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Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Taubenberg



Taubenberg

Taubenberg im Mangfallgebiet – ein bekannter und beliebter Berg im Voralpengebiet. Er eignet sich bestens für eine Wanderung mit guter Fernsicht in die eigentlichen Berge. Interessant ist die Gegend aber auch, weil die Stadt München von dort überwiegend ihr Trinkwasser bezieht. Der Turm kann im Sommer bestiegen werden, den Schlüssel muss man sich gegen Pfand am Gasthof ausleihen

Schwierigkeit:31.5mittel (27.5-40)
Tracklänge:16.0 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:3:45 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:400 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, eigentlich noch Voralpengebiet. Das Wandergebiet liegt nahe der Autobahn München-Salzburg, östlich von Holzkirchen, westlich der Mangfall. Talort ist Osterwarngau bzw. Warngau. Karte: Kompass Wanderkarte Nr. 181, Rosenheim Bad Aibling.
Datum, Begleiter, Wetter
08.05.2015; Tassilo und Sepp haben mich begleitet. In dem weitgefächerten Netz an Wanderwegen trafen wir immer wieder andere Personen, vor allem etliche Biker. Nahe des Berggasthofes tummelten sich auch einige Mütter mit ihren jungen Kindern. Es herrschte schönes, sonniges Frühlingswetter mit Temperaturen um 20 °C; nur wenige Wolken trübten das Bild. Unerwarteter Weise kam keine gute Fernsicht zustande: Blütenstaub (von Fichten) und andere Stoffe bremsten die Fernsicht ziemlich ein.
Erreichte Gipfel
Taubenberg (896 m)
Alm(en), Hütt(en):
Berggasthof Taubenberg , Andere Hütten gibt es in dem Gebiet nicht mit Ausnahme von Nüchternbrunn, das aus einer Kirche, einer Klause und einer hölzernen Schutzhütte besteht.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz am Waldrand Osterwarngau. Adresse: Nüchternbrunnweg 22, 83627 Warngau. Koordinaten: N = 47.839757, E = 11.739917; UTM-Daten: Z = 32T, E = 705010, N = 5302125.
Vom Parkplatz geht es den Forstweg weiter geradeaus, etwas später mit einer Abzweigung zur „Grüne Marter“. Dort links abzweigen und wieder leicht bergab zur „Weiße Marter“, einem Kreuzungspunkt. Anschließend wählten wir einen deutlich sichtbaren, aber wenig benutzten Weg, der später immer undeutlicher wurde und uns dann fast weglos bergab führte bis wir auf den Wanderweg trafen, der von Thalheim kommt. Mangels eines Wegweisers gingen wir ein Stück weiter am Bach entlang bergab, in der Erwartung, einen Querweg zu treffen, der uns zur Fahrtstraße zum Berggasthof führen sollte. Aber diesen Weg gibt es offenbar nicht mehr; also kehrten wir um und gingen wieder bergauf bis zur Beilbrücke. Dort überquerten wir den Bach und folgten den Wegweisern nach „Nüchternbrunn“ und weiter bis zum Gasthof Taubenberg. Vom Gasthof ging es westwärts bergauf vorbei an der Christophkapelle bis zum Taubenbergturm. Nach der Besichtigung musste einer von uns wieder zurück zum Gasthof, um den ausgeliehenen Schlüssel zurück zu bringen. Anschließend ging es am Turm vorbei, über den Wegpunkt „Drei Kreuze“ bergab in Richtung „Nüchternbrunn“. Kurz zuvor zweigt der „Taferlweg“ nach links ab, der direkt zurück zum Parkplatz führt.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Osterwarngau724
„Grüne Marter“806 0:20
„Weiße Marter“777 0:10
Einmündung auf Talweg716 0:25
Beilbrücke725 0:20
„Nüchternbrunn“755 0:19
Berggasthof Taubenberg824 0:33
Taubenbergturm896 0:15
Taubenbergturm896 0:49
Wegpunkt „Drei Kreuze“880 0:11
Abzw. Taferlweg829 0:08
Parkplatz Osterwarngau724 0:16
Anmerkungen:
Der gesamte Taubenberg zwischen der Mangfall im Osten und der Ebene um Warngau ist ein riesiges Wasserschutzgebiet, aus dem die Stadt München einen großen Teil ihres Trinkwassers bezieht. Um etwa 1880 begann die Wassernutzung, technisch umgesetzt von Max von Pettenkofer. Dies war begleitet von großflächigem Landkauf, der dazu führte, dass 2/3 der Fläche der etwa 1800 ha im Eigentum der Stadt München sind. Mit dem Landkauf wurden etliche Höfe und ein ganzes Dorf platt gemacht und die damals freien Weideflächen aufgeforstet. Wie man sich denken kann, war die Vorgehensweise damals nicht sehr zimperlich, die Interessen der ansässigen Bevölkerung fanden keine Berücksichtigung. Auch heute noch erweitern sich die Schutzauflagen, immer größere Gebiete werden eingezogen. Das macht die dortige Bevölkerung nicht gerade zu Freunden Münchens. Gleichwohl, es ist ein schnell zu erreichendes Wandergebiet, in dem es viel zu sehen gibt. Wandertechnisch sind die Strecken einfach zu gehen. Gute Wanderwege führen netzartig durch das Gelände, die man aber tunlichst nicht verlassen sollte. Alte Karten haben noch Strecken eingezeichnet, die es nicht mehr gibt und die dann recht unangenehm werden in dem weitgehend nassen und sumpfigen Gelände. Im gesamten Gebiet kann man viele religiöse Stätten noch erkennen. Erhalten sind davon die Einsiedelei „Nüchternbrunn“ und die Christophkapelle. Ansonsten gibt es etliche Marterl und den Pilgerweg „Taferlweg“, der seinen Namen wohl von den vielen Kreuzwegstationen und anderen Bildtaferln hat. Letztere sind allerdings nicht sehr auffallend und von künstlerisch geringem Wert.

In dem aufgeforsteten, ehemaligen Almgelände gibt es jetzt nur noch wenige offene Stellen. Sie dienen hauptsächlich der Wildäsung.

Das nach Osten zur Mangfall leicht geneigte Gelände weist viele kleine Bäche, Rinnsale und Moorflächen auf. Das sind beste Voraussetzungen zur Gewinnung von Trinkwasser.

Etliche religiöse Stätten kann man in dem alten Kulturland noch antreffen z. B. die Wallfahrtskirche bzw. Einsiedelei „Nüchternbrunn“. Sie gibt es seit etwa 400 Jahren, ist zweimal abgebrannt und wieder aufgebaut worden. Im Bild: die kleine Kirche mit der seitlich angebauten Sakristei und die daneben stehende Klause. Dort haben im wieder Einsiedler gewohnt; der letzte ist 1961 verstorben und unweit der Kirche beerdigt.

Auf der kleinen Lichtung am „Nüchternbrunnen“ gibt es neben vielen Sitzbänken auch eine Schutzhütte aus Holz mit einem Tisch und einer Bank. Statt des üblichen Gipfelbuches liegt dort ein Ordner mit Schutzhüllen in dem viele Sprüche und Wünsche eingetragen sind. Man sollte sie unbedingt durchsehen, es sind ganz lustige Anmerkungen dabei.

Die schmucke, kleine Christophkapelle steht am Aufstieg vom Gasthof zum Taubenbergturm. Dort feierten über viele Jahre Münchner Turner (MTV) ihr Turnerfest.

„Weiße Marter“ ein Steinmarterl mit kleinen Bildern; allerdings schon etwas in die Jahre gekommen.

Spielplatz am Gasthof Taubenberg. Das ökologisch bewirtschaftete Anwesen bietet nicht nur die entsprechenden Speisen an, sondern hat auch seine unmittelbare Umgebung so gestaltet, z.B. den großen Kinderspielplatz und weitere Möglichkeiten zur Rast und zur Erfahrung der Natur.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 06.06.2018