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Impressionen aus den Bergen

Almen, Hütten

Rauheckalm


Rauheckalm

Rauheckalm (Gloggner-Kaser) – nach dem schweißtreibenden Aufstieg hält die Stasi kellerkalte Getränke bereit; Brotzeiten hat sie keine. Die Hütte mit der phantastischen Fernsicht ist allerdings nur zur Weidezeit von Mitte Juni bis Mitte September besetzt (Stand: Juni 2018)

Wanderrouten
Rauheck
Gebirge, Berg, Lage, Tal
Bayerische Voralpen, Tegernseer Berge; Südhang des Hirschberges, westlich von Scharling, ein gutes Stück oberhalb der Skipiste.
Hüttentyp, Höhe, Öffentl. Zufahrt
Die Hütte ist eine bewirtschaftete Alm, sie liegt auf 1480 m Höhe, eine öffentliche Zufahrt ist nicht möglich. Adresse (unpräzise): Rauheckalm, D-83708 Kreuth. Koordinaten: N = 47.660622, E = 11.709855; Geographische Daten: N = 47°39´38.2´´, E = 11°42´35.5´´; UTM-Daten: Z = , E = 703458, N = 5282139; Gauß-Krüger: R-E = 4478312.686, H-N = 5280291.862. Die Hauptwanderstrecke geht eindeutig über die Skipiste und den anschließenden Versorgungsweg zu den Almen. Letzterer endet aber kurz vor Erreichen der Gebäude. Ein Steig führt zwischen den Hütten durch, ein weiterer nur wenig oberhalb daran vorbei. Von hier aus geht die Verbindung über den Kamm und damit zum Hirschberg bzw. zum Hirschberghaus. Nach Westen führt ein klassischer „Sennersteig“ hinüber zu den Weidbergalmen. Kaum genutzt sein dürfte allerdings ein weiterer, recht anspruchsvoller Steig über den Kamm hinab in den Kessel zwischen Kratzer und Rauheck zur Holzpointalm.
Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Gastronomie
(ohne Gewähr; es wird dringend empfohlen, Öffnungszeiten bzw. Bewirtschaftung vor der Wanderung aktuell zu erkunden)
Hüttentelefon: Telefonverbindung zur Hütte besteht keine, sie hat natürlich auch keine eigene Homepage.; Internet:
Die Rauheckalm ist in der Zeit von Mitte Juni bis Mitte September besetzt. In dieser Zeit kann man von der Stasi dort kellerkalte Getränke bekommen. Man muss sie allerdings aus der Flasche trinken. Die Ausgabe von Brotzeiten ist der Sennerin auch nicht möglich, so will es eine EU-Vorschrift. Einen Ruhetag kennt die Stasi nicht, es kann aber sein, dass sie kurzzeitig im Gelände unterwegs ist, um dort nach den Tieren zu sehen. Übernachtungen sind folglich auch nicht möglich. Ein kleiner Nachteil für die Sennerin ist es, dass sie ihre sämtlichen Güter und Gebrauchsgegenstände die letzten Meter zur Hütte zu Fuß transportieren muss. Außerdem ist sie mit Wasserüberfluss auch nicht gesegnet.
Gebäude/Umgebung, Almwirtschaftl. Nutzung
Der Gloggner-Kaser auf der Rauheckalm ist ein klassisches Almgebäude, relativ schmal, dafür aber vergleichsweise lang. Es vereint den Wohnbereich und die Stallungen unter einem First in Ost/West-Richtung. Der Stall wird aber kaum benutzt, die Tiere haben Unterstände im Gelände. Der Eingang in den Wohnteil befindet sich mittig an der östlichen Giebelseite zwischen zwei Fenstern. Das Gebäude ist gemauert und weiß verputzt. Lediglich der flache Dachaufsatz ist mit senkrechten Brettern verkleidet. Das Dach selbst ist nicht mehr der originale Bauzustand. Ganz typisch ist der Vouhaagl, der die vordere Giebelseite und einen Teil der südlichen Traufseite umfasst. Er ist mit Holzbohlen ausgelegt und mit Holzstangen abgegrenzt. Dort haben drei Tische mit Sitzbänken für die Besucher Platz. Die Hütte steht – zusammen mit den drei anderen Hütten – am steilen Südhang. Ich habe selten eine Hütte erlebt, die dank dieser Höhe und Steillage eine derart gute Fernsicht in die südlich liegenden Berge hat.
Auf der Almfläche stehen etwa drei Dutzend Jungtiere aus drei verschiedenen Ställen, aber gemeinsam von nur einer Sennerin betreut. Die ersten drei Wochen nach dem Auftrieb stehen die Tiere auf den Flächen der Rauheckalm und wechseln anschließend über den Kamm zur Luckenalm. Je zwei Hütten auf der Luckenalm und der Rauheckalm gehören zusammen, sie befinden sich im Eigentum von zwei Bauern. Später im Jahr kommen die Tiere dann nochmal zurück. Die Sennerin bleibt aber die ganze Zeit auf ihrer Hütte, wechselt selber also nicht mit den Tieren hinüber auf die andere Bergseite. In früheren Zeiten standen auch Milchkühe auf der Alm. Aus der Milch wurde Butter gewonnen und dieser in kurzen Abständen mit der Kraxe hinüber zur Holzpointalm getragen – etwas, was heute undenkbar wäre.
Anmerkungen
Der Besuch der Rauheckalm wird für mich unvergesslich bleiben. Es begann damit, dass ich just an jenem Tag auf der Strecke war, als die Alm aufgetrieben hat. Auf dem Versorgungsweg überholte mich ein Transporter mit einer Fuhre Jungtiere. Später traf ich ihn nochmal, umgeben von einigen recht ratlos scheinenden Personen. Es stellte sich heraus, dass etliche Jungtiere ausgebüxt waren und eingefangen werden mussten. Ich kam mit einer Frau ins Gespräch und wir gingen ein gutes Stück des Weges gemeinsam weiter hoch: es war die Stasi, die Sennerin der Rauheckalm, die dort oben in diesem Jahr ihren ersten Tag hatte. Ich ging noch weiter zum Hirschberghaus und kündigte meinen Besuch auf ihrer Hütte auf dem Rückweg an. So kam es auch, ich trank dann bei ihr ein Radler. Dabei erfuhr ich vieles über die Almen und die Gegend, alles aus erster Hand. Später gesellten sich noch andere Wanderer hinzu, die zufällig vorbei kamen und freudig bemerkten, dass man einkehren kann. Man muss also wissen, dass es dort etwas zu trinken gibt, Hinweisschilder oder ähnliches gibt es nicht.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.11.2018