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Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Benediktenwand



Benediktenwand

Benediktenwand – selbst die Kühe blicken respektvoll hinüber zu dem mächtigen Berg am westlichen Ende des Brauneckmassivs im Isarwinkel. Wer auf seinen Gipfel will, muss ordentlich Kondition mitbringen, egal von welcher Seite man aufsteigt. Im Bild: Südwestflanke der Benediktenwand vom Jochberg aus gesehen (Stand: Oktober 2016)

Schwierigkeit:65.3anstrengend (>40)
Tracklänge:25.8 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:7:45 h*lang (>5 h)
Höhensumme:1198 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Untergruppe Isarwinkel; Brauneck/Benediktenwand; Talort ist Benediktbeuern. Karte: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Isarwinkel, Benediktenwand oder Kompass Wanderkarte Nr. 06 (1:25000) – Walchensee, Kochelsee, Sylvenstein-Stausee.
Datum, Begleiter, Wetter
23.10.2016; Benno ist mit mir diese anstrengende Tour gegangen. Außer uns hatten sich noch viele andere Wanderer auf den Weg gemacht; eigentlich aber weniger als gedacht. Einige davon kamen – so wie ich das beobachtet hatte – über die Ostroute vom Brauneck, die meisten aber über die Nordroute ab Benediktbeuren. Letzteres bietet sich ganz besonders für eine Bike-und-Hike-Tour an, da man einen großen Teil der Strecke – bis zur Talstation der Materialseilbahn – sehr gut auf den Forst- und Versorgungswegen mit dem Mountainbike fahren kann. Dann aber muss man zu Fuß weiter. Es war eine stabile Föhnlage vorhergesagt, die es zwar gab, die aber bereits am frühen Nachmittag etwas einbrach. So herrschte anfangs noch Sonnenschein, später gab es viele Wolken. Auf freien Lagen blies kräftiger Wand, teilweise recht kühl bei Temperaturen nur wenig über Null Grad. Auf dem Rückweg am späteren Nachmittag versuchten uns sogar immer wieder einige Regentropfen zu ärgern.
Erreichte Gipfel
Benediktenwand (1801 m).
Alm(en), Hütt(en):
Tutzinger Hütte , In unmittelbarer Nähe der Tutzinger Hütte steht die Hausstattalm, ein modernes Berghaus, das Übernachtungs- und andere Gäste der Tutzinger Hütte aufnimmt. Etwas weiter östlich in dem Kessel liegt die Bergwachthütte. Am Aufstieg kommt man nahe an der Eibelsfleckhütte vorbei. Im Flusstal liegt die Söldnerhütte, eine private Hütte.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Waldparkplatz Weidach (vor und nach der Brücke gibt es Parkmöglichkeiten); Adresse: Am Weidach, 83671 Benediktbeuern, Ortsteil Gschwendt. Koordinaten: N = 47.699635, E = 11.422343; Geographische Daten: N = 47°41´58.7´´, E = 11°25´20.4´´; UTM-Daten: Z = 32T, E = 681737, N = 5285759.
Vom Parkplatz geht es über die Brücke des Lainbaches und dann nach links, immer dem Bach entlang. Man befindet sich die nächsten fünf Kilometer auf dem „Wildbach-Lehrpfad“. Aktuell werden die Informationen erneuert; die Tafeln stehen bereits, aber ohne Beschriftung. Es geht mehrfach über Brücken und vorbei an der Söldneralm. Am Wegepunkt „Am Elend“ gibt es gerade eine größere Baustelle, wegen der eine Furt durch den Bach gebaut ist. Ansonsten führt ein schmaler Steig darüber hinweg und mündet auf einen ehemaligen steilen Karrenweg. Durch Geländeabbrüche ist davon an manchen Stellen aber nur mehr ein Steig übrig. Weiter oben erreicht man dann wieder die gut ausgebaute Forststraße, die mit zwei kleinen Abkürzungen, vorbei an der Eibelsfleckalm, bis zur Talstation des Materialliftes führt. Kurz vorher zweigt man links ab und geht den steilen Steig in etlichen Serpentinen zur Tutzinger Hütte. Dort führt der Weg noch ein Stück in Richtung Felswand weiter und teilt sich dann nach links oder rechts. Beide Richtungen führen zum Gipfel und sind auch so ausgeschildert. Wir wählten den Weg nach rechts und kamen dann in einigen Serpentinen auf die Westkante der Benediktenwand. Weiter geht es vorbei an der Einmündung des Steiges vom Pessenbacher Schneid. Durch Latschen führt der Pfad nunmehr etwas kurvig mit kleineren Bergauf/Bergab-Passagen zum Gipfel. Der Rückweg erfolgte auf der gleichen Strecke.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
PP Am Weidach Benediktbeuern662
Söldneralm809 0:543,99
„Am Elend“ (Baustelle)973 0:271.19
„Tutzinger Blick“ Eibelsfelckalm1132 0:443.20
Tutzinger Hütte1325 0:381.58
Dreieck Pessenbacher Steig1559 0:511.63
Gipfel Benediktenwand1801 1:001.30
Dreieck Pessenbacher Steig1559 0:461.28
Tutzinger Hütte1325 0:331.75
„Tutzinger Blick“ Eibelsfelckalm1132 0:231.53
„Am Elend“ (Baustelle)973 0:363.20
PP Am Weidach Benediktbeuern662 0:535.20
Anmerkungen:
Die Benediktenwand ist ohne Zweifel eine „Königsetappe“ der Bayerischen Voralpen. Ich hatte sie schon lange auf meiner Wunschliste. Allerdings habe ich sie immer wieder zurückgestellt, da mir bewusst war, welche Anstrengung das werden würde. Kurz vor Ende der Wandersaison 2016 gab es dann keinen Grund mehr, die Tour nicht zu gehen. Sie erwies sich tatsächlich als die erwartet anstrengende Wanderung, aber ohne großes Gefahrenpotenzial machbar. Kein Wunder, es handelt sich immerhin um fast 1200 Höhenmeter mit einer Strecke von etwa 25 km. Allerdings sind davon etwa 10 km „Anmarsch- und Rückweg“ mit nur geringer Steigung bis zum Wegepunkt „Am Elend“, was die Sache auch nicht leichter macht. Erschwerend kam an unserem Wandertag hinzu, dass ab der Tutzinger Hütte die Wege zu weiten Teilen etwas vereist waren, was erhöhte Aufmerksamkeit und damit zusätzlich Anstrengung beim Gehen erforderte. Wer sich stark genug fühlt, kann ab der Tutzinger Hütte sogar den Rundweg wählen mit Aufstieg über den Westgrat und Abstieg über den Rotöhrsattel, gerne auch umgekehrt. Alles in allem: es ist eine Tour, auf die man (gerade als Senior) konditionell gut vorbereitet sein sollte. Wenn man dann noch einen Tag mit trockenen Wegen und mit guter Fernsicht erwischt, wird es ein perfekter Wandertag. Ein Garant dafür ist nicht zuletzt auch die Tutzinger Hütte, die ideale Einkehrmöglichkeit. Die Steinböcke – von denen es dort oben etwa 100 Stück gibt – hatten keine Lust, sich uns zu zeigen.

Mächtiges Gipfelkreuz auf der Benediktenwand. Der Gipfel ist weitgehend frei und bietet deshalb beste Fernsicht in alle Himmelsrichtungen. Allerdings pfeift der Wind beizeiten gehörig über den Kamm.

Die Felswand ragt an ihrer Nordseite (ab der Tutzinger Hütte) knapp 500 m senkrecht auf. Klettertouren hat es aber kaum welche, weil dafür das Gestein zu brüchig ist. Die Nordwand ist fast vegetationsfrei, die Südflanke hat einen geschlossenen Latschenbewuchs.

Nur wenige Meter unter dem Gipfelkreuz steht eine Biwak-Schachtel. Am Wandertag hatten darin etliche Personen für kurze Zeit vor dem heftigen Föhnsturm Schutz gesucht.

Ein Wandersteig geht ab der Tutzinger Hütte in beiden Richtungen (West und Ost) zum Gipfel, sozusagen ein Rundweg. Die Ostroute ist rot eingestuft, die Westroute blau. Allerdings ist „blau“ deutlich untertrieben. Die Wanderer sollten sich bewusst sein, dass auch der Westaufstieg kein Spazierweg ist.

Oben angekommen geht der Blick rundum, zunächst nach Nordosten zu den „Tölzer Hausbergen“ Zwieselberg, Blomberg und Heigelkopf (von links). Der Starnberger See und all die anderen Orte bis München sind bei gutem Wetter bestens zu erkennen.

Aus Südosten grüßen die Blauberge (mit der Halser Spitze), der Schildenstein, und das Rofangebirge mit dem Guffert und den Unnützbergen (letztere östlich des Achensees).

Direkt im Süden zeigt sich das Karwendelgebirge mit seinen unzähligen Spitzen. Im Bild ist der östliche Teil zu sehen mit Juifen und der gesamten „Engkette“, beginnend mit dem Schafreither.

Vom Westaufstieg nach unten sieht man die Umgebung der Tutzinger Hütte mit ihrem Ableger, der Hausstattalm und dem nördlichen Anbau, der Bergstation des Materialliftes. Rechts – etwas versteckt – liegt die Hütte der Bergwacht.

Hausstattalm, ein Nebengebäude der Tutzinger Hütte – 2010 nach der Zerstörung durch eine Lawine neu erbaut. Sie beherbergt vor allem Zimmer und Bettenlager, aber auch einen Seminarraum.

Almhütte der Eibelsfleckalm. Das Gebäude ist ungewöhnlich groß. Vermutlich hatte es dort früher einen größeren Stall für Milchkühe gegeben, einschließlich des nötigen „Melk-Equipments“ zur Lagerung und Verarbeitung der Milch.

Gelände der Eibelsfleckalm. Rechts ist die Alm zu sehen, links liegt ein weiteres Gebäude, das Unterkunftshaus der Penzberger Wanderfreunde.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018