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Wanderungen

Nüchternbrunn



Nüchternbrunn

Nüchternbrunn am Taubenberg im Mangfallgebiet – Rundwanderung über viele markante Wegpunkte wie Einsiedelei, Weisse Marter, Beilbrücke, Gasthof Taubenberg, Aussichtsturm, Drei Kreuze. Eine leichte Tour, die auch für kleine Kinder geeignet ist (Stand: Juli 2017)

Schwierigkeit:24.2leicht (<27.5)
Tracklänge:10.2 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:35 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:335 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, eigentlich noch Voralpengebiet. Das Wandergebiet liegt nahe der Autobahn München-Salzburg, östlich von Holzkirchen, westlich der Mangfall. Talort ist Osterwarngau bzw. Warngau. Karte: Kompass Wanderkarte Nr. 181, Rosenheim Bad Aibling , bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro
Datum, Begleiter, Wetter
30.07.2017; Renate hat mich auf dieser Tour begleitet. In dem weitgefächerten Netz an Wanderwegen trafen wir nur wenige andere Personen, zur Hälfte Biker. Nahe dem Berggasthof tummelten sich dann vor allem etliche Familien mit ihren jungen Kindern. Eigentlich hatte der Wetterbericht schönes Wetter vorhergesagt. Aber es kam anders. Morgens zogen noch dunkle Wolken durch, aus denen es auch leicht tröpfelte. Erst gegen Mittag setzte sich die Sonne besser durch. Die Temperaturen stiegen ebenfalls stärker an, begleitet von hoher Luftfeuchtigkeit. Die Aussicht vom Taubenbergturm ließ keine Wünsche offen. Nach allen Himmelsrichtungen hatte man eine sehr gute Sicht.
Erreichte Gipfel
Taubenberg (896 m), der höchste Punkt liegt mit 906 auf dem Turm
Alm(en), Hütt(en):
Berggasthof Taubenberg , Andere Hütten oder Bauten gibt es in dem Gebiet nur wenige. Zu erwähnen ist Nüchternbrunn, das aus einer Kirche und einer Klause besteht. Außerdem gibt es noch den Aussichtsturm, sowie etliche Kapellen und Bildstöcke.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Waldparkplatz am Waldrand Osterwarngau. Adresse: Nüchternbrunnweg 22, 83627 Warngau. Koordinaten: N = 47.839757, E = 11.739917; Geographische Daten: N = 47°50´23.1´´, E = 11°44´23.7´´; UTM-Daten: Z = 32T, E = 705010, N = 5302125; Gauß-Krüger: R-E = 4480637.661, H-N = 5300200.961. Ein noch größerer Parkplatz befindet sich in Verlängerung der Schmidhamer Straße (über die Dorfstraße hinweg in den Wald).
Vom Parkplatz geht es den Forstweg weiter geradeaus in den Wald, etwas später mit einer Abzweigung nach rechts zur „Grüne Marter“. Dort links abzweigen und wieder leicht bergab zur „Weiße Marter“, einem Kreuzungspunkt. Nunmehr den mittleren von drei Waldwegen nach rechts bergab nehmen. Er führt mit einer spitzen Kehre direkt zum Fahrnbach bzw. zur Beilbrücke. Dort den Bach überqueren und dem Wegweisern nach „Nüchternbrunn“ folgen. An einer Jagdkanzel kann man zwischen geradeaus und rechts wählen, beides führt zur Einsiedelei. Anschließend geht es an mehreren Bachtälern vorbei weiter bis zum Gasthof Taubenberg. Anschließend geht es westwärts bergauf vorbei an der Christophkapelle bis zum Taubenbergturm. Die weitere Strecke führt über den Wegepunkt „Drei Kreuze“ bergab in Richtung „Nüchternbrunn“. Kurz bevor man zur Einsiedelei kommt, zweigt ein Weg nach links ab (Richtung Osterwarngau, der „Taferlweg“ zweigt etwas später ab). Dieser ausgesprochene Hohlweg führt direkt über den Birkenweg in den Ort. Am Nüchternbrunnweg geht es noch einmal nach rechts, zurück zum Parkplatz. Für Rollstühle und Kinderwägen sind die Wege bedingt geeignet (es gibt einige nasse Stellen, manchmal ist es auch etwas eng). Die wichtigsten Punkte (Gasthof, Turm, Einsiedelei) sind auf anderen Strecken aber auch für Rollstühle erreichbar. Der Gasthof hat sogar eine öffentliche Zufahrt.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Osterwarngau724
Abzw. Aufstieg769 0:171.03
Grüne Marter815 0:090.41
Weisse Marter783 0:120.59
Talsohle Beilbrücke734 0:221.01
Nüchternbrunn807 0:331.39
Gasthof Taubenberg848 0:321.80
Aussichtsturm896 0:200.91
Wegepunkt "Drei Kreuze"896 0:250.83
Abzw. Osterwarngau850 0:130.74
Parkplatz Osterwarngau724 0:321.48
Anmerkungen:
Renate wollte schon immer den Taubenberg einmal kennen lernen, um zu sehen, wo das Münchner Trinkwasser herkommt. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, um dort zu wandern. Es ist eine Strecke, die in Teilen mit der früheren Wanderung „Taubenberg“ identisch ist, die Streckenwahl war diesmal etwas anders. Man bekommt durch den vielen Wald und die teils sehr steilen Täler tatsächlich einen Eindruck über ein sehr wasserträchtiges Gebiet. Seine hohe Qualität verdankt es nicht zuletzt den ausgedehnten Aufforstungen und anderen Schutzmaßnahmen, die man damals vorgenommen hat. Mit der Vertreibung vieler Bauern aus diesem Gebiet hat man sich damals aber keine Freunde gemacht. Auch heute noch erfolgen immer wieder weitere Auflagen zum Wasserschutz, welche von den umliegenden Bauern nicht gerade mit Jubel aufgenommen werden. Es ist ein Gebiet, durch das man ohne große Berggefahren und mit geringer Anstrengung wandern kann. Zudem liegt es im Nahgebiet von München. Eine unheimlich gute Luft und totale Ruhe an den jeweiligen Plätzen lohnt den Besuch.

Kirche der Einsiedelei Nüchternbrunn mit der angebauten Sakristei. Die Gebäude fielen mehrfach Bränden zum Opfer, denen dann immer wieder ein Aufbau folgte. Die Kirche ist verschlossen, durch ein kleines Guckloch kann man aber ins Innere sehen.

Außenaltar für größere kirchliche Feiern, bei denen die Menschen in der Kirche nicht mehr Platz hätten. Die gesamte Anlage ist sehr gepflegt.

Holzhütte an der Einsiedelei. Ein massiver Holztisch und ein paar Bänke erlauben es, dort Brotzeit zu machen. In einem Ordner haben Menschen ihre Eindrücke zu Papier gebracht; manche Beiträge sind sehr amüsant.

Michael Schöttl, der letzte Einsiedler, verstarb 1961. Er ist dort auch begraben. Seither haben sich keine weiteren Einsiedler mehr niedergelassen.

Wegepunkt „Grüne Marter“, ein Dreieck. Ein Marterl habe ich dort nicht entdeckt. Dafür stehen recht nützliche Wegweiser an dieser Stelle.

Die weiter östlich stehende „Weisse Marter“ ist dagegen nicht zu übersehen. Der Stein sieht zwar arg ramponiert aus, die vier Bilder im Stein sind aber noch zu erkennen: Maria, Michael, Johannes, Georg.

Die Beilbrücke über den Fahrnbach in der mittleren Talsohle des hufeisenförmigen Bergstockes ist ein weiterer markanter Wegepunkt.

Von West nach Ost erstrecken sich einige kleinere Bachläufe in fast schon schluchtartigen Tälern. Sie lassen den besonderen Reichtum an Wasser erkennen, der dann auch prompt eine Nutzung als Trinkwasser für München erfuhr.

Jagdkanzel am Aufstieg vom Fahrnbach nach Nüchternbrunn. Dort teilen sich die Wanderpfade. Der linke ist der etwas steilere und engere. Die Mountainbiker fahren rechts.

Christophkapelle östlich des Taubenbergturmes. Sie ist dauerhaft geschlossen und wird nur zu besonderen Anlässen geöffnet.

Drei-Kreuze, westlich des Turmes, noch auf dem Bergkamm. Diese Stelle schreit geradezu nach einer Pflege, sowohl die Kreuze selbst, als auch die Vegetation drum herum.

Taubenbergturm an der (fast) höchsten Stelle des Berges. Der etwa 25 m hohe Bau ist zur Hauptwanderzeit geöffnet. Wenn nicht, so ist der Schlüssel gegen eine Pfandgebühr beim Gasthaus erhältlich, muss aber natürlich wieder zurückgebracht werden.

Die Aussicht vom Turm ist – bei geeignetem Wetter – sehr gut. Nach Süden erkennt man viele bekannte Berge vom Wendelstein über den Brecherspitz bis zum Hirschberg.

Nach Norden öffnet sich der Blick über Holzkirchen hinweg bis München. Leider stehen die Spitzen von einigen Bergen etwas im Wege.

Fast schon im Tal, taucht dann noch ein besonderer Bau auf: ein riesiges Bienenhaus. Das mag jede Menge besten Waldhonigs geben, wenn dort das Schleudern ansteht.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018