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Bergwandern für Senioren

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Dürnbachgrat



Dürnbachgrat

Dürnbachgrat – Wandern zwischen Tegernsee und Schliersee. Mittellange Rundwanderung mit Aufstieg durch das Dürnbachtal, Überquerung des Dürnbachgrats und Abstieg entlang des Ankelbachs zurück nach Neuhaus. Mit der Freudenreichalm und der Ankelalm liegen zwei sehr beliebte Einkehrhütten am Weg. Alpine Erfahrung mit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist nötig. Im Bild: Dürnbachgrat aus Osten gesehen mit der Kapelle (links) und dem steilen Dürnbachkopf (rechts). Der wilde Grat beginnt eigentlich schon an der Dürnbachluß, zieht sich ein gutes Stück über den Dürnbachkopf nach Süden und endet dann am Brecherspitz (Stand: Sep 2019)

Abstract
Eine mittellange Rundwanderung in den Schlierseer Bergen mit leichten An- und Abstiegen entlang zweier Flußtäler, aber auch mit einer anspruchsvollen Passage über den Dürnbachgrat und den Dürnbachkopf. Alpine Erfahrung mit Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind deshalb Voraussetzung. Eine hervorragende Fernsicht zu imposanten Bergen zwischen Tegernsee und Schliersee ist der Lohn für die Anstrengung.

Ein besonderes High-Light ist die mit Holzschindeln verkleidete St. Leonhard-Kapelle in exponierter Lage direkt auf dem Grat. Stahlseile müssen verhindern, dass sie ein Sturm wegweht. Es ist einer der schönsten Plätze südlich des Schliersees und es ist eine „Apotheke für die Seele“.

Mit der Freudenbergalm und der Ankelalm säumen zwei bekannte Brotzeitalmen den Weg und bieten Verpflegung zur Stärkung an. Beide machen das mit großem Einsatz der jungen Sennerinnen schon seit ewig langer Zeit – die Sennerinnen natürlich nicht schon ewig! Die Ankelalm steht zudem völlig neu da. Sehr stilsicher und geschmackvoll wurde sie 2018 ausschließlich aus Holz, aber in den alten Ausmaßen und an der alten Stelle neu erbaut. Man kann den Eigentümern und allen anderen Mitwirkenden zu diesem gelungenen Bau nur gratulieren und ihnen für so eine schöne Hütte vielmals danken.
Schwierigkeit:37.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:11,1 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:40 h*lang (>5 h)
Höhensumme:761 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Wander-PP Dürnbach857
Gedenkkapelle957 0:200,87
Kreuzung Sackgasse1099 0:321,20
Einmü. Versorgungsstraße1146 0:150,47
Weidedurchlass1176 0:130,74
Freudenreichalm1260 0:190,89
Wassertrog1410 0:350,67
Hütte Bergfreunde1472 0:130,25
Dürnbachgrat1578 0:260,43
Ende Steilstück1482 0:400,46
Ankelalm1295 0:351,14
Schutzhütte Ankelalm1170 0:180,60
Abzw. Steig nach rechts980 0:271,23
Kreuzung Talnähe885 0:150,74
Wander-PP Dürnbach857 0:321,42
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen; Teilbereich Südliches Mangfallgebiet. Schlierseer Berge, Bergrücken zwischen dem Dürnbach und dem Ankelbach. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 8 Tegernsee-Schliersee-Wendelstein; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Mangfallgebirge Süd, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
06.09.2019; Renate ist diese Tour mit mir zusammen gegangen. Viele andere Personen nutzten das herrliche Wetter auch, um in die Berge zu gehen. Zudem handelte es sich um die letzte Ferienwoche in Bayern, was wohl auch den einen oder anderen veranlasste, ebenfalls die Wanderstiefel zu schnüren. Kinder waren kaum zu sehen, für sie wäre es wohl zu anstrengend gewesen. Die meisten Personen trafen wir natürlich an den beiden Almen. An diesem Tag herrschte herrliches Bergwetter, wie man es sich schöner nicht hätte wünschen können. Man spürte mit Zufriedenheit, dass es einer der letzten sehr schönen Tage dieses Sommers war. Die Sonne schien vom blauen Himmel bei angenehmen herbstlichen Temperaturen und nur ganz schwachem Wind. Die Fernsicht war gut, aber nicht überragend.
Erreichte Gipfel
Mit dem Dürnbachkopf geht es sogar über einen Gipfel, ein Gipfelkreuz hat er nicht. Die höchste Stelle der Tour erreicht man mit 1580 m dort. Angesichts der Konzentration auf den schwierigen Pfad kann man das aber leicht übersehen.
Alm(en), Hütt(en):
Freudenreichalm, Ankelalm, Neben den beiden Einkehrhütten „Freudenreichalm“ und „Ankelalm“ sind etliche weitere Hütten und Bauten anzutreffen: Gedenkkapelle am Aufstieg, obere Freudenreichalm, Berghütte Freudenreich, Freudenreichkapelle und die weiteren Gebäude der Ankelalm, nämlich Ehardalm, Schnapperhütte und Diensthütte Ankelalm (etwa 200 m tiefer am Aufstiegsweg). Hinzu kommen all die Gebäude von Neuhaus, rund um den Rückweg und den Parkplatz, der noch im Ort selbst liegt.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wander-Parkplatz Dürnbach, Neuhaus. Adresse: Dürnbachstraße 10, D-83727 Schliersee. Koordinaten: N = 47.700115, E = 11.866443; Geographische Daten: N = 47°42´00.4´´, E = 11°51´59.2´´; UTM-Daten: Z = 32T, E = 715051, N = 5286950; Gauß-Krüger: R-E = 4490082.070, H-N = 5284650.692. Der Ausgangspunkt dieser Tour ist mit ÖPNV relativ gut erreichbar. Der Bahnhof Fischhausen-Neuhaus ist nur etwa 1 km davon entfernt. Dort liegt eine Haltestelle der BOB von München nach Bayrischzell; sie verkehrt annähernd im Stundentakt. Mit Rollstühlen oder Kinderwägen ist die Wanderstrecke nicht zu bewältigen, wohl aber der Aufstieg aus den Tälern zu beiden Almen.
Vom Parkplatz in der Dürnbachstraße geht die Route geradeaus weiter, westlich des Bachlaufes. Die geschotterte Versorgungsstraße verläuft gleichmäßig mittelsteil dahin. An einer Wegkreuzung verlässt man die gute Straße geradeaus weiter auf einen etwas schlechteren Karrenweg. die bessere Straße nach links geht in eine Sackgasse. Ein Stück weiter oben trifft man dann wieder auf die Versorgungsstraße. Diesmal wenden uns nach links und bleiben darauf bis zur Unteren Freudenreichalm. Alternativ könnte man kurz nach dem Verlassen des Waldes eine kleine Abkürzung nach links über die Wiese nehmen. Nach der Alm führt ein mittelschwerer Pfad steil nach Osten bergauf. Von hier ist bereits das nächste Zwischenziel zu sehen, nämlich die Freudenreichkapelle am Grat. Vorher passieren wir aber noch die Obere Freudenreichalm und die Berghütte Freudenreich an einem Wegedreieck (hier nach links gehen). Ab hier wird das Gelände nochmals deutlich steiler und schweißtreibender. Auf dem Grat ist dann die Kapelle nur noch wenige Meter entfernt. Ein Wegweiser informiert uns darüber, dass nunmehr eine schwarz eingestufte Strecke beginnt, die uns durch den Wald führt. Nach einem kurzen Stück bergauf beginnt ein recht schwieriger Abstieg über viele Geländestufen bis auf einen freien, breiten Sattel. Am Wandertag erschwerte eine besondere Rutschgefahr das Gehen zusätzlich. Man hatte das Gefühl, bei jedem Schritt auf Schmierseife zu treten. Der weitere Abstieg in den Ankelkessel fühlte sich dann richtig erholsam an, obgleich auch er als “mittelschwierig“ eingestuft ist. Nach der Ankelalm blieben wir ausschließlich auf der guten Straße. Im unteren Teil gäbe es zwar nochmals Abkürzungspfade durch das Steilgelände, die wir aber geflissentlich ignorierten. Auch der Querweg nach Westen zurück zum Parkplatz ist eine gute Schotterstraße. Zum Schluss geht es auf der Straße zum Parkplatz noch ein paar Meter leicht bergauf.
Anmerkungen:
Teile dieser Tour kannte ich schon von früheren Wanderungen, auch die beiden Almen hatte ich schon einmal besucht. Neu war mir insbesondere der Aufstieg durch das Dürnbachtal und dann die Strecke hoch auf den Dürnbachgrat. Den Gang auf der schwarzen Passage durch den Wald hatte ich leichter in Erinnerung, vermutlich wegen der besonderen Rutschgefahr infolge Nässe. Ein Wanderer der diesen Weg hoch kam, machte einen recht geschafften Eindruck und äußerte sich auch so. Nässe ist also durchaus ein Kriterium und man sucht sich am besten einen Tag nach längerer Trockenphase aus. Ansonsten bietet der Aufenthalt auf dem Kamm beste Möglichkeiten für Fernblicke. Zum einen sind mit den drei Spitzen Rainerkopf, Wasserkopf und Rinnerspitz die westlich liegenden Berge zu nennen. Dazwischen liegt der AV-Stützpunkt „Bodenschneidhaus“ und auch die bekannte Raineralm ist zu sehen. Im Süden zeigen sich die beiden Könige zwischen Tegernsee und Schliersee, nämlich Bodenschneid und Brecherspitz. Über den Ankelkessel hinweg geht der Blick zum Wendelstein und zum Breitenstein. Insgesamt ist es also eine lohnende Tour, für die man aber alpine Sicherheit, Trittfestigkeit und Schindelfreiheit unbedingt braucht. Einem Anfänger oder ängstlichen Menschen kann man sie nicht empfehlen. Solche Personen sind besser auf den beiden Almen aufgehoben, die man beide – allerdings auf ganz anderen Strecken – recht einfach und sicher erreichen kann. Das Bergerlebnis werden sie auch dort spüren.

Bilder zur Wanderung

Das Streckenprofil zeigt den moderaten Aufstieg zur Freudenreichalm, in der oberen Hälfte durch den Wald sogar noch etwas flacher. Dann aber geht es richtig bergauf bis auf den Grat und anschließend genauso wieder bergab bis zur Ankelalm. Der Abstieg auf den Versorgungsweg verläuft gleichmäßig dahin, bis in Talnähe. Das letzte Querstück zurück zum Parkplatz hat dann sogar ebene und leicht ansteigende Stellen.

Berge und Almen – so könnte man diese Tour nennen. Erstes Zwischenziel ist die untere Freudenreichalm. Es ist eine Hütte mit einem etwas spitzeren Dach und einem separatem Keller. Dieser war für die frühere Käseherstellung und Lagerung ein sehr vorteilhafter Gebäudeteil. Käse bekommt man noch, aber nicht von der Alm direkt. Dazu sind Brotzeiten, Kuchen und vielerlei Getränke im Angebot (siehe auch Link zur Hütte).

Natürlich gibt es auch eine „obere Freundenreichalm“, ehemals Mittelleger. Sie liegt recht versteckt etwa 100 Höhenmeter weiter oben. Ein Wanderweg führt nicht direkt daran vorbei. Wohl deshalb kann die Hütte ein recht ruhiges Dasein führen. Dem Augenschein nach ist sie genutzt, nicht aber almwirtschaftlich, auch wenn sich dort Tiere aufhalten.

Ehemalige Hochlegerhütte in oberen Bereich der Steilrinne. Nach einem Neubau wohl aber nur noch als Unterkunftshütte für Bergfreunde genutzt (Ski Club?). Die Hütte liegt an einem Wegedreieck, resp. an drei mittelschweren Pfaden.

Blick auf die andere Seite des Grates in den Ankelkessel. Dort fällt die Ehardalm sofort ins Auge. Sie hatte bis vor wenigen Jahren den Wanderern noch Getränke angeboten, tut dies jetzt nicht mehr. Aber sie produziert Almkäse, der auf der Nachbarhütte (Ankelalm) zum Verkauf angeboten ist. Am Wandertag bereiteten etliche Personen den Schmuck für den Almabtrieb vor.

Schnapperhütte auf der Ankelalm. Es ist die dritte, almwirtschaftlich genutzte Hütte in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden anderen Hütten. Allerdings ist der Eigentümer wohl eher selten dort oben anzutreffen. Seine Tiere laufen zusammen mit den anderen Tieren herum, die beiden Sennerinnen der Ankelalm und Ehardalm passen auf sie auf.

Ja – und eigentlich gibt es sogar noch ein viertes Gebäude. Historisch gesehen zählt auch die „Diensthütte“, gut 100 Höhenmeter tiefer am Aufstiegsweg gelegen noch zur Ankelalm. Sie wird für ihre ursprüngliche Zweckbestimmung wohl nicht mehr gebraucht. Aber neue Türschlösser verraten, dass hin und wieder doch jemand dort vorbeischaut.

Ein Großteil der Wanderwege ist sehr gut und einfach zu gehen. Am Aufstieg durch das Dürnbachtal kommt man an Wegekreuzungen, jeweils ausgestattet mit einer Bank für eine kurze Pause. Nach ein paar Minuten des Verschnaufens sind auch Senioren für den weiteren Weg wieder gestärkt.

Aber nicht alle Streckenteile sind einfach. Zwischen der Freudenreichalm und der Ankelalm geht es ordentlich zur Sache, teils sogar über schwarz eingestufte Teile.

Erster markanter Punkt am Aufstiegsweg ist eine Gedächtniskapelle. Dort gibt es eine kleine Pause, den Senioren bestimmt willkommen.

Weiter oben grüßt ein unscheinbares Marterl. Es zeigt sowohl die Gottesmutter, als auch einen verletzten Mann, mutmaßlich den Hl. Sebastian. Wenn es aber doch nur ein Jäger sein sollte, hat er an diesem Platz – offenbar mit einem früheren Brunnen verbunden – die entscheidende Hilfe gefunden.

Ja – und dann ganz oben auf der Kante steht das Schmuckstück dieser Tour: die Kapelle St. Leonhard. Ein früherer Almer baute sie zusammen mit Helfern vor über 100 Jahren in dieser exponierten Lage. Stahlseile müssen sie davor schützen, dass ein Sturm sie hinwegfegt. Man kann ihr zwei Attribute völlig berechtigt zusprechen: einer der schönsten Punkte der Schlierseer Berge – und „eine Apotheke für die Seele“ zu sein.

Als ein weiterer Beleg für die Schönheit der Schlierseer Berge mag man den riesigen Ankelkessel sehen. Etwa 100 Meter breit und 400 Meter tief liegt er da, unten die drei Almhütten. Ein friedlicher Ort, der aber auch sein schreckliches Gesicht zeigen kann: die Almerin der Ankelalm erzählte mir, eine Gerölllawine habe dieses Jahr drei ihrer Kalbinnen getroffen, eine davon tödlich. Der Schmuck für den Almabtrieb fällt dieses Jahr wohl aus.

Brecherspitz, einer der Schlierseer Bergkönige. Jeder der vom See aus nach Süden blickt, kann ihn erkennen. Er verlangt aber schon eine ordentliche körperliche Anstrengung, ehe er sich besuchen lässt.

Der Blick nach Osten verdient ebenfalls erwähnt zu werden: namentlich der Breitenstein mit Fischbachau. Aber auch der Wendelstein und der Jägerkamp sind zu sehen, wenn man weiß, wohin man blicken muss.

Bodenschneid – er steht dem Brecherspitz an Schönheit nicht nach. Allerdings ist er aus Süden etwas einfacher zu erreichen.

Westlich zeigen sich namhafte Tegernseer Berge. Unverkennbar steht im Anschluss an den Bodenschneid der Rinnerspitz. Dort ist der Todesort des Girgl Jennerwein. Im Lied heißt der Berg allerdings Peißenberg. Die Einheimischen nennen ihn auch heute noch so. Beide bilden den Bodenschneidkessel, in dessen Zentrum das Bodenschneidhaus steht, ein AV-Stützpunkt.

Der Wasserspitz grenzt den Bodenschneidkessel nach Norden ab. Er ist von Norden zugängig mit einer Weiterführung der Route zum Rinnerspitz. Allzu viele Besucher dürfte er aber wohl kaum haben (siehe Link zur Wanderung “Wasserspitz“).

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 24.10.2019