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Wanderungen

Reitberg



Reitberg

Reitberg - der Berggipfel östlich von Reit im Winkl, der keinen Wert darauf legt, von Wanderern besucht zu werden. Es ist eine Rundwanderung nördlich des Weitsees über die Gräbenalm, den Reitberggipfel und die Pötschalm. Zum Besuch des Gipfels kam es aber nicht (siehe Anmerkungen). Im Bild: Schneise auf dem langgezogenen Gipfelkamm. Mit seinen vielen kleinen Kuppen weiß man nicht genau, ob man den höchsten Punkt schon erreicht hat (Erstwanderung: Oktober 2018; aktualisiert: Februar 2020)

Abstract
Der Reitberg ist ein bewaldeter Gipfel östlich von Reit im Winkl, den mit Sicherheit nur die Eingeweihten kennen. Reguläre Wanderrouten auf und über diesen Berg gibt es nicht. Dortiges Wandern ist also mit Sicherheit ein Abenteuer und erfordert Orientierungssinn. Üblicherweise sollte man eine solche abgelegene Strecke nicht alleine gehen.
Aber ich machte mich trotzdem alleine auf den Weg dorthin, weil ich eine Rundtour suchte, welche die Obere Gräbenalm und die Pötschalm mit dem Ausgangspunkt am Weitsee verbindet. In Karten finden sich zumindest einige Steige, die ich nutzen wollte. Dann aber stellte sich heraus, dass es sie nicht mehr gibt. Ich musste also Teile der Strecke weglos gehen und mich deshalb auf mich selbst verlassen. Dass man in der Pötschalm einkehren konnte, wusste ich. In der Gräbenalm war das unsicher. Zumindest ältere Beschreibungen bejahten das, ich glaubte aber zu recht nicht daran.
Im Endeffekt wurde daraus dann eine unvergessliche Tour, die bestimmt nur wenige Wanderer anlockt. Man kann sie tatsächlich auch nur jemand empfehlen, dem wegloses Gehen im steilen Wald nichts ausmacht. Dafür bekommt er absolute Ruhe. Die einzigen Spuren auf dem Gipfelkamm stammten von Wildschweinen, aber die ließen sich natürlich auch nicht blicken.
Schwierigkeit:24.3leicht (<27.5)
Tracklänge:9.6 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:10 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:421 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Weitsee "Spange"760
Holzplatz Weitsee760 0:090,56
Rechtsbogen Steig839 0:180,90
Querung Versorgungsstraße904 0:130,58
Gräbenalm1000 0:150,49
Ende Forststraße988 0:241,16
Beginn Kamm Reitberg1094 0:180,55
Talsohle Abstieg923 0:331,10
Pötschalm888 0:070,42
Dreieck nach Jochbergalm896 0:212,11
Parkplatz Weitsee "Spange"760 0:331,71
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe: westliche Ruhpoldinger Berge, östlich von Reit im Winkl. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 14, Berchtesgadener Land - Chiemgauer Alpen; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen Mitte; bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
20.10.2018; Alleingang. Am Aufstieg zur Gräbenalm und erst recht nicht am Weiterweg über den Gipfelkamm habe ich irgendeinen Menschen getroffen. Lediglich von der Gräbenalm hatte sich eine Dreiergruppe weglos in Richtung Stuhlkopf aufgemacht. An der Pötschalm und am Rückweg zum Parkplatz bin ich dann sehr vielen anderen Personen begegnet. Es herrschte gutes, trockenes, herbstliches Wanderwetter mit einem lang anhaltenden Kampf zwischen Sonne und Hochnebel, der letztlich unentschieden endete. Die Spuren dieses Kampfes bildete ein starker Dunst, der die braunen Herbstfarben überdeckte. Die Temperaturen waren für diese Jahreszeit recht hoch. Wegen des Hochnebels hatte man nur begrenzte Fernsicht.
Erreichte Gipfel
Den Gipfel selbst habe ich nicht ganz erreicht wie ich anschließend aufgrund des aufgezeichneten Tracks sehen konnte. Der höchste Punkt der Tour lag mit 1097 m auf einer anderen Kuppe kurz vor dem Gipfel. Irgendwann entschloss ich mich, ins Tal abzusteigen, wiederum weglos. Ich kam mir vor, als würde ich Pilze suchen.
Alm(en), Hütt(en):
Pötschalm, Am Aufstieg kommt man an der Gräbenalm vorbei, am Abstieg stehen die Sotteralm und die Diensthütte Kienberg am Weg.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz an der Spange der B 305 am westlichen Weitsee. Adresse (unpräzise): B 305, D- 83324 Ruhpolding. Koordinaten: N = 47.682711, E = 12.550759; Geographische Daten: N = 47°40'57.8'', E = 12°33'02.7''; UTM-Daten: Z = 33T, E = 316185, N = 5283942; Gauß-Krüger: R-E = 4541458.146, H-N = 5282853.973. Am Startpunkt dieser Tour befindet sich eine Bushaltestelle auf der B 305. Wie häufig aber dort ein Bus vorbeikommt und man das als "mit ÖPNV erreichbar" bezeichnen kann, weiß ich nicht. Mit Rollstühlen und Kinderwägen ist diese Tour jedenfalls nicht zu machen.
Vom Parkplatz geht es über die Bundesstraße und dann auf dem ausgetretenen Pfad ein Stück nach Osten bis links der Holzlagerplatz auftaucht. Dort zweigt der Weg noch einmal links ab und führt dann am kleinen Wappbach entlang bergauf. Zweimal überquert der Steig auf Holzbrücken den Wasserlauf, ehe er auf eine Versorgungsstraße trifft an der es geradeaus weitergeht. Anschließend wird es etwas steiler und geht über einige Treppenstufen, ehe auf der Kuppe die wunderschöne Gräbenalm auftaucht. Weiter führt nun der Versorgungsweg leicht bergab nach Westen, kurz darauf zweigt eine Forststraße nach links ab, der man bis zu ihrem Ende folgt. Dort beginnt ein Karrenweg nach links, der aber zusehends schmäler wird und dann endet. Von dem in der Karte eingezeichneten Steig ist nichts mehr zu sehen; Markierungen oder Wegweiser gibt es auch keine. Folglich ging ich weglos steil bergauf weiter und erreichte dann den deutlich sichtbaren Kamm. Der Kammschneise folgte ich über einige Kuppen, ehe ich mir nicht sicher war, ob ich den Gipfel schon erreicht hatte. So machte ich mich auf den Abstieg nach Süden und erreichte die Flächen der Pötschalm an deren östlichen Rand. Es folgte ein kurzes Stück weiter leicht bergab zur Alm. Der Rückweg begann mit dem kurzen Aufstieg zurück zum Sattel und der Überquerung zur Sotteralm, daran vorbei, auch an der anschließenden Diensthütte. Etwas später folgt die Überquerung einer Versorgungsstraße, ehe der Steig durch den Wald zurück auf die Bundesstraße führt, nur wenige Meter entfernt vom Parkplatz.
Anmerkungen:
Hauptziel dieser einsamen Strecke durch die Berge nördlich des Weitsees war es, die Gräbenalm und die Pötschalm in einer Rundtour zu besuchen. Dazu musste ein Weg von der Gräbenalm über den Reitberg gefunden werden. Wanderkarten weisen Steige aus, die zumindest in die Nähe des Gipfels führen. Also machte ich mich auf den Weg. Kurz nach dem Ende der Forststraße nördlich des Reitbergs war es dann mit den Steigen vorbei: es gibt sie dort nicht mehr. Es blieb nur eines übrig, nämlich weglos in den Steilhang zu gehen, um den Kamm zu erreichen. Aber auch dort fand ich nur eine erkennbare Kammschneise, die wenigen sichtbaren Spuren stammten von Wildschweinen. Nach einem kurzen Stück über etliche Kuppen gab ich das Gipfelziel auf und stieg in Richtung Pötschalm wieder ab. Durch diese Art der Wanderung kann ich denjenigen Personen die Tour nicht empfehlen, die etwas unsicher in der Orientierung sind und denen weglose Steilstücke im Wald keinen Spaß machen. Wer aber gerne in "unwegsamem" - natürlich völlig ungefährlichem - Gelände geht, der kann sich das ja vornehmen. Ruhe und Einsamkeit werden der Lohn sein, wobei sogar der Aufenthalt auf der Pötschalm auch noch das Prädikat "ruhig" verdient.

Benachbarte Wanderungen

Gröhrkopf
Gröhrkopf

Der Gröhrkopf ist ein weitgehend unscheinbarer, unbekannter Gipfel südlich des Hochgern. Zufällig verlaufen tut sich dorthin bestimmt keiner. Er wird vielmehr ganz gezielt von Wanderern angesteuert, die ein etwas ruppiger anstrengender Weg nicht stört. Alle anderen bleiben beim Anblick des steilen Südflanke mit Sicherheit auf der Nesslauer Alm zurück. Der Weg ab den Freizeitpark Ruhpolding hat sich auch so gelohnt.

Wetterkreuz Reit im Winkl
Wetterkreuz Reit im Winkl

Den Namen Wetterkreuz tragen viele Berggipfel. In der Regel sind das sehr gute Aussichtberge. Gemeint ist hier der besondere Felsen nördlich von Reit im Winkl. Er ist mit einer Rundwanderung ab Birnbach recht einfach zu erreichen. An unserem Wandertag im Mai 2017 trafen wir auf zwei Einkehrmöglichkeiten, die neu geöffnet hatten. Es handelte sich um die neue "Stoana Alm Reit im Winkl" und um die Glapfalm hoch oben am Berg. Zusätzlich liegen noch der Glapfhof und die bekannte Hutzenalm am Weg. Hunger und Durst muss also niemand leiden.

Fellhorn
Fellhorn

Das Fellhorn ist der südliche Abschluss riesiger Alm-Hochflächen wie Hemmersuppenalm und Eggenalm. Routen dorthin beginnen entweder in Blindau, Seegatterl oder Steinplatte. In jedem Falle sind es ausgedehnte Touren und sie erfordern daher gute Kondition. Erleichtert wird das mit der Einkehr am Straubinger Haus, an dem man in jedem Falle vorbeikommt.

Röthelmoos
Röthelmoos

Die Röthelmoos, resp. Röthelmoosalm ist ein riesiger Bergkessel in den Chiemgauer Bergen, nördlich des Weitsees, westlich von Ruhpolding. Sie ist von vielen Seiten mit Wanderrouten zugänglich und mit umliegenden Zielen recht gut zu verbinden. Im beschriebenen Fall geht die Route zunächst hinauf zur Haaralm und dann über die Langerbauern-Alm und die Dandlalm wieder zurück nach Urschlau. Ein Berggipfel ist nicht dabei, dazu müsste man die Strecke deutlich abändern.

Hammerer Graben
Hammerer Graben

Der "Hammerer Graben" ist ein Gebirgsbach östlich von Oberwössen. Immer nahe an seinem Lauf führt ein Wanderpfad nach oben, also durch eine recht romantische Schlucht. Oben angekommen trifft man auf die Feldlahnalm, die fast ganzjährig geöffnet hat (im Winter allerdings nur an den Wochenenden). Da Auf- und Abstieg für viele - zumindest im Sommer - zu wenig sind, lässt sich sehr gut eine Rundwanderung daraus machen, die zur Rechenbergalm hochgeht, ehe es über die Burgau-Alm wieder zurückgeht.

Unternberg
Unternberg

Der Unternberg ist einer der Ruhpoldinger Hausberge, direkt im Süden. Er ist nicht allzu hoch und außerdem führt eine Seilbahn hinauf. Eigentlich ist das keine Empfehlung für eine Wandertour. Aber man kann dieses Ziel ja mit einem anderen Ziel verbinden und dann wird es richtig spannend. Im Westen liegt nämlich die Branderalm, fast schon bei der Hörndlwand unweit der Röthelmoos. Die Bahn auf den Unternberg wird dabei geflissentlich ignoriert.

Bilder zur Wanderung

Zunächst geht es ein kurzes Stück links der Bundestraße nach Osten bis zum dortigen Holzlagerplatz. Dann beginnt der Aufstieg zur Gräbenalm mit moderater Steigung, zum Schluss etwas stärker. Nur an der Überquerung einer Forststraße ist das kurz unterbrochen. Anschließend geht es bergab und dann immer steiler werdend hinauf zum Gipfelkamm. Die letzten 100 Höhenmeter sind ohne Steig, also weglos. Nach der Überquerung einiger kleineren Kuppen erfolgt der ebenfalls weglose Abstieg zur Talsohle mit der Pötschalm. Auf dem weiteren Weg zurück steigt das Gelände noch einmal etwas an, ehe es dann recht steil hinab zur Bundesstraße mit dem Parkplatz geht.

Erster markanter Wegepunkt auf dieser Tour ist ein Holzlagerplatz nahe der Bundesstraße. Etwas versteckt beginnt dort der Aufstieg zur Gräbenalm, man muss auf den Wegweiser achten.

Ein guter Pfad führt immer am Bach entlang, der zu diesem Zeitpunkt aber der langen Trockenheit Tribut zollen musste: er war fast ausgetrocknet.

Kurz vor der Gräbenalm wird das Gelände steiler, ein paar Treppenstufen erleichtern den jetzt doch recht knackigen Aufstieg.

Dann steht man ganz unvermittelt vor ihr: der wunderschönen Gräbenalm auf einer kleinen, flachen Kuppe. Mutmaßlich hatte sie früher als Brotzeitalm geöffnet, in Wanderkarten ist noch so ausgewiesen. Aber nicht darauf verlassen! Sie hat leider definitiv nicht mehr auf.

Blick zurück: nach der Oberen Gräbenalm verläuft der Versorgungsweg nach Westen ein Stück bergab. Weiter unten zweigt dann die Forststraße nach links ab. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, scheinbar auf dem Rückweg zu sein, obwohl doch der Aufstieg auf den Reitberg erst noch kommt.

Erneuter Blick zurück: diesmal geht es bergauf und es ist klar, dass es bald bergab zurück zum Weitsee geht. Es kommen noch einige Streckenteile und auch einige Gebäude, verlaufen kann man sich nicht mehr.

Almgelände der Sotteralm, am Abstieg nach der Pötschalm - auch sie hat zur Bewirtung von Wanderern nicht auf. Am Wandertag (20.10.2018) war der Besitzer dabei, den Almabtrieb vorzubereiten. Einige Kalbinnen grasten noch ganz friedlich das spärliche, letzte Grün auf den Weiden ab.

Nicht vergessen: vom Parkplatz die paar Meter zum Ufer des idyllischen Sees abzusteigen. Es lohnt sich. Am Ufer gibt es einen kleinen Wandersteig, man kann also sogar ein Stück direkt am Wasser entlang wandern. Blick nach Osten.

Andere Blickrichtung am Nordufer des Weitsees. Die herbstlich gelb-braunen Farben gehen in das Grau des Dunstes über. Ob die drei Gestalten in Bild gerade aus dem See kamen, konnte ich nicht sehen: ich glaube nicht; es waren bestimmt Wanderer wie ich auch.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 21.05.2020