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Wanderungen

Farmleitenkopf



Farmleitenkopf

Farmleitenkopf – der unbekannte und schwer zugängliche Grenzberg am Fellhornmassiv südlich von Reit im Winkl gibt den Namen für diese Rundtour. Die Wanderstrecken entlang der Grenze zur Zwerchenbergalm sind ebenso unbekannt und kaum begangen. Foto: Blick vom gegenüber liegenden Wetterkreuz über Blindau hinweg auf das durchwanderte Gebiet (Stand: September 2018)

Schwierigkeit:38.3mittel (27.5-40)
Tracklänge:13.4 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:45 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:769 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe „Südliche Chiemgauer Berge“; das Wandergebiet liegt südlich von Reit im Winkl und erstreckt sich bis zur Grenze nach Tirol. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 10 „Chiemsee“; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen Mitte, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
09.09.2018; Alleingang. Das gilt für den Aufstieg zum Farmleitenkopf und den Abstieg zur Zwerchenbergalm in besonderer Weise. Dort konnte man sicher sein, wirklich niemand anzutreffen. Auch am Aufstieg zur Hindenburghütte war ich alleine; der Shuttle-Dienst fuhr aber mit Passagieren kräftig hin und her. An der Hindenburghütte, auf der Strecke durch die Hemmersuppenalm und auf dem Sulzner-Kaser herrschte dann reger Betrieb. Auf der Zwerchenbergalm ging der Tagesbetrieb um etwa 15:00 Uhr mit nur noch wenigen Gästen zu Ende. Es herrschte spätsommerlicher Hochdruck mit überwiegender Sonne. Morgens war es recht frisch mit kräftigem Tau, der sich an schattigen Stellen recht lang hielt. Nur wenige Schleierwolken trübten das Blau des Himmels etwas ein. Die Temperaturen stiegen zwar gegen Mittag deutlich an, sie waren aber niemals unangenehm hoch. Ab und zu wehte ein leichter Wind.
Erreichte Gipfel
Vorgesehen war es, den Gipfel des Farmleitenkopfes zu besteigen, auch wenn er nicht besonders attraktiv ist. Nachdem ich aber keine passende Aufstiegsspur fand, ließ ich es bleiben. Der höchste Punkt der Tour lag deshalb mit 1397 Meter am Fuß des Gipfels des Farmleitenkopfes.
Alm(en), Hütt(en):
Sulzner-Kaser, Zwerchenbergalm, Hindenburghütte , Außer den drei Einkehrhütten ist noch die Gschwendalm, die SV-Hütte Demel-Kaser und die Forsthütte am Demel-Kaser zu nennen.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz „Hindenburghütte“ in Blindau. Vom Parkplatz gibt es einen privaten Shuttle-Dienst für 7.20 € zur Hindenburghütte. Parkplatz-Adresse: Fellhornweg, D-83242 Reit im Winkl. Koordinaten: N = 47.660666, E = 12.479216; Geographische Daten: N = 47°39´38.4´´, E = 12°28´45.2´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 310737, N = 5281664; Gauß-Krüger: R-E = 4536101.767, H-N = 5280367.238.
Vom Parkplatz geht es die betonierte Straße hoch zur Hindenburghütte, vorbei an der Geschwendalm und am Demelkaser mit der Selbstversorgerhütte und dem Forsthaus. Anschließend verläuft der Weg auf der Hochfläche der Oberen Hemmersuppenalm bis zur Abzweigung zum Sulzner-Kaser. Mangels eines anderen Aufstiegswegs zum Farmleitenkopf ging es bis zur Kreuzung bei der Hindenburghütte zurück und dann nach links in Richtung Eggenalm/Straubinger Haus weiter. Nach etwa 1.5 km zweigt ein Karrenweg von der Versorgungsstraße nach rechts ab. Er führt in mehreren Kurven bis knapp unter den Gipfel des Farmleitenkopfes. Dort zweigt ein schmaler Pfad nach links zur Eggenalm ab, es geht aber nach rechts auf dem Karrenweg weiter. An diesem Punkt sind auch die wenigen alten Wegweiser zu sehen, neuere Schilder oder Markierungen gibt es nicht. Im Weiteren bleibt man auf dieser Spur mit ihren vielen Kurven und Kehren, die mal etwas deutlicher als Karrenweg, mal etwas schlechter als Pfad zu sehen ist. Bis zur Zwerchenbergalm änderte sich daran nichts. Nach der Zwerchenbergalm hat man die Wahl zwischen dem etwas kürzeren und einfacheren Zufahrtsweg oder dem steilen, teilweise ausgesetzten Steig durch den Steinbachgraben. Von Steigen hatte ich an diesem Tag genug, ich ging den einfacheren Weg. Das letzte Stück führt dann am Waldrand entlang zum Parkplatz zurück.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
PP Hindenburgh. Blindau725
Gschwendalm972 0:521.60
Hindenburghütte1214 0:341.40
Sulzner-Kaser1242 0:211,00
Kreuzung Hindenburghütte1205 0:171.20
Abzw. Farmleitenkopf1303 0:271.50
Farmleitenkopf (Ostfuß)1397 0:190.60
Dreieck Grenze1379 0:110.70
Zwerchenbergalm920 1:063.30
Einmü. Querweg808 0:211.10
PP Hindenburgh. Blindau725 0:191.00
Anmerkungen:
Eigentliches Ziel war der Besuch des Sulzner-Kasers und der Zwerchenbergalm, das habe ich erreicht. Zu dem ebenfalls noch vorgesehenen Aufstieg zum Gipfel des Farmleitenkopfes kam es nicht mehr. Als alternative Route hätte es ab dem Sulzner-Kaser nur den Aufstieg zur Eggenalm gegeben, das war mir zu weit. Den Weg nach rechts zum Farmleitenkopf – auf den ich gehofft hatte – gibt es nicht mehr: „da gehen nicht einmal wir Einheimischen“. Also musste ich zurück und eine andere Strecke suchen. Die Route entlang der Grenze bis zur Zwerchenbergalm hat dann nur ganz wenige alte Wegweiser. Die Strecke ist schon länger nicht mehr betreut. Aber gerade solche „versteckten“ Wege sind es, die mich besonders reizen. Und deshalb zählt diese Wanderung ganz bestimmt nicht zu den langweiligsten, die ich bisher gegangen bin.

Erstes Zwischenziel am Aufstieg zur Hindenburghütte ist die Geschwendalm mit ihrem wunderbaren Blick zu den gegenüber liegenden Bergen.

Ein weiterer Blick geht zurück ins Tal mit dem wunderschön gelegenen Reit im Winkl.

Dann ist man oben auf der Hindenburghütte. Es ist ein sehr rühriger Berggasthof, auf dem immer etwas los ist. In letzter Zeit hat er das Dach völlig erneuert und wohl auch das Erdgeschoss renoviert.

Vorher aber kommt man noch am Demel-Kaser vorbei. Die Selbstversorgerhütte des BRK Freising präsentiert sich ebenfalls in sehr gutem Zustand. Naja – Selbstversorger, das kann man leicht sagen, wenn ein großer Berggasthof nur zwei Minuten entfernt steht.

Unmittelbar neben dem Deml-Kaser steht noch das Forsthaus. Auch dieses sieht – wie alle anderen Forsteinrichtungen – sehr gut aus.

Dann geht es eine ganze Weile eben bzw. leicht wellig durch die riesige Obere Hemmersuppenalm dahin mit der bekannten Anna-Kapelle. Einzige bewirtete Alm ist aber nur der Sulzner-Kaser im westlichen Teil dieser Fläche, abgesehen von der Hindenburghütte, die auch noch dazu zählt.

Einsam und verlassen ist dann die weitere Wanderstrecke entlang der Grenze zu Tirol. Dort oben kommt wohl höchst selten so einer wie ich vorbei, vielleicht auch noch ein Jäger auf der Pirsch.

Ganz wenige, uralte Wegweiser aus Blech oder aus Holz sind aus alter Zeit noch verblieben. Aber sie sind sehr zuverlässig. Wenn ich so einen sehe, weiß ich wohin es geht, da braucht es kein GPS mehr.

Dann taucht sie auf, die Almfläche der Zwerchenbergalm, malerisch schön. Sie hat aber nur wenig Fläche zur Verfügung, auf der zudem auch nur wenig Gras wächst. In früheren Zeiten standen dort Kohlenmeiler, die wenigstens ein kleines Einkommen brachten.

Ein letzter Blick geht hinüber zum Geigelstein, dem König der westlichen Chiemgauer Berge, und zu seiner näheren Umgebung. Dann taucht man auf dem Weg zurück ins Tal wieder in den Wald ein.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018