Logo Bergwandern

Bergwandern für Senioren

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Predigtstuhl



Predigtstuhl

Predigtstuhl – das unscheinbare, westliche Ende der Blauberge an der Grenze zu Tirol. Deutlich bekannter ist die Blaubergalm, die an seiner Südseite liegt. Im Bild: Bergkette der Blauberge, über welche die Grenze zu Tirol verläuft. Im Vordergrund sind die offenen Flächen des Predigtstuhls zu sehen, links hinten steht die Halser Spitze, rechts der Guffert (Stand: September 2017)

Schwierigkeit:50.0anstrengend (>40)
Tracklänge:16.1 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:7:13 h*lang (>5 h)
Höhensumme:1073 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Untergruppe Mangfallgebirge West (Tegernseer Berge); Westlicher Rand der Blaubergkette, Grenze Bayern/Tirol. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 182, Isarwinkl – Bad Tölz - Lenggries; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Mangfallgebirge West, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
15.09.2017; Die Tour sind Tassilo und ich zusammen gegangen. Außer uns fanden sich noch etliche andere Wanderer, die sowohl einzeln, als auch in Gruppen eine Überquerung der Alpennordkette von Kreuth nach Achenkirch vorhatten. Am Rückweg fand sich kaum einer, der – wie wir – wieder nach Wildbad Kreuth abstieg. Es war ein herrlicher, herbstlicher Wandertag. Den tiefblauen Himmel trübten – zumindest am Vormittag – nur wenige dünne Schleierwolken. Dadurch gab es beste Fernsicht in alle Himmelsrichtungen, je nach Standort an der Strecke. Es herrschten Temperaturen um 10 °C. Später zogen dann dunkle Wolken auf, die sich aber immer wieder auflösten. So präsentierte sich eine trockene Strecke, die gut zu gehen war, wenngleich man immer aufmerksam sein musste.
Erreichte Gipfel
Predigtstuhl (1540 m), tatsächlich sind wir aber nur an seinem Gipfelkreuz nahe der Blaubergalm gewesen.
Alm(en), Hütt(en):
Blaubergalm, Königsalm, Am Aufstieg kommt man an der Geißalm („Goaßalm“) vorbei. Sie liegt mit 1115 m gleich hoch wie die benachbarte Königsalm, mit der sie auch eine Kooperation in der Weideführung hat.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Gernbergbrücke an der B 307 (gebührenpflichtig, 3 €), Adresse: Gernbergbrücke, 83708 Kreuth. Koordinaten: N = 47.622589, E = 11.734604; Geographische Daten: N = 47°37´21.3´´, E = 11°44´04.6´´; UTM-Daten: Z = 32T, E = 705465, N = 5277977; Gauß-Krüger: R-E = 4480157.186, H-N = 5276056.584.
Vom Parkplatz geht es über die Brücke und etwa 400 m auf der Asphaltstraße nach Süden. Dann zweigt ein Pfad nach rechts ab, der zunächst flach, dann immer steiler werdend ohne weitere Abzweigungen bis zur Geißalm durch den Wald verläuft. Kurz nach der Almhütte zweigt die Route nach links ab und geht weiter durch den Wald bis zum Graseck oberhalb der Königsalm. Nun verläuft der mittelschwere Pfad zunächst entlang des Waldrandes bergauf und im weiteren in mehreren Kurven über etliche Steinstufen und kurze flachere Stücke auf die Hochfläche vor dem Schildenstein. An der Abzweigung zum Aussichtsberg geht es geradeaus, etwas bergab, dann in etlichen bergauf/bergab-Teilen an der Abzweigung zur Wolfsschlucht vorbei, ehe man die Grenze überschreitet und dann von unten zur Blaubergalm kommt. Von der Alm geht es noch ein Stück bergauf zum Gipfelkreuz. Dann beginnt der Rückweg auf dem Hinweg bis zum Graseck. Dort folgt der Abstieg nach links zur Königsalm. Direkt am Stall vorbei führt der weitere Weg zunächst über die Wiesen, überquert den Klammgraben und geht wieder leicht bergauf zur Geißalm. Abschließend geht es auf dem Aufstiegsweg zurück zum Parkplatz.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
PP Gernbergbrücke Kreuth805
Geißalm1115 1:063.03
Graseck1231 0:311.18
Kante Schildenstein1540 0:501.48
Abzw. Wolfsschlucht1476 0:241.12
Blaubergalm1551 0:190.65
Abzw. Schildenstein1531 0:501.94
Graseck1231 0:381.61
Königsalm1116 0:160.62
Geißalm1115 0:241.44
PP Gernbergbrücke Kreuth805 0:553.03
Anmerkungen:
Der unscheinbare Predigtstuhl diente nur als Ziel für die Wanderung zur Blaubergalm, um die es eigentlich ging. Von ihr hatte ich schon viel gehört und wollte sie endlich besuchen. Es ist eine Gegend, die von Norden (ab dem Tegernsee) nur in längeren und/oder schweren Strecken zu erreichen ist. Den Durchstieg durch die Wolfsschlucht sollte man ohnehin besser den Profis überlassen. Der Aufstieg über die Halserspitze ist ebenfalls sehr lang und anstrengend. So bleibt nur der Weg über die Geißalm und das Graseck, vorbei am Schildenstein. Dass das auch nicht ganz leicht ist, verkündete uns ein Wegweiser bereits im Tal mit der Angabe von 3 ½ Stunden Wanderzeit bis zur Blaubergalm. So musste der eigentlich noch vorgesehene Aufstieg zum Schildenstein entfallen, auch weil ich dort schon einmal war. Auf dem Rückweg gönnten wir uns aber einen kleinen Umweg über die Königsalm. Der Aufstieg ist eine Strecke, die als (schwerster) Teil des Fernwanderwegs „Tegernsee-Sterzing“ in sieben Etappen die Überquerung der Nordalpen zum Ziel hat. Der größte Teil unserer Route geht stetig bergauf und auch ab dem Schildenstein wird es bis zur Blaubergalm nicht leichter. So kam insgesamt eine doch recht lange und anstrengende Tour dabei heraus.

Der Predigtstuhl ist eine unscheinbare Kuppe, die man kaum bemerkt. Aber am etwas tiefer liegenden Gipfelkreuz ist es einfach nur schön. Der Blick geht nach Süden: links entdeckt man die Berge des Rofangebirges, rechts sind die des Ostkarwendels zu sehen, dazwischen das Achental. Im Hintergrund erblickt man die Alpenhauptkette.

Einer der repräsentativsten Berge des Ostkarwendels ist die Seekarspitze (2053 m), westlich direkt aus dem Achensee aufsteigend.

Nach rechts schließt sich das Skigebiet Christlum an. Im Hintergrund sieht man die Berge der Karwendel-Hauptkette.

Weitere Teile des Ostkarwendels sind die Schreckenspitze (2022 m), die Sonntagsspitze (1926 m), die Hochplatte (1813 m) und die Marbichlerspitze (1898 m), die sich von Süd nach Nord aneinander reihen.

Östlich des Achensees beginnen die Brandenberger Alpen mit dem Rofangebirge. Die nördlichsten Vertreter sind der Hinterunnutz …

… und der unverwechselbare Guffert. Ihn sieht man vom Gipfelkreuz des Predigtstuhls aus über die Gebäude der Blaubergalm hinweg. Dort versperrt der Stall den Blick nicht, wie andere Autoren beklagen. Der Guffert- wie auch alle anderen Berge über 1800 m hatten Mitte September bereits etwas Schnee auf ihren Felsen.

Der Schildenstein ist Teil der Bayerischen Voralpen. Auch er ist von unverwechselbarer Form, ein herrlicher Aussichtsberg. Allerdings erfordert der Endanstieg schon etwas Mut.

Landesgrenze Bayern/Tirol, kurz vor der Blaubergalm. Ein Schild am Baum und ein alter Metallstab verkünden, wo man sich befindet.

Unweit der Grenze gibt es das Wegedreieck mit dem Abstieg durch die Wolfsschlucht. Ein Schild weist ausdrücklich darauf hin, dass Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich sind.

Die gesamte Strecke weist immer wieder heikle Stellen auf mit Stein- und Wurzelstufen, Felskanten und Steinrinnen. Wer diese Strecke geht, sollte sich bewusst sein, dass es kein Spaziergang ist.

Angesichts der anstrengenden Wegestücke ist der Anblick der Geißalm („Goaßalm“) sehr erfreulich. Es ist ein ungewöhnlicher Bau, weil sehr lang und sehr schmal. Zudem ist das Gebäude völlig aus Natursteinen errichtet, für eine Almhütte ungewöhnlich. Der Vouhaagl mit seinem Hanichelzaun fällt besonders auf. Es ist eine Alm, die keinen Versorgungsweg hat. Alles was das Sennpersonal braucht, muss zu Fuß angeschleppt werden. Früher standen wohl auch Kühe auf den Almflächen. Wegen der steigenden hygienischen Anforderungen an die Milchproduktion lohnt sich die Haltung der Milchkühe nicht mehr.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 14.10.2018