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Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Streicher



Streicher

Streicher – kurzer, aber knackiger Aufstieg zu dem exponierten Aussichtsberg zwischen Ruhpolding und Inzell. Der Rückweg geht dann nach Westen und ist zwar länger, aber gemütlicher. Im Bild: Blick von der Fahrrieskapelle auf den sehr steilen Nordabbruch des Streichers (Stand: September 2018)

Schwierigkeit:42.9anstrengend (>40)
Tracklänge:13.4 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:15 h*lang (>5 h)
Höhensumme:920 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Ruhpoldinger Berge Ost (Rauschberggruppe). Man könnte den Berg aber auch als den westlichen Teil der Kienberggruppe ansehen. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 14, Berchtesgadener Land und Chiemgauer Alpen; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen Ost, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
28.09.2018; Alleingang. Dank des guten Wetters waren auch noch einige andere Wanderer unterwegs, eigentlich nur Personen, denen der steile Aufstieg nur ein Training bedeutete. Die meisten Wanderer habe ich dann – natürlich – auf der Moaralm gesehen. Es herrschte spätsommerliches Hochdruckwetter mit überwiegend blauem Himmel. Erst nachmittags zogen einige Wolken auf. Morgens war es noch sehr frisch und es lag starker Tau. Dieser hielt sich in den Latschen noch sehr lange und erforderte an schattigen Stellen des Anstiegs durch die Schneegrube permanente Konzentration wegen der Rutschgefahr. Die Fernsicht vom Gipfel war sehr gut, aber leicht diesig.
Erreichte Gipfel
Streicher (1594 m); das ist der höchste Punkt der Tour.
Alm(en), Hütt(en):
Moaralm (Inzell), Fahrrieskapelle am Aufstieg und auch am Rückweg. Der Rückweg führte dann außerdem noch an der Inzeller Skihütte und an der Kienbergalm vorbei. Der Abstecher zur Moaralm geht durch den Ort Schmelz mit seinen Anwesen.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Schmelz West, direkt an der B 305 gibt es einige Parkplatz an einem Holzlagerplatz und auch auf der anderen Straßenseite. Ansonsten liegt weiter westlich ein zweiter Parkplatz und auch im Ort selbst kann man recht gut parken. Adresse (unpräzise): Schmelz, D-83334 Inzell. Koordinaten: N = 47.749913, E = 12.725504; Geographische Daten: N = 47°44´59.7´´, E = 12°43´31.8´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 329519, N = 5291010; Gauß-Krüger: R-E = 4554508.187, H-N = 5290433.785.
Am Parkplatz überquert man die Bundesstraße und dann geht es sofort auf einem ausgewaschenen, steinigen Pfad steil bergauf. Nach einer Weile taucht die Fahrrieskapelle auf. Dort beginnt der lange, fast gerade „Knappensteig“, der schräg am Hang entlang, ständig steil nach oben führt. An einer ehemaligen Hütte (die man aber kaum noch erkennt) beginnt ein Schotterfeld, das man kreuzt und weiter an diesem entlang durch Latschen aufsteigt, nunmehr nach Süden. Später wendet sich die Route nach Westen und geht durch die Schneegrube – immer noch weiter steiler werdend – hinauf auf den Streichersattel. Von dort ist nur noch ein kurzes, einfaches Stück zum Gipfel. Der Rückweg geht zunächst zurück zum Sattel, dann aber nicht in den Steilhang, sondern geradeaus weiter. Kurz darauf passiert man die Inzeller Skihütte. Undeutlichen Spuren folgend geht es leicht bergab bis zur Kienbergalm. Dort mündet man auf einen Versorgungsweg ein und folgt diesem nach Norden. Zunächst geht es am Kienbergsattel vorbei, dann recht steil und in vielen Kurven zwischen Großem Rauschberg und Streicher immer bergab. Weiter unten kann man die Versorgungsstraße auf einen Abkürzungssteig nach rechts verlassen, der unten auf den Verbindungsweg zur Fahrrieskappelle bzw. nach Schmelz wieder einmündet. Anschließend geht es teilweise sogar nochmals leicht bergauf, im Wesentlichen aber quer zum Hang dahin. Ab der Kapelle führt der Abstieg nun dem „SalzAlpensteig“ entlang, der zunächst im spitzen Winkel fast parallel zum Aufstiegsweg ins Tal geht. Er überquert die Bundesstraße und führt in die Ortsmitte. Dort geht man über einen Parkplatz hinweg nach rechts, unter der Straßenbrücke durch und dem folgenden Spielplatz entlang, leicht ansteigend ins Tal hinein. Nach einer nochmaligen Abzweigung nach rechts taucht dann recht bald die Moaralm auf. Der Rückweg erfolgt in den Ort, auf der Straße nach Westen bergauf und noch ein kurzes Stück an der Bundesstraße entlang zum Parkplatz.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Schmelz West773
Fahrriesboden-Kapelle860 0:150,78
Kleine Kehre Knappensteig1098 0:451,38
Beginn Geröllfeld1180 0:150,41
Streichersattel1541 1:141,57
Gipfel Streicher1594 0:100,21
Kienbergalm1433 0:251,27
Kienbergsattel1424 0:060,39
Abzw. Pfad1010 0:342,00
Wegedreieck Talnähe924 0:140,92
Fahrriesboden-Kapelle860 0:301,99
Ortsmitte Schmelz760 0:150,60
Moaralm Inzell802 0:150,66
Parkplatz Schmelz West773 0:171,18
Anmerkungen:
Von der Steilheit des Aufstiegs zum Streicher wusste ich, auch dass es zwar anstrengend, aber nicht gefährlich wäre. Bequem ist der Aufstieg an keiner Stelle. Tatsächlich ging dann die größte Gefahr im oberen Teil von den nassen und rutschigen Stellen aus. Es ist besonders anstrengend, wenn man bei jedem Schritt erst prüfen muss, ab man auch einen guten Halt hat. Die zwei oder drei Felsstufen, bei denen man alle Viere einsetzen muss, ist keiner weiteren Erwähnung wert. Deshalb waren wohl nur die guten Geher unterwegs, die diesen Berg als Trainingsgelände nutzten. Mir hat vor allem die sehr gute Fernsicht vom Gipfel aus imponiert, die ich als Lohn für die Anstrengung angesehen habe. Für den Rückweg wählte ich dann die einfachere Strecke als Rundweg. Die Einkehr in die etwas abseits liegende Moaralm hatte ich schon vorher geplant.

Den freien Gipfel des Streichers ziert ein sehr hohes, schlankes Kreuz aus Metall. Im gepflegten Gipfelbuch fanden sich nur wenige Einträge der zurück liegenden Wochen.

Im letzten Drittel des Aufstiegs muss man durch ein wildes, steiles Kar bis man auf den weitläufigen Sattel kommt. Die letzten Meter zum Gipfel sind dann völlig unproblematisch. Der Ausdruck „Knappensteig“, die wilde Geröllhalde und auch der Ortsname „Schmelz“ sind noch Zeugen der bergbaulichen Vergangenheit dieses Berges.

Fahrriesboden-Kapelle; sie steht weiter unten am Berg. Auch sie kann man noch dem Bergbau zuordnen. Sie ist offen, hat einige Kirchenstühle und man kann eine Weile dort sitzen – wenn man möchte. Vermutlich ist sie Ort von so mancher Bergmesse.

Erster Blickfang am Gipfel ist der westliche Nachbar, der Große Rauschberg. Er ist deutlich höher und durch ein wildes Kar geteilt, das man auch zum weglosen Abstieg nutzen kann.

Rechts neben dem Großen Rauschberg erblickt man über Ruhpolding hinweg den Hochfelln mit seinen markanten Gebäuden, der Tabor-Kapelle, dem Hochfellnhaus und dem Seilbahngebäude.

Nach Süden geht der Blick über die Kienbergalm hinweg zum Stolz der Chiemgauer Alpen, dem Sonntagshorn mit seinen beiden Nachbarn Aibleck (links) und Weitlahnerkopf (rechts). Aber auch noch in allen anderen Himmelsrichtungen kann man viele Berge sehen.

Natürlich sieht man auch das wunderschöne Inzell, tief drunten im Tal. Bei solchen Anblicken denkt man nicht mehr an die Anstrengungen beim Aufstieg.

Kienbergalm (rechts) mit ihrem unverwechselbaren, steilen Dach. Zu ihr kommt man nicht direkt hin, man zweigt einige Meter vorher ab.

Inzeller Skihütte, knapp unterhalb des Streichersattels. Frieren braucht im kommenden Winter wohl keiner, es ist genügend Holz zu Heizen da.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 20.10.2018