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Wanderungen

Breitenstein Chiemgau



Breitenstein Chiemgau

Breitenstein Chiemgau – eine Tour mit zwei Gesichtern zu dem Grenzberg Bayern/Tirol: einfacher Aufstieg auf guten Straßen und Versorgungswegen bis zur Wirtsalm, dann der steile, holprige Steig zum Gipfel durch Latschengassen. Im Bild: Blick aus Osten auf die beiden Nachbarberge Breitenstein (links) und Geigelstein mit dem großen Kessel und dem breiten Tal dazwischen (Stand: September 2016)

Schwierigkeit:45.3anstrengend (>40)
Tracklänge:14.1 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:10 h*lang (>5 h)
Höhensumme:1042 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Chiemgauer Berge, Geigelsteingebiet, westlich von Ettenhausen; Karte: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen West.
Datum, Begleiter, Wetter
22.09.2016; Alleingang. Diese Tour haben am Wandertag vor allem einige ambitionierte Wanderer gemacht, sogar in Kombination von Geigelstein und Breitenstein. Andere Personen sind nur in geringer Zahl höchstens bis zur Wirtsalm gekommen. Es war schönes Bergwetter mit guter Sicht vorhergesagt. Morgens und am späteren Nachmittag stimmte das auch. Aber über die Mittagszeit zogen dann doch recht dunkle Wolken auf und es war richtig kühl. Die Gefahr von Niederschlag bestand jedoch nicht. Störenden Wind gab es kaum, er spielte keine Rolle. Die Sicht konnte man als gut, aber nicht als überragend bezeichnen.
Erreichte Gipfel
Breitenstein (1660 m)
Alm(en), Hütt(en):
Wirtsalm Geigelstein , Wuhrsteinalm, In diesem Tal zwischen den beiden Bergen steht ein Vielzahl von Almen und Kasern u.a. Geschwendalm (870 m), Uhlalm (1000 m), Grafn-Kaser (1100 m), mehrere weitere Kaser rund um die Wuhrsteinalm (1150 m).
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Seilbahn (Gebühr 2 €); Adresse: Geigelsteinstraße 55, 83259 Schleching/Ettenhausen. Koordinaten: N = 47.704105, E = 12.379095; Geographische Daten: N = 47°42´14.8´´, E = 12°22´44.7´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 303383, N = 5286741.
Von Parkplatz geht es in Verlängerung der Anfahrtsstraße geradeaus in den Wald. Nach einem kurzen Stück kommt man über eine Brücke auf eine sehr gute Forststraße, der man bis zum Alpenhotel Breitenberg folgt. Dort geht es nach rechts durch eine Weidesperre auf die nunmehr ebenfalls sehr gute Versorgungsstraße über die Wuhrsteinalm bis zur Wirtsalm. Ab der Wirtsalm führt ein steiler Steig zunächst ein kurzes Stück geradeaus, dann nach halblinks hinauf auf den Kamm. Nach dem Zaunüberstieg geht ein anfänglich noch recht guter Kammsteig nach Süden bis zum Wald und wird dann zu einem steilen, rutschigen Pfad, der zuletzt durch Latschengassen zum Gipfel des Breitensteins kommt. Der Rückweg erfolgte auf der gleichen Strecke.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Seilbahn627
Abzw. Haidenholz727 0:221.02
Gschwendalm867 0:231.10
Hotel Breitenstein990 0:200.94
Wuhrsteinalm1149 0:271.15
Wirtsalm Geigelstein1420 0:381.45
Sattel Breitenstein1542 0:250.56
Gipfel Breitenstein1669 0:300.66
Sattel Breitenstein1542 0:260.65
Wirtsalm Geigelstein1420 0:170.52
Wuhrsteinalm1149 0:211.54
Hotel Breitenstein990 0:241.15
Gschwendalm867 0:240.94
Abzw. Haidenholz727 0:111.10
Parkplatz Seilbahn627 0:131.02
Anmerkungen:
Der Breitenstein ist einer der Berge dieser Gegend, der mir in meiner Liste noch fehlte. Da ich zudem auf die dort anzutreffenden Einkehrhütten gespannt war, machte ich mich also ab Ettenheim auf den Weg. Es wurde zu einer recht eigenartigen Tour. Der Aufstieg bis zur Wirtsalm verlief gleichmäßig ansteigend ohne Probleme. Der Rest entwickelte sich zu einem Kampf mit der Wegstrecke, die aufgrund der vorangegangenen Niederschläge in den Latschengassen sehr rutschig war und erhöhte Aufmerksamkeit erforderte. Sie ist zumindest an solchen Tagen für unerfahrene oder ängstliche Bergwanderer nicht zu empfehlen. Zudem gab es dann am Gipfel eine leidlich gute Sicht, weil nur ein kleiner Platz frei von Latschen ist. Dominierender Blickfang ist natürlich der Geigelstein mit seinen großen Freiflächen an seiner Ostseite und am Hangfuss, dem Stubeckrücken. Etwas eigenartig ist auch die Situation mit den Möglichkeiten zur Einkehr: das Berghotel ist für Tagesgäste überhaupt nicht geöffnet. Die Wuhrsteinalm ist nur von Montag bis Freitag für Wanderer offen; am Wochenende ist ein Kühlschrank mit Getränken und kleinen Snacks zur Selbstbedienung zugänglich. Der Graf´n-Kaser ist seit einiger Zeit auch geschlossen. Bleibt also an den Hauptwandertagen (nämlich am Wochenende) nur die ganz oben liegende Wirtsalm mit ihrem Jausenangebot. Außerhalb der Weidezeit hat sie natürlich ebenfalls zu. Ob die Schließung der Seilbahn zu dieser Konstellation geführt hat, kann man nicht sagen. Eine florierende Wandergegend sieht jedenfalls anders aus. Am großen Parkplatz standen an diesem eigentlich recht guten Tag nur einige wenige Fahrzeuge herum.

Blick vom Kamm zwischen Breitenstein und Geigelstein zurück in das breite Tal. Ein guter Versorgungsweg macht den Aufstieg bis zur Wirtsalm (links) sehr einfach. Prägend sind die riesigen Freiflächen am Südhang und am Fuß des Geigelsteins.

Mächtig und erhaben steht der da, der Geigelstein mit seiner gleichmäßigen Pyramidenform – und natürlich alle andern Berge deutlich überragend.

Dem gegenüber zeigt sich der kleinere, arg zergliederte Breitenstein mit seinen Latschenflächen recht „bockig“.

Obwohl das im Stamm zusammengesetzte Gipfelkreuz sehr hoch und massiv ist, ragt es kaum aus den Latschen heraus. Die Almerin der Wirtsalm sagte mir, es wäre eine bewundernswerte Leistung der Bergwachtleute gewesen, die schweren Teile mit Seilen zu ziehen, tragen und schieben, bis der Gipfel erreicht war. Das Gipfelbuch ist leider sehr zerfleddert.

Am Kamm ist der Steig noch recht einfach, dann aber wird er deutlich steiler und schwieriger. Erhöhte Aufmerksamkeit beim Gehen ist oberstes Gebot. Es besteht zwar keine große Absturzgefahr, es genügt ja auch, wenn man unvermittelt mit dem Hintern im Schlamm sitzt.

Die großen Freiflächen zwischen den Bergen bieten etlichen Almen große Weideflächen. Direkt um die Wuhrsteinalm gibt es mehrere Hütten. Im Bild: Giebelseiten der beiden „Huber-Kaser“, direkt dahinter der Gasthof Wuhrsteinalm.

Etwas südlich der Wuhrsteinalm steht eine recht gepflegte Hütte, vermutlich der „Lenzing-Kaser“, dem Anschein nach ist das ein Haus ohne Weideanteil.

Ein recht stattlicher Bau ist der „Graf´n-Kaser“, ebenfalls nahe der Wuhrsteinalm. Eine Internetseite verkündet, dass man von dort aus die Tiere mehrerer Bauern betreut. Allerdings kriegt man von der Sennerin keine Brotzeit mehr, die Hütte ist seit einiger Zeit geschlossen.

Berghotel Breitenstein – das Haus nimmt nur geschlossene Gesellschaften für Seminare und dergleichen auf. Bis zum Hotel kommt man aber erst gar nicht, denn 50 m vorher zweigt der Wanderweg nach rechts über eine Weidesperre ab.

Etwas weiter unten im Tal steht die sehr gepflegte „Gschendalm“. Sie hat nur eine recht geringe offene Weidefläche, muss daher wohl mit einem größeren Anteil an Waldweide zurechtkommen.

Auch das ist mir aufgefallen – eine Gedenktafel für Josef Hacker, der als Wilderer 1919 dort erschossen wurde. Es ist mir unverständlich, dass vor weniger als 100 Jahren noch Menschen getötet wurden, deren „Verbrechen“ darin bestand, losgezogen zu sein, um für die ständig hungernde Familie etwas Essbares zu besorgen. Dankenswerterweise hatten diese Menschen damals die Achtung des einfachen Volkes und man gedenkt ihrer noch heute.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018