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Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Steinplatte



Steinplatte

Steinplatte Waidring und Windbühl – zwei völlig verschiedene Touren am Stück. Wer kennt es nicht, das legendäre Skigebiet südlich der Winklmoosalm. Man kann dort aber auch im Sommer recht gut wandern. Und weil das noch nicht alles ist, folgt ein Abstecher zum einsamen, unbekannten Windbühl mit seiner guten Rundumsicht. Im Bild: der vergleichsweise flache Anstieg von Norden zur Steinplatte und der steile Abbruch nach Süden zu dem dort unten liegenden Waidring (Stand: Juli 2018)

Schwierigkeit:38.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:13.9 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:10 h*lang (>5 h)
Höhensumme:686 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Südliche Chiemgauer Berge; nördlich von Waidring, südlich der Winklmoosalm; Grenzgebiet zwischen den Ländern Tirol und Salzburg. Karten: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen Mitte, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
19.07.2018; Alleingang. Dank der Ferienzeit tummelten sich viele Ausflügler und auch einige Wanderer, insbesondere rund um die Kammerköralm. Manche sind sogar – dann aber mit guten Schuhen – bis zu den beiden Gipfeln aufgestiegen. Bei der Alm endet eine Gondelbahn aus Waidring, die natürlich viele Touristen auf den Berg bringt. Da überdies bis zur Kammerköralm eine asphaltierte Versorgungsstraße geht, fanden sich am Wandertag dort auch sehr viele E-Biker. Einige wenige Wanderer traf ich auch am zweiten, ruhigen Teil zur Brennhütte bzw. zum Windbühl. Es herrschte sommerliches Wetter, aber mit einigen Wolkenfeldern. Die Temperaturen stiegen gegen Nachmittag ordentlich an. Die Gefahr von Niederschlägen bestand nicht. Morgens behinderte noch starker Dunst die Fernsicht, was sich aber bis zum Nachmittag deutlich verbesserte. Gelegenheiten zur Fernsicht gibt es genug.
Erreichte Gipfel
Ostgipfel Steinplatte (1869 m), Westgipfel Steinplatte (1847m), Gipfel Windbühl (1513 m).
Alm(en), Hütt(en):
Kammerköralm, Stallenalm , Brennhütte, Die Steinplatte ist geprägt durch viele Skilifte und die Gondelbahn ab Waidring. Das hat natürlich viele Bauten an den Tal- und Bergstationen zur Folge einschließlich von Betriebsgebäuden. Besonders erwähnenswert ist der Triassic-Park mit seinen vielen baulichen Anlagen. Auch etliche Seen mit dem Wasser für die Beschneiung der Pisten finden sich im Gelände. Negativ fällt der Gasthof Steinplatte am Parkplatz auf. Er ist eine Baustelle, wohl schon sehr lange und ohne jede Aktivität. Am Fuße des Windbühls liegt die Durchkaseralm mit etwa 10 Hütten, viele davon nur mehr privat genutzt.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Steinplatte (die Zufuhr erfolgt auf einer Mautstraße, Gebühr: 8 €; dafür ist das Parken frei, außerdem gibt es ein einfaches WC); Adresse: Steinplatte 1, A-6384 Waidring/Tirol. Koordinaten: N = 47.613727, E = 12.559143; Geographische Daten: N = 47°36´49.4´´, E = 12°33´32.9´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 316573, N = 5276256; Gauß-Krüger: R-E = 4542142.944, H-N = 5275188.662.
Vom rechts der Straße liegenden Parkplatz geht es über einen Weiderost auf einem asphaltierten Versorgungsweg steil bergan und nach einigen Kurven zur Stallenalm. Die Straße führt im Bogen um sie herum und geht weiter bergauf bis zu einer Kuppe, von der das gesamte Skigebiet zu übersehen ist. In mehreren Kurven schlängelt sich die Straße dann vorbei an Seen und der Hubertuskapelle bis zum Gelände der Kammerköralm. Nach einem kurzen Flachstück geht es weiter recht schweißtreibend bergauf bis zum völlig neu angelegten „Gipfelsee“. Der Rest zum Gipfel führt über eine steile Latschengasse zunächst in die Mitte der beiden Gipfel mit Endanstiegen zum Ost- und zum Westgipfel. Mit Sandalen sollte man es dort nicht mehr versuchen. Der Weg zurück geht im Prinzip auf der gleichen Strecke, wobei es einige Abkürzungen der Schleifen in Form von Wiesenpfaden gibt. Der zweite Teil beginnt am gegenüberliegenden Rand des Parkplatzes mit einem Steig durch den Wald. Ein Stück weiter oben kreuzt dieser Lehrpfad den Versorgungsweg und führt ein gutes Stück immer in Sichtweite zum Weg recht abwechslungsreich bergauf. Auf einer kleinen Anhöhe kommt dann die Abzweigung zur Brennhütte. Ich ging aber weiter auf der Straße bergauf bis zum Almdorf „Durchkaser“. Dort beginnt gleich am Anfang ein kleiner, unscheinbarer Steig nach rechts hoch zum freien Gipfel. Auf dem Rückweg beginnt kurz nach dem Dorf eine Abzweigung zur Brennhütte, die dann teilweise sehr steil über die Wiese zur Alm führt. Dort folgt dann der Aufstieg zur Versorgungsstraße, es kann aber auch die „Schnapsallee“ gewählt werden. Der Rest führt auf dem Lehrpfad zurück zum Parkplatz.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Wander-PP Steinplatte1379
Stallenalm1424 0:150,66
Triassic-Park1652 0:522,33
Gipfelsee1822 0:311,19
Ostgipfel1869 0:110,25
Westgipfel1847 0:240,26
Kammerköralm1650 0:391,79
Stallenalm1424 0:361,42
Wander-PP Steinplatte1379 0:241,45
Abzw. Brennhütte1459 0:131,10
Gipfel Windbühl1513 0:190,98
Brennhütte1415 0:180,99
Einmü. Versorgungsweg1459 0:110,41
Wander-PP Steinplatte1379 0:171,07
Anmerkungen:
Skifahrern ist die Winklmoosalm und die nach Süden anschließende Steinplatte bestimmt ein Begriff, wobei der weitaus größere Teil in den Ländern Salzburg und Tirol liegt. Dort hat man mit vielen neuen Liften, Pisten und Anlagen zur Beschneiung kräftig aufgerüstet. Aber auch für Wanderer ist zumindest der Gipfelbereich der Steinplatte ein Ziel, von dem aus man weit in alle Himmelsrichtungen sehen kann. Wer den auf der Steinplatte herrschenden Trubel nicht mag – verursacht durch eine Gondelbahn aus Waidring – dem kann man den zweiten Teil dieser Tour empfehlen. Die beiden Teilstrecken unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Vom Parkplatz nach Norden führen gemütliche Überschreitungen zum Fellhorn, Eggenalmkogel und anderen Zielen. Die Hauptstrecke geht an dem unscheinbaren Windbühl (in anderer Schreibweise auch „Windbichl“) vorbei. Auf einem kaum sichtbaren Pfad geht es dort in nur wenigen Minuten durch Latschen zu dem freien Gipfel dieses Berges hoch. Ein Gipfelkreuz und zwei neue Rastbänke laden zum Verweilen ein. Und man hat dort fast die gleiche Fernsicht wie von der gut 300 Meter höheren Steinplatte aus. Der Blick geht von fast sämtlichen Gipfeln der Chiemgauer Alpen über die Berchtesgadener Berge mit dem Hochkönig und dem Watzmann über die Loferer Steinberge und die Kitzbühler Alpen weit in den Alpenhauptkamm hinein. Ein dort oben zufällig anwesendes älteres Wanderpaar riet mir: „da musst du im Herbst heraufkommen, wenn alles bunt ist und wenn man sehr gute Fernsicht hat“. Also, auf jeden Fall ein gutes Fernglas mitnehmen!

Der Ostgipfel der Steinplatte ist mit seinen 1869 Metern Höhe die zweithöchste Erhebung der Chiemgauer Alpen – nach dem Sonntagshorn. Verständlicherweise stehen auf dieser Höhe nur mehr Latschen, durch die man hindurch muss, um zum Gipfel zu kommen.

Ein massives Gipfelkreuz aus Holz ziert die freie Kuppe des Ostgipfels der Steinplatte. Ein Wanderer der auf sich hält, muss natürlich dort oben gewesen sein.

Ein kleines Stück niedriger ist der Westgipfel, ebenfalls mit einem Gipfelkreuz. Auch dort erlaubt der steile Abbruch einen Blick auf die unmittelbar darunter liegenden Dörfer. Im Hintergrund grüßt der Wilde Kaiser, dazwischen sieht man die südlichen Ausläufer des Unterberghorns.

Auch der fast unbekannte Windbühl trägt ein würdiges Gipfelkreuz und eine Platte mit Richtungsangaben über die zu sehenden Berge. Der Fernblick steht dem auf der Steinplatte nicht nach.

Auf einer Bergkuppe in knapp 1700 m Höhe ist ein Erlebnispark angelegt. In Anlehnung an das Erdzeitalter „Trias“ heißt er „Triassic-Park“. Dort ist sehr anschaulich dargestellt, welche Tiere damals just an dieser Stelle lebten und was sonst noch geschah. Natürlich sind Kinder die wichtigste Zielgruppe. Die Anlage ist noch nicht vollendet, Bagger und Kräne führen derzeit Regie.

Hubertuskapelle – ein recht eigenwilliger Bau für eine Kapelle. Hoffentlich ist das kein Omen für die Eigenschaften der Jager. Wenn die genauso zielen wie das Dach aussieht, haben Hirsch und Gams nichts zu befürchten.

Dürnbachhorn, der Berg nördlich der Winklmoosalm. Es ist der fünfthöchste Berg der Chiemgauer Alpen. Unten links ist die Möseralm zu erkennen, die in jüngerer Zeit ebenfalls stark aufgerüstet hat.

Fellhorn im Westen liegend. Auch dieser Berg ist wie die Steinplatte von Norden recht gut zugänglich und bricht nach Süden kräftig ab. Er zählt geologisch auch noch zu dem Chiemgauer Alpen.

Unterhalb der Steinplatte sieht man das Innerwald-Tal. Es trennt drei Gebirge: rechts die Chiemgauer Alpen, links die Kitzbühler Alpen, hinten das Kaisergebirge (Anmerk. der Kirchbergstock wird zuweilen auch zu den Loferer Steinbergen gezählt)

Waidring mit Haselbachtal und Pillersee. Auch dieses Tal trennt drei bzw. zwei Gebirge: im Vordergrund die Chiemgauer Alpen, links die Loferer Steinberge, rechts der Kirchbergstock der wechselnd zu den Kitzbühler Alpen oder zu den Loferer Steinbergen zählt.

Loferer Steinberge. Der massive Gebirgsstock mit dem 2500 m hohen „Großen Ochsenhorn“ bietet für „normale“ Wanderer nur wenige Möglichkeiten. Weitaus wichtiger sind die Routen für Kletterer, die es dort in großer Zahl gibt. Sie haben vielfach ihren Ausgangspunkt an der recht rührigen „Schmidt-Zabierow-Hütte“ (AV-Hütte der Sektion Passau).

Sonntagshorn, der unverkennbare, knapp 2000 Meter hohe Grenzberg zwischen Bayern und Salzburg. Rechts davon steht das Peitingköpfl. Für Wanderer immer in gutes Ziel, das aber schon ordentlich Kondition verlangt.

Scheibelberg südlich der Winklmoosalm. Er markiert das „Drei-Länder-Eck“ Tirol, Salzburg und Bayern. Dahinter sind Gurnwandkopf und Hörnlwand zu sehen.

Schwarzlofertal. Der Talübergang von Tirol nach Bayern. Von dort führt ebenfalls ein recht neuer Ski-Lift hinauf zum Kammerkör

Watzmann. Der Blick reicht sogar weit in die Berchtesgadener Berge hinein. Allerdings wäre dafür eine gute Sicht sehr vorteilhaft. Gleiches gilt natürlich in die Richtung nach Süden. Dort sind dann Großglockner und Großvenediger zu sehen.

Winklmoosalm. Knapp unterhalb der beiden Steinplattegipfel ist ein Blick vorbei am Scheibelberg möglich, hinüber zur wohl bekanntesten Alm der Chiemgauer Berge. Das lässt auch das Ausmaß dieses Skigebietes erkennen.

Zwischen Steinplatte, Winkelmoos und Fellhorn/Eggensteinkogel liegt das Gelände der Durchkaseralmen. Viele dieser Hütten sind privat genutzt. Es laufen aber auch noch etliche Tiere herum.

Trias-Hai. In einem der Speicherbecken befindet sich ein Hai aus der Urzeit. Zwischendurch „taucht“ er auf und erklärt wer er ist, usw.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018