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Wanderungen

Rudersburg



Rudersburg

Rudersburg – Rundtour zum Grenzberg zwischen Bayern und Tirol mit der herrlichen Aussicht über den Kaiserwinkl. Der Gipfelbereich ist ganz schön knackig, ansonsten aber eine ungefährliche Wanderung in den südlichen Chiemgauer Bergen. Im Bild: Westflanke des Rudersburg mit dem typischen, hutförmigen Gipfel (Stand: Aug 2017)

Schwierigkeit:43.2anstrengend (>40)
Tracklänge:14.6 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:40 h*lang (>5 h)
Höhensumme:868 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Chiemgauer Berge Süd, Kaiserwinkl; Grenzberg westlich von Kössen, südlich des Breitensteins. Karte: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen West bzw. Kompass Nr. 10 Chiemsee – Chiemgauer Alpen (1:500000), bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
04.08.2017; Alleingang – und das meine ich wörtlich, trotz der Hauptferienzeit. Am Aufstieg ist mir lediglich ein Waldarbeiter entgegengekommen. Beim Abstieg sind zwei Frauen hinter mir gegangen. Ansonsten habe einige Biker aus der Ferne gesehen. An der Naringalm hat sich eine Bikerin auf ein Weizenbier niedergelassen. An der Edernalm ist dann die Aussichtsterrasse gut besetzt gewesen Es herrschte etwas gemischtes Sommerwetter. Früh morgens bedeckten noch viele dunkle Wolken den Himmel. Gegen Mittag lockerten sie sich etwas auf, ehe es dann zur Bildung von kräftigen Gewitterstöcken kam. Die Temperatur war anfangs noch erträglich, später wurde es sehr heiß und schwül. Allerdings haben kräftige Windböen immer wieder für Linderung gesorgt. Es blieb letztlich dann doch trocken. Starker Dunst beeinflusste die Fernsicht beträchtlich.
Erreichte Gipfel
Rudersburg (1428 m), das ist auch der höchste Punkt der Tour.
Alm(en), Hütt(en):
Naringalm, Edernalm, Neben den beiden Einkehrhütten säumen fünf Weidealmen den Weg: Hinhageralm (1012 m), Obere Notheggeralm (1257 m), Untere Notheggeralm (1100 m), Welzenalm (905 m) und Grünbacheralm (780 m).
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Staffen, Kössen; Adresse: Staffen 29a, A-6345 Kössen/Tirol. Koordinaten: N = 47.671705, E = 12.388756; Geographische Daten: N = 47°40´18.1´´, E = 12°23´19.5´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 303987, N = 5283116; Gauß-Krüger: R-E = 4529300.895, H-N = 5281556.545.
Vom Parkplatz geht es nach rechts bergauf in den Wald. Nach kurzer Zeit endet die Asphaltstrecke und es beginnt der Schotterweg. Zunächst geht es nach Nordosten, dann kommt eine Spitzkehre nach links. Nach einer Weile zweigt ein Pfad nach rechts ab, der in vielen kleinen Kurven insgesamt sehr steil durch den Wald weiterführt. Am Weidedurchlass geht es noch einmal etwas nach rechts, ehe man zur Hinhageralm kommt. Etwas oberhalb der Hütte gibt es eine Wegkreuzung, es geht geradeaus weiter bergauf zur Naringalm. An der Alm vorbei führt der Weg in gleicher Richtung an der Abzweigung ins Tal vorbei, ehe in einem Kessel der Endanstieg zum Rudersburg beginnt. Ein kurzes Stück verläuft der Karrenweg noch recht flach, bevor der Steig beginnt. Von nun an hat er die schwarze Eingruppierung. Er wird im Wald immer steiler, geht über zahllose natürliche Stufen und über Treppenstufen. Zunächst führt die Route an die Nordseite des Berges, geht dann zurück an die Westseite und führt letztlich gerade hoch zum Gipfel. Rückweg bis zur Abzweigung im Talkessel. Aufstieg zur Oberen Notheggeralm. Eigentlich wollte ich weiter zur Karalm. Dieses Ziel gab ich auf, weil ich dem Wetter nicht mehr traute und kehrte um. Ein Stück vor der Naringalm wählte ich die Versorgungsstraße ins Tal, vorbei an der Unteren Notheggeralm und durch den Kessel mit dem Staffenbach. Später mündet diese Straße auf die Straße zum Harauer Sattel ein (Wegweiser Ottenalm). Weiter geht es bergab, vorbei an der Welzenalm mit einem kurzen Aufstieg zur Edernalm. Rückkehr auf die Versorgungsstraße und Abstieg – vorbei an der etwas tiefer liegenden Grünbacher Alm – zurück ins Tal zum Parkplatz.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Staffen Kössen618
Spitzkehre im Wald737 0:211.09
Abzw. zur Wetterfahne779 0:090.37
Weidetor Hinhageralm974 0:331.12
Hinhageralm1012 0:120.27
Naringalm1130 0:291.07
Abzw. zum Rudersberg1222 0:160.80
Gipfel Rudersburg1428 0:471.28
Abzw. Rudersburg1222 0:401.24
Obere Notheggeralm1257 0:150.46
Abzw. Talstraße1181 0:140.78
Untere Notheggeralm1112 0:130.93
Abzw. zur Ottenalm948 0:212.39
Edernalm914 0:130.15
Parkplatz Staffen Kössen618 0:502,57
Anmerkungen:
Die Tour liegt im nördlichen Teil des Kaiserwinkl, westlich von Kössen. Der Rudersburg ist der höchste Berg in dieser Ecke. Folglich hat man von dort beste Fernsicht rundum. Wie gut der Berg frequentiert ist, konnte ich nicht einschätzen. Immerhin ist der Endanstieg als schwarze Strecke eingruppiert, was wohl so manchen Wanderer vom Aufstieg abhält. Ausschlaggebend dürfte die Steilheit sein, ausgesetzt ist sie gut wie nicht und damit auch nicht gefährlich. Beeindruckend sind weiterhin die riesigen offenen Weideflächen an der Süd- und Westseite des Rudersburgs, einschließlich der Hänge der nach Osten anschließenden Wetterfahne. Sie bieten mehreren Almen genügend Weideflächen. Da gute Versorgungswege durch das Gelände führen, kann man dort überwiegend Biker antreffen. Entlang der Talstraße hinauf zum Harauer Sattel ist natürlich immer Betrieb. An der Ostseite liegt die bekannte Edernalm, ehe man am anschließenden Abstieg nach Walchsee an der Ottenalm und Riederalm vorbei kommt.

Ein hohes, schlankes Kreuz aus Holz ziert den Gipfel des Rudersburgs, nebst einer neuen Stempelstelle. Die kleine Kuppe bietet nur wenig Platz, immerhin lässt es sich aber dort auf der Holzbank gut sitzen, um die Ruhe und die Fernsicht zu genießen.

Ruhe kann man wohl aus deshalb finden, weil sich nur wenige Wanderer auf den steilen Gipfel wagen. Es handelt sich um eine schwarze Route. Im Bild: Bergsteig in Gipfelnähe. Er ist zwar sehr steil, ausgesetzte Stellen gibt es aber kaum.

Besonders herrlich ist der Blick nach Nordwesten zum Dreigestirn: Karkopf, Breitenstein und Geigelstein. Die sich von dort nach Süden erstreckenden Almflächen zeigen die ganze Pracht des Kaiserwinkls.

Aber auch von vielen anderen Stellen dieser Tour kann man herrliche Fernblicke genießen, z.B. von der Hinhageralm nach Osten über das Achental hinweg zum Rauhe-Nadel-Kopf.

Blick von der Naringalm auf den Harauer Sattel mit Edernalm (links), der Harauer Spitze (Kletterwand) und dem Kaisergebirge im Hintergrund.

Umgekehrt geht der Blick von der Edernalm hinauf zur Naringalm, Rudersburg und Wetterfahne.

Blick von der Edernalm über Kössen hinweg in den östlichen Teil des Kaiserwinkls.

Viele Weidealmen trifft man auf dieser Rundtour. Die Hinhageralm hält Mutterkühe auf ihren Flächen, darunter auch einige Tiere der sehr schönen und liebenswerten Grauviehrasse.

Im westlichen Teil der Route steht die Obere Notheggeralm. Es ist noch ein traditioneller Holzbau, mit den typischen Elementen: kleiner, abgeschlossener Vouhaagl; an der Giebelfront weit überstehendes Dach; Wohnteil, Stall und Scheune unter einem First in Ost/West-Richtung.

Das Pendent dazu, die Untere Notheggeralm dagegen ist eine neuerer, gemauerter Bau. Er ist bestimmt arbeitswirtschaftlich sehr gut gestaltet, strahlt aber nicht mehr die Behaglichkeit der Holzhütten aus.

Welzenalm an der Auffahrt zum Harauer Sattel. Auch sie ist in Steinbauweise errichtet und bestimmt sehr funktionell. Man hat aber fast den Eindruck, Stall und Wohnbereich passen nicht mehr zusammen.

Etwas abseits der Straße und fast schon unten im Tal steht die Grünbacheralm, beherrscht von dem großen, weit übergreifenden Dach und etwas versteckt unter hohen Bäumen. Sämtliche Almen erfüllen nach wie vor die klassische Aufgabe, nämlich eine Bleibe für Mensch und Tier zu sein, wenn die Tiere zur Sommerzeit auf dem Berg sind.

Auch das ist noch zu sehen: fast schon ein kleiner Wasserfall, wo der Staffenbach über etliche Steine stürzt und dann unter der Versorgungsstraße durchfließt.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018