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Wanderungen

Heißenplatte



Heißenplatte

Heißenplatte – der nördliche Nachbar des Aiplspitz. Geheimtipp für diejenigen, die den weglosen Aufstieg über die steile Almwiese nicht scheuen. Man wird auf dem Gipfel mit grandioser Fernsicht belohnt. Außerdem gibt es auf der Geitauer Alm frischen Käse zum Essen und auch zum Mitnehmen. Im Bild: neues Gipfelkreuz auf der kleinen, freien Gipfelkuppe der Heißenplatte (Stand: Juli 2018)

Schwierigkeit:34.1mittel (27.5-40)
Tracklänge:10.1 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:00 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:801 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Mangfallgebirge Süd; südlich des Leitzachtales östlich der Schlierseer Berge. Karten: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Mangfallgebirge Süd, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
12.07.2018; Alleingang. Auf dem Weg zum Gipfel habe ich keinen einzigen Menschen gesehen. Zur Alm und dann weiter in Richtung Aiplspitz sind ein paar einzelne Wanderer gegangen bzw. von dort gekommen. Mountainbiker finden sich auf dieser Strecke nicht. Dafür sind wegen der Baustelle auf der Alm zwei Radlader ständig rauf und runter gefahren. Es herrschte an diesem Tag typisches weiß/blaues bayerisches Wetter. Bedingt durch die vorüberziehenden Wolken konnte man die Temperatur gut ertragen bzw. gelegentlich freute ich mich sogar auf eine Wolkenlücke. Der leichte Wind war überwiegend für die Frische verantwortlich. Eine Gefahr von Regen bestand nicht. Die Fernsicht war natürlich überragend, die ganz großen Entfernungen litten etwas unter leichter Diesigkeit.
Erreichte Gipfel
Heißenplatte (1585 m, offiziell 1593 m), das ist der höchste Punkt der Tour.
Alm(en), Hütt(en):
Geitauer Alm, Auf dem Gelände der Geitauer Alm steht noch eine zweite Hütte. Mangels anderer Kenntnis nenne ich sie einfach den „Kloster-Kaser“. Es ist eine ehemalige Almhütte, die Klosterbrüder renoviert haben und die jetzt auch gemietet werden kann. Offenbar sind darin jetzt etliche Betten aufgestellt.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Geitau (südliches Ortsende nahe des Segelflugplatzes). Adresse: Geitau 30, D-83735 Bayrischzell. Koordinaten: N = 47.687026, E = 11.959244; Geographische Daten: N = 47°41´13.3´´, E = 11°57´33.3´´; UTM-Daten: Z = 32T, E = 722069, N = 5285758; Gauß-Krüger: R-E = 4497046.624, H-N = 5283187.569. Der Ausgangspunkt der Tour ist im Prinzip auch mit dem ÖPNV zu erreichen; der Bahnhof Geitau liegt nur 1 km weit entfernt.
Am westlichen Ende des Parkplatzes geht es durch ein Weidedrehkreuz und dann auf einem Wiesenweg bis zur Brücke über den (gelegentlich trockenen) Berggraben. Kurz darauf beginnt der Anstieg auf dem Versorgungsweg, der rasch steiler wird. Diese Steilheit wird mit einigen Kehren bis zur Geitauer Alm nicht mehr kleiner und setzt sich dann über die weglose Südostflanke der Heißenplatte fort. An der Alm endet der Versorgungsweg und geht in einen mittelschweren bzw. schweren Steig über, der zum Aiplspitz und zur Benzingalm führt. Ich habe ihn nach wenigen Metern nach rechts verlassen und weglos über die Wiese zunächst die erste Weidetränke angestrebt, später erreicht man noch eine zweite Tränke. Dort kann man zwar immer wieder undeutlich sichtbare Tierpfade nutzen, die im Endeffekt aber keinen Höhengewinn bringen und deshalb rasch wieder verlassen werden müssen. Zur groben Orientierung dient ein kahler Baumstumpf, der in der nordöstlichen Ecke des Hanges steht. Kurz darauf erreicht man den Bergkamm, der in eine Latschenbewaldung führt. Dort beginnt dann ein deutlich sichtbarer Steig, der bis zur freien Gipfelkuppe geht. Der Rückweg ist im Prinzip der gleiche, wobei man aber die Aufstiegsroute nicht mehr punktgenau findet. Ich versuchte etwas weiter nach Westen zu kommen und fand in der unteren Hälfte des Hanges einen Pfad, der nahe einer Baumgruppe auf den Pfad zum Aiplspitz einmündete. Diesen ging ich dann zurück zur Alm und im Weiteren den Versorgungsweg wieder ins Tal.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Wander-PP Geitau793
1. Wegkreuz850 0:150.68
Abzw. Gsengalm990 0:220.86
Waldgrenze1227 0:351.37
Geitauer Alm1330 0:170.57
2. Tränke1497 0:361.00
Gipfel Heißenplatte1585 0:200.59
Einmü. Aiplspitzsteig1396 0:281.03
Geitauer Alm1330 0:090.50
Abzw. Gsengalm990 0:301.70
Wander-PP Geitau793 0:281.80
Anmerkungen:
Bei einem Besuch auf dem Elbacher Kreuz konnte man sehr schön in Richtung Aiplspitz schauen, in den Geitauer Kessel mit der Alm und rechts davon die Heißenplatte. Damit stand das Ziel einer neuen Wanderung fest, wobei mich natürlich auch die Geitauer Alm selbst besonderes interessierte. Das Studium von Karten und Wanderbeschreibungen brachte nur die Gewissheit, dass es weglos über die steile Wiese gehen würde. Selbst der in einer AV-Karte noch eingezeichnete Steig existiert nur noch im letzten Teil des Kammes durch die Latschen. Mit einem teilweise freien Gipfel hatte ich gerechnet, dass er aber mit seinem neuen Gipfelkreuz (von 2013) ganz frei ist, hat mich angenehm überrascht. Es ist also eine würdige Tour bei der es unwahrscheinlich ist, auf dem Gipfel einen anderen Wanderer zu treffen. Das Gipfelbuch weist nur wenige Einträge in langen Zeitabständen auf, es kommt also kaum jemand vorbei. Gleichwohl komme ich nicht umhin, auf die Grenzen hinzuweisen. Die Tour geht vom ersten bis zum letzten Meter steil bergan. Die Strecke ist trotz der 800 Höhenmeter mit 10 Kilometer (Hin- und Rückweg) recht kurz und es fließt viel Schweiß. Es gilt also, sich seine Kraft gut einzuteilen. Erholungspausen auf der Strecke sind nicht drin. Und das wichtigste: diese Tour auf keinen Fall bei Nässe gehen! Gute Trittsicherheit wird ohnehin gebraucht und Nässe würde die Absturzgefahr enorm steigern. Ähnliches gilt für Nebel: eingeschränkte Sicht würde die Orientierung arg erschweren und deshalb auch eine große Gefahr sein.

Kammpfad zum Gipfel der Heißenplatte im Rückblick. Im Hintergrund ist der Aiplspitz zu sehen mit seinen langen Geröllfeldern an der Nordostseite.

Blick auf die Aufstiegsflanke. Wegweiser gibt es, aber keiner mit der Aufschrift „Heißenplatte“, auch nicht weiter unten im Tal. Ebenso sind keine Markierungen vorhanden, zumindest keine mehr zu sehen.

Rückblick von halber Höhe auf die Geitauer Alm. Aus dieser Perspektive erkennt man die Steilheit des Geländes. Ebenso ist die Baustelle an der Alm zu sehen, rechts davon der schon renovierte zweite Kaser. Ursprünglich bestand die Alm wohl aus vier Hütten.

Der Rundblick am Gipfel beginnt mit dem direkt darunter liegenden Tal: Aurach und rechts davon Hammer. Die Blicke sind natürlich umso spannender, je mehr dieser Orte man aus der Nähe kennt.

In dem sich nach Norden erstreckenden Leitzachtal sind Fischbachau, Elbach und der Schwarzenberg zu erkennen.

In Fortsetzung des Kammes führt vom Gipfel noch eine kleine Nase nach Norden weiter, die Spuren sind wohl ein Jägersteig. Nach Norden erblickt man den Breitenstein mit seinem Nachbarn, dem Schweinsberg, rechts den Wendelstein.

Wendelstein – das unverkennbare Wahrzeichen der östlichen Mangfallberge. Dazu tragen die Sendeantenne und die Kuppel im Besonderen bei. Links sind die freien Flächen der Spitzingalm zu sehen. Von dort führt ein versteckter Steig hinauf zum Elbacher Kreuz.

Oberes Leitzachtal mit Bayrischzell in der Mitte. Im Hintergrund ist die Kante zum Sudelfeld zu erkennen.

Seeberg – einer der Hausberge von Bayrischzell. An seiner Südflanke sind die Almflächen der Klarer- und Niederhoferalm zu sehen. Auch dort gibt es schöne Wanderrouten.

Sogar der Schliersee gibt sich die Ehre mit seinem Hirschgröhrkopf (rechts).

Wo der Schliersee ist, dürfen die Gindelalmen nicht fehlen. Unverkennbar sind die freien Flächen dieser drei Almen und der südlich liegenden Kreuzbergalm zu sehen.

Im Süden grenzt der Benzingspitz den Blick ab mit seinen beiden Kesseln. Im Bild: unten liegt die Benzingalm, darüber der Kamm zum Jägerkamp.

Sehr schönes Wegkreuz in Talnähe mit einer Rastbank. Viele dieser Bänke säumen den Aufstiegsweg zur Geitauer Alm. Sie alle sind in gutem Erhaltungszustand.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018