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Wanderungen

Almentour Zwölferspitz



Almentour Zwölferspitz

Almentour auf den Hochgern – rund um den Zwölferspitz. Fünf Einkehrmöglichkeiten liegen am Weg: die Staudacheralm nördlich des Zwölferspitz, südlich liegen das Hochgernhaus, die Enzianhütte, die Moaralm und die Agersgschwendtalm. Im Bild: Zwölferspitz aus Osten, rechts der Steilabbruch mit den Flächen der Staudacheralm

Schwierigkeit:53.0anstrengend (>40)
Tracklänge:16.5 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:6:15 h*lang (>5 h)
Höhensumme:1200 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Chiemgauer Berge, Hochgern; östlich von Marquartstein. Karte: AV-Digital 2010, Chiemgauer Alpen Mitte bzw. Kompass Wanderkarte (1:50000) Nr. 10, Chiemsee, Simssee.
Datum, Begleiter, Wetter
15.07.2015; Tassilo und Sepp sind mit mir zusammen diese recht anstrengende Tour gegangen. Außer uns waren noch viele andere Wanderer unterwegs, auch auf der Staudacheralm, die erst nach längeren Wegen zu erreichen ist. Es herrschte Hochdruckwetter mit hohen Temperaturen, die allerdings durch sich hartnäckig haltende Wolkenfelder und weite Strecken durch Wald gut zu ertragen waren. Die Fernsicht war zwar möglich, aber durch die sehr diesige Luft nicht besonders klar.
Erreichte Gipfel
Hochgern (1748 m)
Alm(en), Hütt(en):
Staudacheralm, Hochgernhaus, Enzianstüberl, Moaralm (Hochgern), Agersgschwendtalm , Außer den fünf genannten Almen bzw. Hütten sind nur noch die Wallfahrtkirche St. Wolfgang auf dem Schnappenstein und die Bergwachthütte oberhalb der Agersgschwendtalm zu erwähnen. Nahe dem Hochgernhaus gibt es die ehemalige Weitalm, jetzt eine private Hütte.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Waldparkplatz Marquartstein Ost; Adresse: Kleine Ötz 4, 83250 Marquartstein. Koordinaten: N = 47.75452, E = 12.472767; Geographische Daten: N = 47°45´16.3´´, E = 12°28´21.9´´; UTM-Daten: Z = 33T, E = 310593, N = 5292110.
Vom Parkplatz auf dem Karrenweg dem Wegweiser „Schnappenkirche“ folgen und kurz darauf die Forststraße tangieren. Oberhalb der Forststraße auf dem Weg bleiben und diesem folgen, dann an einer Spitzkehre nach Norden durch den Wald in weiteren Kehren aufsteigen, vorbei an einer Trinkwasserfassung. Am Ende dieses Weges liegt die Schnappenkirche. Von dort ein paar Meter zurück (ist ganz wichtig, der Weg an der Kirche vorbei führt ins Tal!) und auf einen Steig wechseln der an der Südflanke des Schnappen bergauf zu dem Sattel zwischen Schnappen und Luchsfallwand führt. Anschließend verläuft der Pfad an der Nordflanke der Luchsfallwand leicht bergab, mündet auf einen Versorgungsweg und kommt kurz darauf zur Staudacheralm. Ab der Alm geht es ein kurzes Stück nach Osten und dann nach rechts auf den Steig, der in unzähligen kleinen Kehren durch das breite Kar in den Hochgernkessel führt und auf den Weg einmündet, der von Westen kommt. Weiter aufsteigen bis zum Gipfel des Hochgerns, der im oberen Bereich zwischen den beiden Gipfeln eine kleine Wegschleife hat. Anschließend ein Stück zurück auf dem Aufstiegsweg, dann geradeaus weiter und die Südflanke des Zwölferspitz queren. Beim Hochgernhaus trifft man auf den Versorgungsweg, auf dem man über die Enzianhütte und Moaralm wieder in den Wald kommt. An der Bergwachthütte vorbei führt der Weg nun direkt zur Agersgschwendtalm. Dann auf dem sehr guten Versorgungsweg bergab gehen, wobei an einigen Stellen abkürzende Steige genutzt werden können. Der letzte davon führt als Karrenweg direkt zum Ausgangspunkt. Der Steckenteil vom Hochgerngipfel zurück zum Parkplatz ist identisch mit der Wanderung „Hochgern“.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Wanderparkplatz Marquartstein622
Einmü Forststraße683 0:09
Schnappenkirche1095 1:10
Sattel Schnappenberg/Luchsfallwand1194 0:26
Staudacheralm1153 0:18
Einmü auf Hochgernweg1600 1:34
Gipfel Hochgern1745 0:20
Moaralm1410 0:43
Agersgschwendalm1030 0:44
Wanderparkplatz Marquartstein622 0:51
Anmerkungen:
Der Hochgern ist - wie andere Chiemgauer Berge auch – ein Gebiet mit vielen, schönen Almen, von denen die meisten als Brotzeitalmen geöffnet sind. In einer früheren Wanderung zum Gipfel dieses schönen Berges kam ich nicht zur Staudacheralm, diesmal führte mich aber der Weg ganz gezielt dorthin. Der weitere Aufstieg über diese nördlich liegende Alm ist mit seinen 600 Höhenmetern durch das Kar zwar ungefährlich, aber weiß Gott kein Spaziergang. So ist es nicht verwunderlich, dass man am gesamten Berg nur ambitionierte Berggeher trifft. „Eine Seilbahn“ – so der Almer der Moaralm – „haben unsere Väter glücklicherweise verhindert, auch einen Hubschrauberlandeplatz, den Gunther Sachs haben wollte“. So ist der Hochgern als ein sehr schöner Wanderberg erhalten geblieben, wenn auch mit nicht ganz kurzen Strecken. Außerdem hat er an seiner Ostseite noch etliche andere Almen, zu denen sich eine Wanderung ganz bestimmt auch lohnt. Es gibt also noch weitere Wanderziele in den Chiemgauer Bergen. Ja, und der Zwölferspitz? Natürlich trägt auch er ein Gipfelkreuz, der Weg dorthin ist aber für Senioren wie mich eine Nummer zu groß.

Unter dem steilen Nordabbruch des Zwölferspitzes liegen die Flächen der Staudacheralm (links). Dahinter ist die Luchsfallwand zu sehen, rechts davon der Chiemsee mit den vorgelagerten Moorflächen.

Erster Höhepunkt der Tour ist die Schnappenkirche, eine Wallfahrtskirche, die dem heiligen Wolfgang geweiht ist. Wolfgang war vor mehr als 1000 Jahren Bischof in Regensburg. Dort gründete er u.a. eine Schule mit Chor, aus der letztlich die „Regensburger Domspatzen“ hervorgegangen sind.

An der Schnappenkirche gibt es einen Aussichtspunkt mit einigen Ruhebänken. Wer nicht weiter wandern will oder kann, der hat die Möglichkeit, von dort einen phantastischen Blick ins Alpenvorland, speziell zum Chiemsee, zu genießen.

Wer von der Schnappenkirche aus noch etwa 45 Minuten weiterwandert, kommt zur Staudacheralm. Dort kann man ein kräftige Brotzeit und entsprechende Getränke bekommen.

Nach der stärkenden Brotzeit geht es „bergauf“, 600 Höhenmeter am Stück, völlig ungefährlich, aber anstrengend. Bild: Nordwestflanke des Hochgern mit dem Kessel, durch den der Weg führt.

Die Rast am neuen Gipfelkreuz des Hochgern hat man sich allemal verdient – und die Fernblicke in alle Himmelsrichtungen auch.

Am Gipfelkreuz vorbei ist rechterhand der Hochfelln zu sehen, ein vergleichbarer Gipfel, auf den aber eine Seilbahn führt und damit auch weniger konditionsstarken Berggehern den Besuch erlaubt.

Natürlich gibt es auch ein Gipfelbuch auf dem Hochgern. Es ist aber etwas versteckt in der Tür der kleinen Kapelle aus Blech am Ostgipfel – und siehe da, diesmal haben es sich die Fans des FCB nicht nehmen lassen, das Buch mit einer Plastiktüte ihres Vereins vor Nässe zu schützen.

Vom Gipfel des Hochgerns geht der Blick nach Nordosten über das Gelände der Brachtalm (unten) und Vorderalm (mitte). Auch sie stehen auf meiner „To-Do-Liste“

An der Südflanke unter den Zwölferspitz liegen dann etliche Almen sehr nahe zusammen: links Moaralm, rechts Enzianstüberl, im Hintergrund Unterwössen.

Am Abstieg zur Agersgschwendalm erinnert eine Tafel an einem Baum an den vor fast 100 Jahren durch Blitzschlag ums Leben gekommenen Anton Blank. Zum einen freut es mich, dass man dieser Personen nach so langer Zeit noch gedenkt, zum anderen verpflichtet es uns Wanderer, die Schönheit der Berge auf unseren Touren als Geschenk zu genießen, das keineswegs selbstverständlich ist, angesichts der Gefahren, die es dort auch gibt.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018