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Wanderungen

Nusslberg



Nusslberg

Nußlberg und vordere Gießenbachklamm – eine technisch leichte Rundwanderung im südöstlichsten Teil des Mangfallgebirges im Dreieck Oberaudorf, Kiefersfelden, Mühlau. Gleichwohl ist die Tour sehr abwechslungsreich und die Liste der bemerkenswerten Wegepunkte sehr lang. Im Bild: sanfte Südflanke des Nußlberges aus dem Tal des Kieferbaches gesehen. An seiner Nordseite hat der Berg dann aber doch einen vergleichsweise steilen Gipfelbereich (Stand: Juli 2016)

Schwierigkeit:24.9leicht (<27.5)
Tracklänge:9.7 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:25 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:420 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, südöstliches Mangfallgebirge; westlich von Kiefersfelden, nördlich des Hechtsees. Karte: AV Digital 2016 (USB-Edition) 3D, Mangfallgebirge Ost, bzw. Kompass Wanderkarte Nr. 09 (1:25000), Kufstein, Walchsee, St. Johann in Tirol.
Datum, Begleiter, Wetter
17.07.2016; Alleingang; diese Aussage gilt aber trotz des nicht sehr guten Wetters nur für die Abschnitte im Karrertal und am Westaufstieg zum Nußlberg. Die Streckenteile im Tal, in der Klamm und rund um die Hütten waren sehr gut frequentiert. Es herrschte ein etwas unsicheres Wetter mit vielen Wolken und kühlen Temperaturen, wobei die Gefahr von Regen stets bestand. Die Luft war aber sehr frisch und durch den vorangegangenen Regen sehr rein. Insgesamt konnte man gut wandern.
Erreichte Gipfel
Nußlberg (882 m)
Alm(en), Hütt(en):
Schopperalm , Kurzenwirt, Wasserrad Bleiersag (537 m), Kraftwerk Gießenbach (555 m), Anwesen Karr (640 m), Ortschaft Dörfl (630 m) Gipfel Nußlberg mit Annakapelle, Klause, Hütte (880 m), Baumgartenhof (615 m), Andreaskapelle (560 m).
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Hechtsee Nord; Adresse: Thierseestraße 127, 83088 Kiefersfelden. Koordinaten: N = 47.614833, E = 12.164747; Geographische Daten: N = 47°36´53.4´´, E = 12°09´53.1´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 286941, N = 5277387. Ein alternativer Parkplatz wäre Dörfl, von dem aus die gleiche Tour zu gehen ist, allerdings mit einer anderen Reihenfolge der Wegepunkte.
Vom Parkplatz „Hechtsee Nord“ geht man die Straße entlang flussaufwärts bis zum Wasserrad „Bleiersag“. Ab dort beginnt die Klamm mit einem längeren Flachstück, zunächst östlich des Baches, dann westlich des Baches. Ab dem Kraftwerksgebäude führt ein Steig mit hölzernen Treppenstufen steil nach oben, ehe es dann auf einem gut gesicherten Steig an der Wand weitergeht. Später überquert man nahe der Staumauer die Klamm erneut und kommt bald darauf zur Schopperalm. Weiter geht es in gleicher Richtung bergauf, ehe man nach zwei Kehren auf eine Querstraße kommt, an der man nach rechts geht. Kurz darauf zweigt die Straße nach links ab und führt leicht bergab, erst nach Karr, dann vorbei an dem zweiten Parkplatz bis zur Ortschaft Dörfl. Dort zweigt man nach rechts ab und kommt nach einem längeren, steileren Bergstück direkt auf den Nußlberg. In gleicher Richtung geht es nunmehr bergab, ehe man nach einem längeren Querstück erst durch den Wald, dann über eine Almwiese zum Baumgartenhof kommt. Ein kurzes Stück geht es links auf der Straße, dann gleich wieder nach rechts abbiegen. Im Wald kommt man an der Andreaskapelle vorbei zum Kurzenhof. An der Ostseite des Anwesens geht ein Weg bergab, über die Wiese und führt direkt zum Parkplatz bzw. zuerst über die Bahn bzw. über die Straße. Die Strecken sind nicht markiert, aber mit Wegweisern gut zu finden.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Hechtsee Nord525
Wasserrad Bleiersag537 0:18
Kraftwerk Gießenbach555 0:16
Schopperalm625 0:19
Abzw. Karrertal672 0:19
Abzw. Dörfl635 0:26
Gipfel Nußlberg880 0:40
Baumgartenhof615 0:39
Kurzenhof535 0:16
Parkplatz Hechtsee Nord525 0:12
Anmerkungen:
Es ist zweifellos eine einfach zu gehende Strecke, nicht allzu lange und insgesamt nur wenige Höhenmeter. Sie kann daher durchaus auch Familien mit kleineren Kindern empfohlen werden, zumal es mehrere Möglichkeiten zur Abkürzung gibt, unter einem anderen Streckenverlauf natürlich. Man könnte sie sogar auch noch mit einem 3 km langen Rundgang um den Hechtsee erweitern. Aber es ist dennoch eine Tour in den Alpen mit zuweilen etwas steileren Passagen auf holprigen Pfaden. Das Besondere daran sind aber die vielen Wegepunkte, an denen es etwas zu Sehen und Staunen gibt (siehe auch die anliegenden Fotos): man sieht in der Klamm die neuere und die alte Form der Nutzung von Wasserkraft, man sieht zwei Kapellen mit ihren unterschiedlichen Geschichten, man sieht etliche Anwesen und spürt deren aktuellen oder vergangenen Glanz und man kommt zu zwei völlig verschiedenen Einkehrmöglichkeiten. Passend zu den vielen religiösen Stationen sind auch die beiden Kreuzwege am West- und am Ostaufstieg zum Berg mit den wunderschön bemalten Blechtafeln. Während die an der Ostseite neu renoviert sind, haben die an der Westseite das noch vor sich. Die Tour mögen andere ob der Einfachheit wegen vielleicht etwas geringschätzen, langweilig ist sie bestimmt nicht.

Ein Hauptteil der Wanderung ist der Aufstieg zum Nußlberg mit seinem nach Osten offenen Gipfelbereich. Dadurch hat man bei gutem Wetter eine Fernsicht in den Zahmen Kaiser. Nur ein etwas schüchternes Gipfelkreuz aus Holz markiert die Stelle, es steht nicht einmal an der höchsten Stelle des Berges.

Der zweite Hauptteil dieser Wanderung ist die Strecke durch die Gießenbachklamm. Im Kernstück führt ein gut gesicherter Steig etwa 25 m über dem Grund an der Wand entlang.

Am Eingang in die Klamm steht das „Bleiersag-Wasserrad“ das wohl größte, noch laufende Wasserrad in Bayern. Es hat eine Fallhöhe von 7 Meter, dreht sich 4mal/Minute und bringt (brachte) eine Leistung von 18 KW. Die Wasserzufuhr erfolgt durch eine nicht sichtbare Druckwasserleitung aus einem kleinen Wehr etwas oberhalb. Früher versorgte es – wie der Name sagt – eine Holzsäge mit Energie. Ob es aktuell noch zur Energiegewinnung dient, war nicht zu erkennen, vermutlich nicht.

Weiter oben in der Klamm steht ein neueres Turbinenkraftwerk, von dem man nur ein leises Surren der Maschinen hört. Es leistet etwa 180 KW …

… und wird mit Wasser aus einem kleinen Speichersee nahe der Schopperalm gespeist. Ein nachteiliger ökologischer Einfluss dieser Energiegewinnung auf die Klamm ist beim besten Willen nicht zu erkennen.

Almfläche der Schopperalm mit ihren Gebäuden. Sie bestand wohl ursprünglich aus dem Wohngebäude und dem Stall. Erst jüngeren Datums ist der dazwischen liegende, scheunenarte Bau, in dem die Gaststuben und die Theke untergebracht sind.

Sicher schon etwas älter ist das schöne Almkreuz, das oberhalb der Almgebäude steht. In Verbindung mit der Ruhebank ist das ein Ort der Besinnung und Einkehr, ursprünglich wohl für das Almpersonal, jetzt aber auch für Wanderer gedacht.

Nach einer kurzen Wanderung durch den Wald kommt man zu dem Anwesen Karr. Ob das wunderschöne 3-geschoßige Haus mit dem Holzaufsatz auf einem gemauerten Sockel noch vom früheren Eigentümer genutzt wird, ist fraglich; ein Bauernhof ist jedenfalls nicht mehr.

Das Anwesen ist in dem Tal aber nicht alleine: etwas weiter talwärts liegt die recht lebendige Ortschaft Dörfl. Im Winter ist dort eine Langlaufloipe in Betrieb, wie entsprechende Schilder bekunden.

Kernstück des offenen Gipfelbereiches des Nußlberges ist die „Besiedlung“, zunächst mit der Annakapelle. Sie ist in gutem Zustand und erlebt alljährlich das Annafest mit allem Drum und Dran. Ansonsten aber ist die Kapelle geschlossen.

Unweit der Kapelle steht die Nußlbergklause. Der letzte Einsiedlermönch lebte dort bis 1941; seither ist das Gebäude leerstehend.

Nußlberghütte, privat genutzt. Es wird geduldet, wenn Wanderer die Holztische und Bänke für eine Rast nutzen. Allerdings erwartet man – was offenbar nicht selbstverständlich ist – dass sie ihren Abfall wieder mitnehmen.

Berggasthaus Baumgartenhof. Ein sehr stattliches Gebäude, aktuell aber geschlossen. Die umfangreichen Renovierungsarbeiten lassen erwarten, dass es wohl in absehbarer Zeit wieder geöffnet werden wird.

Andreaskapelle, die Hauskapelle der Kurzenhöfe. Ursprünglich stand diese Kapelle als „Labert-Kapelle“ im Tal zwischen der Marblinger Höhe und der Thiersee-Ache (Kieferbach). Nachdem sie dort aber immer wieder von Hochwasser beschädigt wurde, war man es leid und erbaute sie als Andreaskapelle einige Meter über dem Tal am Südhang des Nußlberges völlig neu.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018