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Wanderungen

Eibseeblick



Eibseeblick

Eibseeblick – respektvolles Wandern über die „Zehen der Zugspitze“. Obwohl man auf dieser Tour entlang der Skiabfahrt „Riffelriß“ nur etwa die halbe Höhe von Deutschlands höchstem Berg erreicht, hat man immer wieder Fernsicht zu den gewaltigen Felswänden der Zugspitze oder ins Tal. Im Bild: der Aussichtpunkt „Eibseeblick“ ist so gut wie zugewachsen, dafür hat man weiter im Osten den erwarteten Blick (Stand: Juli)

Schwierigkeit:35.9mittel (27.5-40)
Tracklänge:13.0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:35 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:687 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.
Gebirge, Lage, Karte
Wettersteingebirge, unmittelbares Zugspitzmassiv südlich (oberhalb) des Eibsees. Karten: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Wetterstein, Zugspitze, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
01.07.2018; Tassilo ist mit mir zusammen diese Jubiläumstour gegangen. Es handelt sich um Route Nr. 300 meiner Aufzeichnungen. Auf der Strecke haben wir etliche andere Wanderer getroffen, die das gute Wetter nutzten. Ein Teil davon kam von der Riffelhütte bzw. wollte dort hin. Es waren aber weitaus mehr Mountainbiker als Wanderer unterwegs, viele davon leider auch auf den für sie gesperrten Wanderstrecken. Eine solche Gruppe stand mit ihren High-Tech-Rädern recht ratlos an dem anspruchsvollen Steig unterhalb des Eibseeblicks und klagte darüber, dass das Navi sie hierher geschickt habe. Die vielen Räder an der Hochthörlehütte sind nicht überraschend, denn zu ihr führt ein recht guter Weg aus Ehrwald herauf und auf dem sind die Biker auch gut aufgehoben. Die Vorhersage hatte recht freundliches Wetter mit viel Sonnenschein, wenigen Wolken, teils frischem Wind und erträglichen Temperaturen prophezeit. Das stimmte weitgehend, allerdings nicht für die Zugspitze selbst. Dort stauten sich die rasch anziehenden Wolken recht mächtig. Deshalb hatten wir keinen einzigen Blick auf die Spitzen dieses Berges. Auch die gewaltigen Nordwände zeigten sich nur in diffusem Grau zwischen den Bäumen durch. Wir sind des erhofften guten Blickes wegen sogar den Umweg über einen Teil des Ehrwalder Schützensteigs gegangen, es hat nichts genutzt.
Erreichte Gipfel
kein Gipfel erreicht. Der höchste Punkt der Tor liegt mit 1596 m kurz vor dem Bildstock.
Alm(en), Hütt(en):
Hochthörle-Hütte, Eibsee-Alm, Außer den Gebäuden der Zugspitzbahn, dem Bahnhof der Zahnradbahn und der sonstigen Infrastruktur dieses Touristenzentrums (Gastronomie) trifft man an dieser Strecke nur noch die Seealm-Diensthütte an der Riffelpiste. Auch das alte, nicht mehr genutzte Zielhäuschen an der Skipiste steht noch.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Eibsee (Gebühr: 4 €); Adresse: Am Eibsee 6, D-82491 Grainau. Koordinaten: N = 47.457191, E = 10.991520; Geographische Daten: N = 47°27´25.9´´, E = 10°59´29.5´´; UTM-Daten: Z = 32T, E = 650108, N = 5257895; Gauß-Krüger: R-E = 4424062.784, H-N = 5258126.445.
Vom Parkplatz hinter der Talstation der Bergbahn führte unsere Route erst einmal leicht bergab zum Eibsee und ein Stück an seinem Südufer entlang. Dann zweigt man nach links ab und geht bergauf, ein altes Holzschild mit Aufschrift „Hochthörle-Hütte“ weist den Weg. Wie der breite Weg unschwer erkennen lässt befindet man sich an einer Versorgungsstraße, die auf die Skipiste einmündet. Auf dieser bleibt man dann im Grunde direkt drauf bzw. geht davon nur wenige Meter entfernt im Wald in vielen kleinen Kehren dahin. Nachdem man die Forststraße erneut erreicht, geht es etwa 200 nach rechts und zweigt dann nach links ab. Ein recht abwechslungsreicher Steig führt über den Grenzpunkt zum Eibseeblick. Er liegt 50 m links der Abzweigung, nach rechts führt der Steig zur Hochthörle-Hütte (liegt in Tirol). Von der Hütte geht es ein Stück zurück und dann nach rechts auf den Ehrwalder Schützensteig. Er führt erst noch auf einem Waldweg dahin, geht dann aber auf einen mittelschweren Pfad durch den Wald, ein holpriges Stück auf der Grenze entlang und dann zu einem Bildstock. Anschließend geht es nach links zurück zur Grenze bzw. zur Skipiste. Der weitere Rückweg geht entlang der Skipiste bis zur Abzweigung in Talnähe. Dort bleibt man rechts und kommt wenig später unter der Seilbahn durch zur Eibsee-Alm. Der Rest des Weges geht zurück zur Seilbahn und zum Parkplatz.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Eibseebahn992
Abzw. vom See1008 0:191.09
Einmü. Skipiste oben1268 0:391.47
Forststraße1332 0:110.34
Grenzpunkt Wald1470 0:291.42
Aussichtspunkt Eibseeblick1475 0:080.26
Hochthörlehütte1457 0:120.84
Abzw. Schützensteig1523 0:190.82
Grenzpunkt 5.51572 0:261.19
Bildstock1595 0:130.67
Grenze Riffelpiste1518 0:150.74
Forststraße1332 0:341.41
Weggabelung Talnähe1051 0:301.74
Eibsee-Alm1011 0:130.69
Parkplatz Eibseebahn992 0:070.36
Anmerkungen:
Der Eibsee mit seiner Umgebung ist ein ausgesprochenes Touristikzentrum. Entsprechend groß ist dort der Trubel, kein Wunder. Aber auch Wanderer wagen sich auf die nach oben führenden Pfade. Die etwas stärkeren machen sich auf der Skipiste entlang auf den Weg zur Riffelhütte, vielleicht sogar über die Riffelscharte hinab ins Höllental. Die anderen – einfache Wanderer wie wir – wenden sich auf halber Höhe nach rechts und steuern über den Eibseeblick die Hochthörle-Hütte an. Wie auch immer, die mächtigen Nordwände der Zugspitze sind unmittelbar präsent, wenn auch sehr oft Bäume oder Wolken die Sicht behindern. Beeindruckend ist natürlich auch der Blick auf die beiden Seilbahnen: die neue, leistungsfähige Bahn vom Eibsee aus oder die sogar noch steilere Ehrwalder Zugpitzbahn. Wer am Wandertag nicht alles sehen konnte, kann sich diese Tour gerne ein weiteres Mal vornehmen.

Vom Aussichtspunkt „Eibseeblick“ war ich enttäuscht. Er ist als solcher natürlich noch genutzt mit Ruhebänken, einem Abfalleimer und einem Wanderstempel. Die Sicht auf den Eibsee ist jedoch auf einen sehr engen Ausschnitt begrenzt. Deutlich mehr sieht man weiter östlich von der Skipiste aus.

Richtig sehen kann man den Eibsee natürlich direkt von seinen Ufern aus. Der See ist etwa 180 ha groß und hat keinen oberirdischen Abfluss, dafür vielseitige Nutzung zum Baden und Rudern, aber auch zur Fischnutzung. Er war zur Bronzezeit (vor etwa 4000 Jahren) ein Vielfaches größer, als ihn ein gigantischer Felssturz überrollte. Man nimmt an, dass die Zugspitze damals weit über 3000 Meter hoch war, als sich unvorstellbare Felsmassen ablösten. So gesehen ist sie jetzt nur noch ein mickriger Rest dessen, was sie einmal war.

In unmittelbarer Nähe zum Eibsee liegt die Talstation der neuen Zugspitzbahn, die sich mit vielerlei Rekordmarken präsentiert. Die Umgebung der Bahngebäude und Einrichtungen ist aktuell noch eine riesige Baustelle.

Die neue Bahn ist allerdings schon in Betrieb. Zwei gegenläufige, futuristische Kabinen transportieren je bis zu 120 Personen in einer nur wenige Minuten dauernden Fahrt auf Deutschlands höchsten Berg.

Grenztrasse zwischen Bayern und Tirol. Auf dieser holprigen Strecke führt der Wanderweg ein Stück entlang. Im Gegenhang geht die Schneise geradeaus weiter, ehe die Grenze einen Knick macht und dann direkt zum Gipfel der Zugspitze führt.

Etwas abseits der Grenze liegt ein kleiner Platz, genannt „Bildstock“. Er soll in dankbarer Weise daran erinnern, dass die früheren Hindernisse und schmerzlichen Trennungen durch die Grenze überwunden sind. Neben dem Bildstock selbst stehen dort zwei Fahnenmasten und einige Ruhebänke. Außerdem lagerten am Rande etwa ein Dutzend Biertischgarnituren, gut abgedeckt. Offenbar stand am Wandertag (1.7.18) ein Fest bevor, wozu man diese dann braucht.

Almkreuz nahe der Hochthörle-Hütte. Angesichts vieler anderer Objekte und Attraktionen übersieht man diese kleinen Kulturdenkmäler recht leicht. Dabei sind dafür gedacht, sich der Schönheit der gesamten Umgebung bewusst zu werden und an diesem Punkt einen kurzen Moment dafür dankbar zu sein.

„Holzspinne“ an der Hochthörle-Hütte. Nicht nur religiöse Kleindenkmäler, sondern auch andere Kunst ist dafür da, sich daran zu erfreuen. Es gibt dort sogar noch weitere Objekte, z.B. den „Apfelbutzn“ aus Stein.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 20.10.2018