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Wanderungen

Altlacher Hochkopf



Altlacher Hochkopf

Altlacher Hochkopf – Wanderung auf den Spuren der Könige Max II., Ludwig II., Otto und Richard Wagner. Sie logierten auf diesem bewaldetem Berg, wenngleich auch mit unterschiedlichen Absichten. Er liegt südlich des Walchensees, nördlich der Isar und zählt gerade noch zu den Bayerischen Voralpen. Im Bild: Blick über den Walchensee; in der Mitte des ersten Bergkammes liegt der Altlacher Hochkopf, dahinter die einzelnen Ketten des Karwendelgebirges (das Foto stammt von einer früheren Wanderung auf den Herzogstand)

Schwierigkeit:30.7mittel (27.5-40)
Tracklänge:11.5 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:30 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:610 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Teilgebiet Estergebirge Ost/Isarwinkl; südlich des Walchensees. Karte: AV Digital 2010, Estergebirge.
Datum, Begleiter, Wetter
10.12.2015; Alleingang (keine menschlichen Begleiter). Der frisch gefallene Schnee im Gipfelbereich belegte, dass ich wirklich alleine war; es gab nur Spuren von Wildtieren. Strahlend blauer Himmel mit bester Fernsicht und absolut windstill. Die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt: an schattigen Stellen gab es harte Schneereste und auch etwas Eis, es galt dort besonders vorsichtig zu gehen. An sonnigen Stellen lagen die Temperaturen deutlich über 0°, man konnte das Fallen der sich lösenden Wassertropfen von den vereisten Bäumen hören, sonst nichts.
Erreichte Gipfel
Kein Gipfel erreicht. Die Hochkopfhütte liegt aber nur wenig unter dem Altlacher Hochkopf (1338 m). Nach meiner Messung ist sie aber mit 1323 Meter deutlich höher als allgemein angegeben.
Alm(en), Hütt(en):
Außer der AV-Hütte „Hochkopfhütte“ (mit zwei Holzschuppen) in Gipfelnähe und den Häusern am Seeufer sind keine weiteren Hütten anzutreffen.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Altlach; es gibt am Seeufer noch etliche andere, ausgewiesene Parkplätze. Die Zufahrt ist mautpflichtig, in der Winterzeit ist aber die Mautstelle nicht besetzt. Ein großes Schild weist auf die eigene Verantwortung bei Benutzung der Straße hin. Adresse: Altlach Haus-Nr. 57, 83676 Jachenau. Koordinaten: N = 47.572783, E = 11.349687; Geographische Daten: N = 47°34´22.0´´, E = 11°20´58.9´´; UTM-Daten: Z = 32T, E = 676714, N =5271494
Vom Parkplatz geht es etwa 300 m nach Westen, vorbei an Haus-Nr. 59 bis zu einem großen Holzlagerplatz. Dort beginnt der Anstieg auf einer Forststraße, entlang dem Bach. Weiter oben zweigt die Forststraße nach rechts ab, man bleibt aber geradeaus auf dem dort beginnenden Pfad. Dieser führt recht abwechslungsreich durch das Gelände und mündet weiter oben wieder auf die Forststraße ein. Weiter geht man ein Stück bergab, ehe nach einer langgezogenen Kurve diesmal die Abzweigung nach rechts weitergeht. Nach der zweiten Einmündung führt der Weg auf der Forststraße weiter bis zur Abzweigung „Wallgau, Maxhütte“. Von nun an beginnt der Endanstieg zur Hochkopfhütte. Der Rückweg erfolgte auf der gleichen Strecke. Die Pfade sind offiziell als „blaue Route“ ausgewiesen. Da aber die Pfadstrecken teilweise sehr ausgewaschen sind und über recht marode Holzstege an moorigen Stellen führen, sollte man die Vorsicht walten lassen, die sonst für „rote“ Strecken angezeigt ist.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Waldparkplatz Altlach813
Abzw. Pfad von der Forststraße848 0:18
Einmü. auf die Forststraße1136 0:50
Beginn 2. Abzweigung1110 0:09
2. Einmü. auf die Forststraße1171 0:10
Abzw. Endanstieg1223 0:08
Hochkopfhütte1329 0:20
Abzw. Wallgau1223 0:14
Abzw. auf unteren Pfad1136 0:20
Ende unterer Pfad848 0:40
Waldparkplatz Altlach813 0:21
Anmerkungen:
Eine Wanderung auf den geschichtsträchtigen Berg südlich des Walchensees hatte ich schon länger auf meiner Liste. Da man unterwegs aber keine bewirtschafteten Hütten antrifft, habe ich das immer wieder verschoben, bis die ohnehin geschlossen gewesen wären. So kam ich fast in die Weihnachtszeit und siehe da, es ist auch noch so spät im Jahr möglich, trockenen Fußes (nur wenig Schnee) auf diesen Berg zu wandern. Der Besitzer des Hauses Nr. 59 musterte meine Schuhe und Ausrüstung und ermahnte mich, gut aufzupassen, es könnte sehr glatte Stellen haben; ich hielt mich daran. Als Höhepunkt dieser Tour ist sicher die Hütte auf dem Gipfel zu nennen, die ehemalige Jagdhütte bayerischer Könige und jetzige AV-Selbstversorgerhütte. Zum anderen ist das Seeufer mit seiner Mautstraße und den zahlreichen Parkplätzen zu erwähnen, an dem in den Urlaubs- und Ferienzeiten bestimmt einiges los ist. An meinem Wandertag war es aber auch dort relativ ruhig.

Aus näherer Entfernung zeigt sich der Berg recht unspektakulär. Am Wandertag lag etwas Reif auf den Bäumen, der in der Mittagszeit abtaute. Die fallenden Tropfen waren die einzigen Geräusche, die man hören konnte.

Zielpunkt der Wanderung ist die wunderschöne und solide gebaute „Hochkopfhütte“ eine ehemalige Jagdhütte der bayerischen Könige und jetzige AV-Selbstversorgerhütte der Sektion „Vierseenland“. Zur Hütte gehören zwei Holzschuppen. Auf der Strecke weisen etliche neue Holzschilder auf dieses Haus hin.

Repräsentativer mit Holzschindeln verkleideter Südwestgiebel der Hütte mit einer kleinen Terrasse und natürlich bester Fernsicht nach Süden und Westen. Nach Ende der Monarchie fristete sie ein Schattendasein als forstliche Diensthütte, ehe sie 2002 in die Hände des Alpenvereins kam und sehr aufwändig renoviert wurde.

Als Wanderziel kann man die dortige Aussicht nennen. Im Westen liegen die Berge des Estergebirges (rechts = Simetsberg). Die Berge dieses Gebirgsteiles sind höher als alle übrigen Berge der Bayerischen Voralpen.

Im Südwesten sieht man das Wettersteingebirge. Im Bild: der östliche Teil der Hauptkette mit der bekannten „Dreitorspitze“. Weiter im Osten geht dann der Blick zu den „Soiernbergen“, bereits Teil des Karwendelgebirges.

Aber auch die Bergblicke vom Seeufer aus sollen nicht vergessen werden. Im Bild: Blick zur Heimgartengruppe mit Heimgarten (links), dem Martinskopf und dem Fahrenbergkopf. Der bekannte Herzogstand ist aus dieser Perspektive nicht zu sehen.

Blick über den Walchensee zu seinem Nordufer und zum Kochelbergsattel (Übergang vom Walchensee zum Kochelsee).

Blick über den See zum Jochberg. Dieser Berg stand vor einiger Zeit stark in der Diskussion, weil auf seiner Südflanke ein Pumpspeichersee gebaut werden sollte. Mittlerweile ist dieses Vorhaben aber vom Tisch.

Haus-Nr. 59 („Bräu“), der Mittelpunkt des Dorfes Altlach, das aus mehreren Anwesen besteht. Es ist Teil der Gemeinde Jachenau und hat deshalb die höheren Hausnummern. Der „Bräu“ ist sehr schönes Wohnhaus, das Ferienwohnungen vermietet. Ein noch schöneres Plätzchen für den Urlaub wird schwer zu finden sein. Im Hintergrund sind die mit Schnee überzuckerten Spitzen von Jochberg, Hirschhörndlkopf und Benediktenwand zu sehen.

Aber auch das ist aufgefallen: Überquerung eines Baches ohne Brücke oder Steg. Bei Niedrigwasser ist das kein Problem; was aber tun, wenn viel Wasser vom Berg herab kommt?

Gut gepflegtes Marterl zum Gedenken an Sebastian Strobl, der hier verunglückt ist. Es steht direkt an dem Parkplatz, von dem aus ich meine Tour startete.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018