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Wanderungen

Sudelfeld



Sudelfeld

Sudelfeld – Leichte Rundwanderung über die Pisten in dem bekannten Skigebiet – aber bitte erst, wenn die Tiere dort nicht mehr weiden! Einige Hütten haben auch im Sommer auf, man kann also sehr gut einkehren. Foto: eine frühere Aufnahme vom gegenüber liegenden Wildalpjoch. Den Wasserspeicher zur Beschneiung gab es damals noch nicht (aktueller Stand: September 2018)

Schwierigkeit:18.6leicht (<27.5)
Tracklänge:6.0 kmkurz (0-8 km)
Wanderzeit:2:30 h*kurz (0-3 h)
Höhensumme:380 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Untergruppe: Mangfallgebirge Ost. Liegt zwischen Bayrischzell und Oberaudorf. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 8 Tegernsee, Schliersee, Wendelstein; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Mangfallgebirge Ost, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
30.09.2018; Alleingang. Am Aufstieg habe ich einige andere Wanderer getroffen, auf der Strecke zur Schönaualm und am Aufstieg über die Rosengassenpiste war ich ganz allein. Im Nahbereich der Speckalm/Walleralm herrschte dann großer Andrang. Beim Anstieg und auch auf dem Rückweg sah ich immer wieder einige Personen irgendwo auf den Pisten herumlaufen. Es herrschte warmes Spätsommerwetter mit nur wenigen Wolken am blauen Himmel. Die Sicht war einigermaßen klar, aber nicht überragend gut. Zwischendurch frischte leichter Wind auf, konnte aber keine Abkühlung bewirken.
Erreichte Gipfel
Sudelfeldkopf (1432 m), nur eine flache Kuppe, zu der ein neuer Lift hochgeht.
Alm(en), Hütt(en):
Waller Alm, Speck-Alm , Schönaualm, Lamplalm, Schindelbergalm. Ansonsten sind die Gebäude und Einrichtungen zum Skibetrieb zu nennen, namentlich Grafenherberg. Die sonstigen Gastronomiebetriebe, die es im mittleren und unteren Sudelfeld gibt, habe ich nur aus größerer Entfernung passiert.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Grafenherberg; links und rechts der Straße sind Parkmöglichkeiten. Adresse: Grafenherberg 6, D-83080 Oberaudorf. Koordinaten: N = 47.673590, E = 12.054909; Geographische Daten: N = 47°40´24.9´´, E = 12°03´17.7´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 278936, N = 5284224; Gauß-Krüger: R-E = 4504229.762, H-N = 5281694.361.
Vom Parkplatz geht es entlang des kleineren Liftes zunächst über eine Grasfläche bergauf. Etwas weiter oben trifft man auf den eigentlichen Pfad, erkenntlich an undeutlichen Spuren im Gras und einem alten, hölzernen Wegweiser „Rosengasse“. Nach einem Doppelüberstieg über den Zaun ging es erst noch ein Stück auf der Piste weiter. Dann wählte ich einen alten Grasweg nach links, der mich zur Schönaualm brachte (zwei Kaser). Hinter der zweiten Hütte begann dann der steile Aufstieg auf der Liftspur. Kurz vor der oberen Kante musste ich allerdings einige kleine Serpentinen einlegen, so steil ist dort das Gelände. Von der Kante geht es dann weiter weglos den flachen Rücken hinauf zum Sudelfeldkopf bis zur neuen Liftstation. Anschließend gibt es kein Vorbeikommen an der Speckalm. Der Rückweg begann mit einem kurzen Abstecher zum Wasserspeicher, ehe es die Traverse auf der neuen Zufahrtstraße bergab ging. Kurz nach der Ostkurve verließ ich die Straße nach rechts auf die Piste und ging weglos bergab bis ich den Weg unten wieder tangierte. Der deutlich sichtbare „Ziehweg“ führt dann bis wenige Meter vor dem Parkplatz wieder nach Grafenherberg zurück.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Grafenherberg1088
Weidedurchlass Waldrand1210 0:271,04
Schönaualm1234 0:190,62
Holzbrücke Liftspur1305 0:180,61
Obere Kante Skihang1400 0:180,34
Kuppe Sudelfeldkopf1432 0:090,28
Speckalm1413 0:120,35
Ostkurve Zufahrt1306 0:191,21
Ende Skipiste1169 0:130,71
Parkplatz Grafenherberg1088 0:150,84
Anmerkungen:
Drei Ziele hatte ich mir für diese einfache Wanderung vorgenommen: die Weidealmen am Rosengassenhang zu erkunden, die Speckalm wieder einmal zu besuchen und die Veränderungen im Gelände durch den Bau des Wasserspeicher zu sehen. Das alles habe ich erreicht. Die richtigen Wandertouren liegen aber eigentlich außerhalb des Kerngebietes, in Richtung der beiden Traithen und zum Brünnstein, dessen war ich mir bewusst. So wurde es eine Tour, weitgehend weglos oder auf undeutlichen Spuren über die Pistenhänge, noch dazu völlig gefahrlos. Nur selten versperrt ein Zaun den Weg. Wen das nicht stört, für den ist es eine spannende Route, an manchen Stellen auch anstrengend. Auf dem größten Teil der Strecke ist man nahezu alleine und man kann völlig ungestört das atemberaubende Bergpanorama genießen. Andere Wanderer sieht man oft nur als weit entfernte Punkte im Gelände. Einzig allein auf der Speckalm bzw. Walleralm stehen Dutzende von Autos mit der entsprechenden Anzahl von Personen, die dort herumwuseln. Beide Almen sind so leistungsfähig, dass man das in der Bewirtung kaum mehr wahrnimmt. Das gilt natürlich auch für die Abschnitte entlang der Straße durch das Untere Sudelfeld.

Sudelfeldkopf. Ein neuer Lift führt herauf zu dieser Kuppe und unterstreicht den Charakter dieser Gegend: es ist ein Skigebiet. Ein Gipfelkreuz habe ich nicht gefunden. Dafür hat man von hier aus eine wunderbare Rundumsicht in die Berge.

Sehr gute Sicht hat man aber auch schon kurz nach Antritt der Strecke. Der Blick geht zurück nach Grafenherberg mit dem großen Parkplatz, dem Berggasthof und dem Wildapjoch im Hintergrund.

Etwas weiter links sieht man den Wendelstein und den kaum beachteten Lacherspitz. Unverkennbar sind auch für nicht so versierte Kenner der Gegend die Einrichtungen auf dem Stolz des Mangfallgebirges.

Nicht weniger beeindruckend ist der Blick weiter oben nach Süden zum „Dach des Sudelfeldes“, namentlich zum Großen Traithen, der dem Wendelstein die Schau stiehlt: er ist ein paar Meter höher.

Wegemarkierungen oder Wegweiser gibt es kaum. Einen solchen habe ich jedoch am Aufstieg zur Lacheralm entdeckt. Er ist gleichzeitig der Überstieg über einen festen Weidezaun.

Hat man ein solches Hindernis überwunden, geht es wieder frei weiter, z.B. über die Schöngratpiste. Mit gutem Willen kann man auf der Wiese die Spuren erkennen, denen man nachgehen sollte.

Irgendwann zweigt ein undeutlicher Querweg von der Piste ab, der zur Schönaualm führt, im Winter wohl auch als Ziehweg genutzt. Im Hintergrund zeigt sich der Kleine Traithen mit seinem steilen Nordgrat. Den muss man aber hinauf, wenn man die Runde machen möchte. Dahinter liegt dann die Fellalm.

Richtig anstrengend wird es am Aufstieg von der Schönaualm über die berüchtigte Rosengassenpiste zur Speckalm. Der offizielle Weg führt ein Stück nach links durch den Wald. Ich bin aber die Strecke direkt entlang der Liftspur gegangen, in manchen Karten als Steig ausgewiesen.

Zuvor aber noch ein Blick zurück zu den beiden Kasern der Schönaualm. Vier Almhütten gibt es noch am Rosengassenhang. Die beiden Schönau-Kaser, die Lamplalm und die Schindelbergalm. Keine ist für Wanderer geöffnet. Die Schindelbergalm hat mich allerdings etwas verwirrt. Es gibt dafür eine Internetseite mit Hinweisen auf Gastronomie. Damit ist aber eine Hütte gleichen Namens auf der anderen Seite des Berges gemeint. Was die beiden miteinander zu tun haben, weiß ich nicht.

Östlicher Kaser der Schönaualm. Er ist privat genutzt. Viele Almhütten gab es ehemals, nur wenige stehen noch und in der ursprünglichen Form sind noch weniger genutzt. Diese Hütte ist mir wegen einer Besonderheit aufgefallen. Sie hat unter dem Giebeldach zwei halbrunde Öffnungen die wirken, als hätte das Haus Augen.

Dann taucht sie auf, die Speckalm, bekannt wie ein bunter Hund. Augen hat sie keine, dafür aber eine sehr leistungsfähige Bewirtung für die vielen Besucher, die mit dem Auto oder mit dem Motorrad zu ihr hochkommen. Ich möchte aber die unmittelbar benachbarte Walleralm nicht unerwähnt lassen. Von der Gastronomie sind beide Häuser vergleichbar, nur – sie hat halt keinen so bekannten Namen.

Ein weiterer Grund für meine Wanderung war der Wasserspeicher zur Beschneiung der Pisten, den ich sehen wollte. Er wurde vor einiger Zeit gegen viele Widerstände gebaut. Mein Eindruck: natürlich hat das einen Eingriff in die Landschaft bedeutet, ebenso wie die Straße, die dafür im oberen Teil verlegt werden musste. Ich finde das aber weit weniger gravierend, als befürchtet. Den Charakter dieses Gebietes hat das nicht verändert.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018