nur wenigen bekannt.

Im Westen ist der Haindorfer Berg zu sehen mit der Sameralm (links). Für Wanderer ist der Berg nicht so interessant, wohl aber für die Skitourengeher, denen sich eine wunderschöne Abfahrt bietet.

Kulturell von Bedeutung ist der Kreuzungspunkt „Stachl am Brand“. Dort stand etliche Jahrhunderte lang ein Hof, der von einer Waldarbeiterfamilie bewirtschaftet wurde. Heute sieht man davon nur noch eine überwucherte Steinmauer, die einst der Eingang in den Keller war.

Auf halber Höhe am Berg führt eine eiserne Brücke über den „Schauergraben“ (Wolfsschlucht). Sie hatte große Bedeutung mit der Nutzung der Saline, die von Bad Reichenhall nach Rosenheim führte.

In der Nähe führte eine Leitung mit „Aufschlagwasser“ ins Tal, um beizeiten die Saline zu speisen, bzw. um die dort benötigte Energie zu liefern. Entlang einer Treppe kann man die Rohre heute noch sehen.

Seiseralm – eine Almhochfläche mit der Seiseralm und dem Seiserhof. Beides sind Hotelbetriebe, bei deren Namen man sofort an die bekannte Seiseralm in Südtirol denkt. In gewisser Weise liegt ein Vergleich auch nahe, beide haben ähnliche Aufgaben im Tourismus.

Brotbackofen bei dem Anwesen westlich der Lindlalm. Er ist noch in sehr gutem Zustand, wird wohl aber trotzdem nicht mehr genutzt.

Hauskapelle in Kraimoos. Auch kleinere Orte bzw. sogar Einzelanwesen hatten oftmals eine eigene Kapelle, die sie mit viel Liebe und Aufwand pflegten. Das ist vielerorts heute noch so; besagte Kapelle ist in gutem Zustand und irgendwer wird bestimmt bald auch die störenden Büsche kürzen.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018